Outlaws Dresden

Über uns

Gedanken zur kommenden Saison 2009/2010

Trotz teilweise erschütternd schlechter Heimdarbietungen unserer Halbgötter hat sich in Dresden ein kleiner großer Eishockey-Hype entwickelt. Fast immer weit über 2.000 Zuschauer, sobald eine Partie auch nur ansatzweise Brisanz versprach oder der Spieltag gut im Kalender lag, wurde die 3.000er-Marke geknackt - von den Derbys ganz zu schweigen. Nun stellt sich der Betrachter der Situation natürlich die Frage: Warum dieser Zuschauerandrang, wo die Mannschaft doch so scheiße spielt? Ist es für die Zuschauer überhaupt wichtig, ob die Mannschaft gut spielt? Zählt vielleicht nur das Drumherum? Die neue Halle? Die Atmosphäre? Der lustige Stadionsprecher? Die Antwort ist: Wir wissen es nicht. Aber eine andere Antwort lautet auch: Uns kann es egal sein. Denn für uns sollte es nicht wichtig sein, WARUM es in Dresden momentan "schick" ist, zum ESC zu gehen. Für uns sollte einzig und allein wichtig sein, DASS es in Dresden momentan "schick" ist, zum ESC zu gehen.

Wir sprechen vom "Event". Denn genau das ist es momentan, was sich einmal wöchentlich zwischen Herbst und Frühling in der Freiberger Arena abspielt. Wir haben jetzt natürlich keine Lust und auch keine Zeit, in endlosen Ausführungen über die "Eventisierung" des Eishockeysports rumzuheulen, denn das ist a) verschwendete Zeit und b) nicht zielführend. Außerdem machen das ja schon genug andere. Fakt ist, wir haben die Eventkultur in der Freiberger Arena und unsere Aufgabe ist es nun, uns darüber Gedanken zu machen, wie wir die positiven Aspekte der Eventkultur zur Verbesserung der Atmosphäre in der Halle nutzen und damit die negativen Aspekte möglichst klein halten können. Nur so geht es. Mit jeder anderen Marschrichtung werden wir wie viele andere Szenen in der kleinkarierten Mittelmäßigkeit stecken bleiben oder uns in der Kurve wieder gegenseitig volllöffeln.

Was also sind unsere Ziele für die kommende Spielzeit? Ziel muss es sein, einen Stil in der Nordkurve zu etablieren, der langfristig eine möglichst breite Masse an Fans für unsere Sicht der Dinge und für unsere Art von Support sensibilisiert. Eine bedeutende Rolle im Kurvenalltag sollen hierbei die Zuschauer einnehmen, die noch nicht oft beim Eishockey waren, vielleicht sogar das erste Mal beim Eishockey sind und entsprechend noch keinen allzu großen Bezug zum Verein haben. Die Seelen dieser Leute gilt es zu gewinnen. Die Menschen sollen sich nicht nur vom Sport, von den Zweikämpfen, von der Schnelligkeit gepackt fühlen, sondern ihr Herz auch wegen der einzigartigen Atmosphäre an den ESC verlieren.

Vor allem die Begeisterung Jugendlicher für den ESC sollte hierbei eine große Rolle spielen. Nachwuchs ist Zukunft und zudem sind es immer die Jugendlichen, die den größten Elan an den Tag legen, bei dem was sie tun. Dass ein solches Bemühen um die Dresdner Jugend ganz nebenbei auch die zukünftigen Zuschauereinnahmen absichert und die Dresdner Sozialarbeiter entlastet, kommt natürlich noch dazu. Sicherlich gibt es sinnvollere Sachen, als Dienstagabend nach Freiburg zum Auswärtsspiel zu fahren. Aber um Sinn in diesem rationellen Zusammenhang geht es ja auch nicht und sinnvoller, als Dienstagabend in Dresden-Reick leere Bierflaschen vor der Tankstelle auf den Bürgersteig zu schmeißen ist es allemal, oder? Die gemeinsamen Erlebnisse mit dem Verein, die bis zum heutigen Tag unsere eigene Jugend erfüllt und versüßt haben, diese Erlebnisse und die daraus entstandene Denkweise müssen also auch den nachrückenden und interessierten Kids greifbar gemacht werden. Es muss vermittelt werden, dass es nicht cool ist, wenn man mit Händen in den Hosentaschen dumm rumsteht, Kaugummi katschend dussliges Zeug in sein High-Tech-Handy eingibt oder die Nordkurve nur als Laufsteg benutzt. Hier ist durch aktives Vorleben Aufklärungsarbeit gefordert. Choreos basteln, 60 Minuten lang die Sau rauslassen, 1.000 km für ein Eishockeyspiel zurücklegen und das Zusammengehörigkeitsgefühl Gleichgesinnter erfahren, das ist cool.

