Outlaws Dresden

31.01.2015
ESC Berlin 2007 - Junge Wilde
2:3 n.P.

(Pumuckl) Für ein Regionalligaspiel der Jungen Wilden in Berlin, welches Samstagabend 19:30 Uhr beginnt, kann man schon einmal um halb vier in der Früh aufstehen. Das dachten sich zumindest drei Nasen, welche nach drei Stunden Schlaf den ersten Linienbus in die Hauptstadt nahmen, um dort vor dem abendlichen Eishockeyhighlight noch etwas Ballgeschubse zu hoppen. Dies war zumindest einigermaßen von Erfolg gekrönt, immerhin fiel lediglich ein angepeiltes Spiel dem Schnee bzw. dem arbeitsfaulen Platzwart der VSG Weberwiese zum Opfer. Wenigstens die C- und E-Jugend des SV Empor Berlin zeigten Spielwillen und Einsatz im Jahnsportpark und auch zwei Halbzeiten auf dem Kunstrasen auf dem Dach des Großhandelsmarktes am Ostbahnhof konnten mitgenommen werden.

Dabei konnte zudem die Arbeitsphilosophie aka kriminalistische Erfahrung der Berliner Polizei am eigenen Leib beobachtet werden. Während stiernackige BFC-Module unbehelligt zum Spiel gegen Lok durch den Ostbahnhof strömen, macht man sich als unscheinbare sächsische Reisegruppe stark verdächtig, wenn man zu oft ein und dasselbe Scheißhaus aufsucht. Was folgte, war eine intensive Personenkontrolle, bei der es den örtlichen Polizeibullen aber egal war, dass der einzige Minderjährige in der Runde Aufkleber, Sturmhaube und Schnaps dabei hatte. Immerhin erfolgte der Zugriff nach dem Geschäft, sonst hätte der Einsatz sicher nicht so glimpflich geendet.

Nachdem noch einige Zeit in einer Kneipe am Ku'damm herumgebracht wurde, ging es zur Eishalle am Glockenturm, wo das freudige Aufwärmen der Jungen Wilden beobachtet und dem eigenen Gemüt etwas Entspannung zukommen gelassen wurde. Um 19:00 Uhr startete auf der Nebeneisfläche ein Landesligaspiel zwischen den Berliner Bären und dem SC Charlottenburg, dessen erstes Drittel wenigstens fast vollständig beobachtet werden konnte. Zur Freude der alten Hasen konnte Aufstiegsheld Jan Schertz im Dress der Bären entdeckt werden, was gleich