Um das alles zu erreichen, müssen wir in der Kurve einige neue Dinge ausprobieren. Neue Wege beschreiten, alte, festgelaufene Wege verlassen. Um das theoretische Konzept ein bisschen greifbarer zu machen, haben wir nachfolgend einige ganz konkrete Punkte aufgegriffen, die unserer Meinung nach in die richtige Richtung gehen und entsprechend auch vom ersten Spieltag an von allen umgesetzt werden sollten. Hauptgedanke ist hierbei: Weg von dem standard- und routinemäßigen Leistungssupport "Lauter-brachialer-besser-(einfallsloser)", hin zu mehr Überraschungsmomenten, zu mehr Vielseitigkeit, weniger auf andere, mehr auf sich schauen, Platz für Ideen schaffen, Anreize schaffen, sich am Support zu beteiligen.

Als erstes soll hier das Thema "Fangesänge" erwähnt werden. Es ist uns aufgefallen, dass die bisher verfolgte Maxime "60 Minuten lang bedingungsloser Support" auf die breite Masse der Nordkurve einfach nicht zu übertragen ist und auch einige unschöne Begleiteffekte mitbringt. Das hat nichts mit irgendwelchen geografischen Standpunkten in der Kurve zu tun, sondern einfach mit der Mentalität des Kurvenvolkes. So stellt sich bei vielen Fans nach einiger Zeit des Supportes eine latente physische wie auch psychische Passivität ein. Man macht nicht mehr mit und ist schlimmsten Falles sogar unterschwellig genervt von den Dauergesängen der wenig verbliebenen Aktiven. Hier gilt es also Abhilfe zu schaffen. Unsere Zielsetzung für die nächste Saison ist es somit erst einmal, uns von dem ununterbrochenen Dauersupport zu verabschieden und zwischen den einzelnen Gesängen gewisse Pausen einzulegen. Im Gegenzug soll mit dieser Maßnahme mentalen Abnutzungserscheinungen bei den Fans vorgebeugt werden, mit der Konsequenz, dass dafür nach Momenten der Stille und des sich Sammelns die Motivation nicht nur bei 20 Leuten vorhanden ist, weiter zu singen und weiter zu schreien, sondern bei 200 Leuten (gerne auch mehr).

Aber auch die Wahl der Fangesänge ist ein wichtiger Aspekt, und hier vor allem das Kopieren von Liedern anderer Vereine. Das gebietet unserer Meinung nach einfach der Respekt gegenüber den Fans der Vereine, die sich die Gesänge ursprünglich ausgedacht haben. Natürlich sind wir realistisch genug, um zu wissen, dass es ganz ohne Abschauen nicht gehen wird und bereits unser jetziges Liederrepertoire unter diesem Gesichtspunkt stark ausgedünnt sein würde. Aber mit dem Abschauen und Kopieren sollte eben sparsam umgegangen werden. Das möchten wir anhand von zwei Anhaltspunkten verdeutlichen.

  • Neue Lieder des lokalen Fußballvereines sollten auf keinen Fall 1:1 für den ESC umgemünzt werden. Was Ende der 90er Jahre / Anfang des Jahrtausends von Dynamo zu den Eislöwen übernommen wurde, hat einen anderen Hintergrund und sich in Eishockeydresden zwischenzeitlich auch als eigener Fangesang bewährt. Bei diesem Liederstamm sollte man es diesbezüglich aber auch belassen.
  • Die neue Melodie sollte noch etwas Innovatives haben. Wenn ¾ der 1. Fußball-Bundesliga oder dreimal hintereinander die Gästefans in der Freiberger Arena schon zur selben Melodie singen, ist es nicht notwendig, dass man dasselbe Lied auch noch bei uns einführt und es dann noch als "neuen Fangesang" anpreist. Ein anderes negatives Beispiel ist das "Hey, das geht ab" von Hertha BSC. War das am Anfang noch ganz cool und wirklich kreativ, wurde es innerhalb kürzester Zeit in heftigster Form ausgeschlachtet und vermarktet, so dass es jetzt jeglichen Reiz verloren hat. Wenn wir sowas als neuen ernsthaften Fangesang einführen, zu einem Zeitpunkt, wo der Zauber des Liedes schon längst verflogen ist, werden wir dem Trend immer hinterherlaufen. Wir aber wollen selber Trends setzen.

Wir müssen wegen dieser selbst definierten Vorgaben natürlich nicht unser komplettes bisher bestehendes Liederrepertoire über den Haufen werfen. Aber es sollte langfristig schon darauf geachtet werden, dass möglichst wenig 0815-Schalala-Lieder und dafür viele melodische Rohdiamanten in der Kurve zu hören sind. Zudem besteht auch die Möglichkeit, bereits vorhandene, aber eingestaubte Lieder leicht zu variieren und so zu neuem Glanze zu verhelfen.

Auch die Stärkung der Lieder, die wirklich nur in Dresden zu hören sind, ist ein wichtiger Aspekt auf dem Weg, in Dresden etwas Unverwechselbares auf den Rängen abzuliefern. Stichwort "Babicka" oder spezielle Huldigungen an das Pack aus Niederbayern bzw. unsere östlichen Freunde.

"Profil schärfen" ist angesagt. Ziel soll sein, dass Dresden in Eishockeydeutschland für eine Vielzahl ganz besonderer supporttechnischer Eigenheiten bekannt ist. Wir wollen kein glattgebügelter Standardverein sein. Und wir als Outlaws Dresden wollen uns abheben von den unzähligen Sinnlosgruppen, die außer "ACAB", "Scheiß Kommerz" (um 5 Minuten später bei McDoof mal richtig zuzulangen), Rumgepöbel und schwarzen Gruppenpullovern nichts in ihre engen Schubladen reinbekommen. Das alles erfordert eine Menge Kreativität, weshalb auch alle Fans aufgerufen sind, sich Gedanken darüber zu machen, wie das "Erlebnis Nordkurve" noch origineller, noch spezieller, noch fanatischer, noch anderser gestaltet werden könnte.

Oh, ich schweife ab. Support war das Thema, Fangesänge waren das Thema. Hier wollen wir in der neuen Saison auch versuchen, neue Liedtexte offensiver in der Kurve zu verbreiten. Denkbar ist nicht nur die Veröffentlichung in der "DNI", sondern auch das Verteilen spezieller Handzettel.

Und wir werden in die Richtung gehen, sofern der Spielverlauf dies gebietet, unsere Fangesänge wieder verstärkt am Spielverlauf auszurichten. Das ist unserer Einschätzung nach auch ein großer Grund, warum es in der letzten Zeit kaum wirklich laut geworden ist in der Freiberger Arena. Im Gegenzug dazu sollte bei klaren Verhältnissen auf dem Eis (in welcher Hinsicht auch immer) auch die Bereitschaft in der Kurve vorhanden sein, dem Spielverlauf etwas weniger Beachtung zu schenken, was sich dann auch in den Inhalten der Fangesänge ausdrücken darf.

So, jetzt habe ich eine Menge zu den Fangesängen geschrieben. Die anderen Dinge, an denen sich unsere Kurve orientieren sollte, möchte ich nun etwas kürzer abhandeln.

  • Langfristig soll die Anzahl der Trommeln in der Freiberger Arena reduziert werden. Wir wollen weg von der Turnhallenatmosphäre und hin zur Stadionatmosphäre. Selber fällt es einem vielleicht gar nicht auf, aber jeder, der schon einmal die Spielberichte im Fernsehen auf das akustische Geschehen hin analysiert oder mal einen Querschnitt von Beurteilungen anderer Fans über Dresdner Supportleistungen gelesen hat, wird feststellen, dass momentan in der Tat ein ungutes Verhältnis Trommeln:Gesang/Klatschen vorhanden ist. Zudem bremst lautes Trommeln in der direkten Nähe auch unbewusst die Bereitschaft, aus der eigenen Stimme das Optimale herauszuholen, da der versteckte Gedanke Nährboden findet, es sei in der Ecke ja schon laut genug. Diejenigen, die überhaupt nicht auf ihre Trommel verzichten wollen, sind dazu angehalten, sich nicht überall in der Kurve zu verteilen, sondern einen zentralen Trommelumkreis festzulegen, um sich dort besser koordinieren zu können und die Gefahr von Taktwirrwarr zu minimieren. Ideal wäre es natürlich, wenn alle Trommler über ihren Schatten in die 1. Reihe der Nordwestkurve springen könnten, aber fürs erste würde es schon helfen, zumindest aus dem Nordosten alle Trommler in den Nordwesten zu lotsen. Und wenn es in einer Ecke der Kurve vom Support her erst mal richtig gut läuft, wird sich das auch auf den restlichen U14 übertragen. Das ist auch der Grund, warum wir nach wie vor alle supportwilligen Menschen dazu auffordern, ihre Kräfte im nordwestlichen Kurventeil mit uns zusammen zu bündeln.
  • Film- oder Videoaufnahmen aus dem Fanblock heraus für Videoportale im Internet sind kontraproduktiv. Der Eislöwen-Besucher soll von der Atmosphäre in der Nordkurve begeistert sein, weil er vorher nicht weiß, was ihn erwartet. Das gelingt aber nicht, wenn man sich auf dutzenden Youtube-Videos schon vorher anschauen kann, wie die Kurve aussieht, was in der Kurve gesungen wird und wie das Reihenhüpfen funktioniert.
  • Generell ist in jeder Hinsicht darauf zu achten, dass die Dresdner Fanszene nach außen hin einen intakten und homogenen Eindruck macht. So kann es zum Beispiel überhaupt nicht angehen, dass zu Auswärtsspielen mit wenigen Gästefans es vielleicht 30 ESC-Fans fertigbringen, sich im 500 Menschen fassenden Gästeblock so zu verteilen, dass trotzdem jede Ecke des riesigen Gästeblockes ausgefüllt wird. Wirkung auf das Heimpublikum? "Guck mal, die stehen in jeder Ecke verteilt. Die kennen sich gar nicht untereinander oder sind sich nicht grün miteinander. Von denen brauchen wir heute nichts Großes erwarten." Diese Außenwirkung gilt es zu verhindern. Auch der geschlossene, gemeinsame Marsch vom Bus/Bahnhof zum Stadion und das aktive Mitwirken bei Choreografien (trotz kurzzeitiger Sichtbehinderung) spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Zudem sollte ein jeder bemüht sein, vorhandenes Konfliktpotential über interne Wege zu klären und nicht den Weg der breiten Öffentlichkeit zu wählen. Es gibt tollere Dinge als den Gedanken, dass ein jeder Trottel von einem anderen Verein im offiziellen Forum tobende Schlammschlachten mitlesen kann.

Mit diesen Gedanken wollen wir in die neue Saison starten und sind guter Dinge, damit sowohl viele neue Eislöwenfans zu finden als auch die bestehende Fanszene (zusammen)wachsen zu lassen. Über Anregungen, Gedanken und Meinungen stehen wir natürlich jederzeit zur Verfügung.

Auf ins Jahr 2010!

Philipp - Outlaws Dresden


Bilanz Saison 2007/2008 - April 2008

Obwohl derzeit die Saison noch nicht vorbei ist, möchte ich mal ein ganz persönliches Resümee aus der Saison 2007/2008 ziehen:
Alles begann ja eigentlich mit dem schlimmsten Tag eines jeden Fans, dem Abstieg aus der 2. Bundesliga. Aber es wäre ja nur halb so schlimm gewesen, wäre da nicht der Gegner gewesen. Der ESW!!! Abstieg gegen einen Rivalen, welch eine Schande für jeden einzelnen.
Was hatte man nicht alles versucht, diesen Augenblick zu umgehen, vom Trainerwechsel bis hin zu Spruchbändern und Gesprächen der Fans. Alles half nicht, runter ging's.
Auch die Zukunft der Outlaws Dresden stand unter einem nicht so rosigen Stern. Wieder mal verließen einige alteingesessene Leute die Landeshauptstadt, wiedereinmal stand die Frage, wie geht es weiter, wenn ein Großteil der "Führungsetage" abwandert? Fragen über Fragen, die erst alle nach und nach im Sommer beantwortet wurden.

Neben dem Abstieg, stand nun auch noch der Umzug in eine Kommerzarena auf dem Plan. Eine weitere Unbekannte erwartete uns. Eins stand fest, man musste mit vielen Einschränkungen rechnen.

Der Sommer ging, der Herbst kam, aber so richtig vorwärts ging es bei den ODs nicht. Man stand in der Nord/Westkurve der sogenannten Nordkurve. Daneben ein befreundeter Fanclub und auch die sonst üblichen Gestalten versammelten sich auf dieser Seite. Keine schlechten Voraussetzungen für einen guten Support sollte man meinen. Aber alles kam anders. Frust machte sich breit in der Gruppe. Schlechte Stimmung, keine Choreos, viele Kommerzfans im Block, Unstimmigkeiten in der Gruppe, usw. Alles Dinge, die nicht gerade für eine starke Gruppe sprechen. Gute Heimauftritte wie gegen Rosenheim und Rostock blieben die Ausnahme. Aber auch Auswärts war nicht unbedingt der Renner. Leipzig vielleicht, aber sonst eher Magerkost.
Mit dem Spiel in Nauheim sollte alles anders werden. Man beschloss, mal wieder geschlossen aufzutreten. Viel Mundpropaganda wurde betrieben und so fuhr man mit einem guten Haufen nach Nauheim und setzte mal wieder ein Ausrufezeichen in allen Belangen. Gestärkt durch diesen Auftritt sollte es nun weiter gehen, aber die nächste kalte Dusche wartete nicht lange. Auflösungsvorschläge machten die Runde, ein schlechtes Klima unter bestimmten Mitgliedern und fehlende Motivation der Gruppe standen im Raum. Gesteckte Ziele wurden nicht erreicht und es stand die Frage: Wie geht es weiter mit den Outlaws Dresden?

Zum Glück aus heutiger Sicht entscheid man sich fürs Weitermachen. Aber es war für viele ein Ausrufezeichen, dass es so nicht weiter gehen konnte. Zusammenreißen und zusammenarbeiten war angesagt, manchmal leichter gesagt, als getan. Aber schließlich hatten wir alle ein Ziel und eine Einstellung zu diesem Verein und unserer Gruppe. Die nächsten Spiele selbst verliefen weiterhin größtenteils ereignislos, zumindest nicht so, wie man es sich vorstellte. Aber die Gruppe fand wieder zueinander. Es wurde wieder mehr geredet, mehr unternommen und auch neue Projekte wurden ins Leben gerufen. Im Februar lud man alle Fanclubs zur einer Sitzung ein, damals unzufrieden über das Ergebnis und das Verhalten einiger Mitglieder, muss man knapp 3 Monate später festhalten, dass zumindest Teilerfolge zu verzeichnen sind. Die Nordkurve war und ist ein voller Erfolg geworden, auch die Unterstützung des Vereins bei Choreovorbereitungen ist wieder vorhanden, nachdem ein halbes Jahr Funkstille herrschte.
Man unternahm die erste Mottofahrt nach Rostock, die ebenfalls sehr positiv endete und vor allem: Man trat wieder als Gruppe im Stadion auf. Die Zeit bis zu den Play-offs galt es zu überwinden und Spiele wie gegen Hannover waren erste positive Anzeichen für eine gute Atmosphäre für die Play-offs.

Was aber danach passierte, ist wirklich lobenswert und auch erwähnenswert. Die wichtigsten Wochen standen vor der Tür, mit Ziel Wiederraufstieg in die 2. Bundesliga. Leider nicht ohne etwas Ärger in der Gruppe. Aber auch hier wurde sich zusammen gesetzt und diskutiert. Positiv, dass auch die auswärtigen Mitglieder zu dieser Sitzung erschienen und so auch das Gruppenbild stärkten. Danach, muss man sagen, arbeitete die Gruppe so, wie man sich es halt fast vorstellt. Zu jedem Spiel wurden verschiedene Aktionen geplant und durchgeführt. Viel Zeit und Geld wurde von den jeweiligen Mitgliedern investiert und in mühevoller Arbeit wieder mal ein paar Ausrufezeichen zu setzten. Aber auch außerhalb der Halle vollzog sich Positives. Regelmäßige Treffen für jedermann, stärkten das WIR-Gefühl.
Aber zurück in die Halle. Auch dort muss man mal sagen, dass sich die Kurve zu 180 Grad gedreht hat. Teilweise steht das ganze Stadion und zieht mit. Zwar ist auch hier noch viel Luft nach oben, aber eine Verbesserung ist nicht abzuweisen, auch wenn es Play-off Spiele sind.

Nein, Leute, die letzten Wochen und Monate waren sehr wichtig für diese Gruppe. Neben der Sonnenseite, wird es auch immer eine Schattenseite geben, aber wenn man überlegt, wie es um die Gruppe zwischen September und Dezember/Januar stand und wie es jetzt läuft, muss man echt auch mal den Hut davor ziehen. Vor allem wenn man bedenkt, dass ein Großteil der alten Garde nicht mehr in Dresden ist und die Aufgaben auf den "Neuen Schultern" der Outlaws sitzen.
Die ODs sind wieder ein Gesprächsthema, sind wieder präsent und versuchen ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Es wird immer Rückschläge in der oder für die Gruppe geben, aber am Ende bleibt zu hoffen, das es weiter (wieder) bergauf mit UNS geht. Möge das Saisonziel erreicht werden und lasst uns nächste Saison ein weiteres Ausrufezeichen in Liga 2 setzen.

In diesem Sinne

Christian


Zwischenstand - Dezember 2007

Ein Großteil der ODs ist derzeit quer über die Republik verstreut, so dass eine Stagnation bzw. sogar Negativentwicklung nicht zu leugnen ist. Die gesteckten Ziele und eigenen Ansprüche können z.Z. zumindest nur teilweise erfüllt werden. In welcher Form und mit welcher Konsequenz es weitergeht, wird die Zukunft zeigen.



Gründungsgedanken der Outlaws Dresden - Dresden im Mai 2006

Die Outlaws Dresden gründeten sich im Herbst 2005 mit dem Ziel, Stimmung und Farbe in die Dresdner Eishockey-Szene zu bringen.

In den letzten Jahren ging es sportlich mit den Dresdner Eislöwen kontinuierlich bergauf. Nach dem Aufstieg am grünen Tisch in die damalige Oberliga Nord vor der Saison 1999/2000 konnte man sich in den folgenden Jahren als feste Größe in Deutschlands dritthöchster Spielklasse (wie auch immer sie sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten nannte) etablieren. In der Saison 2004/2005 gelang nach mehreren Versuchen endlich der sportliche Aufstieg in die 2.Bundesliga, in welcher man es gleich in der ersten Spielzeit bemerkenswerter Weise bis ins Halbfinale schaffte.

Dem sportlichen Erfolg zum Trotz ging es allerdings mit der Stimmung in Dresdens Eishalle immer weiter bergab. In den vergangenen zwei Jahren gab es bis auf wenige Ausnahmen (z.B. die Aufstiegs-POs gegen Hannover) kaum mehr die berühmte Gänsehautatmosphäre. Auch die optische Unterstützung, mittlerweile in vielen Eisstadien der Republik gang und gäbe, ließ sehr zu wünschen übrig. Hier versprach die Dienstagsbastelstunde von Mitgliedern diverser Fanclubs Lichtblicke zu setzen, doch leider entwickelte sich diese nicht wie gewünscht und das Projekt Choreos drohte mit fortschreitender Zeit gänzlich einzuschlafen.

Der Gedanke für eine Art übergeordneter Vereinigung Supportwilliger entstand schon vor der ersten Zweitliga-Saison. Allerdings wollte man zuerst durch aktives Engagement zu überzeugen wissen. Bei vielen neuen, ähnlich gearteten Gruppierungen anderer Vereine steht am Anfang erstmal nur das eigene In-Szene-Setzen und Profilieren. Um derartigen "Vorwürfen" gleich entgegenzuwirken, beteiligten sich die Gründungsmitglieder an wichtigen Projekten der Dresdner Eishockeyfans in der Saison 2005/2006. So wurde ein Hauptteil der Sonderzugorganisation von einigen Mitgliedern der Outlaws bestritten. Die dazugehörige Choreo - eine 110-qm-Blockfahne - wurde ebenfalls von uns übernommen. Durch weitere Projekte, sowie der aktiven Anwesenheit bei allen Heim- und Auswärtsspielen konnte man sich eine gewisse Vertrauensbasis seitens der anderen Dresdner Eishockeyfans erarbeiten.

Die Outlaws Dresden sind kein offizieller Fanclub der Dresdner Eislöwen und verstehen sich auch nicht als solcher. Von den derzeit etwa 15 Mitglieder ist der Großteil in diversen Fanclubs aktiv. Das Hauptziel der Outlaws besteht nicht darin, eine möglichst hohe Mitgliederzahl zu erreichen oder etablierten Fanclubs die Mitglieder streitig zu machen. Vielmehr steht die aktive und kreative Unterstützung der Mannschaft bei allen Heim- und Auswärtsspielen an erster Stelle.

Der eigene Name zählt dabei wenig. Wichtig ist, was am Ende dabei heraus kommt.

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Seit dem 17.11.2008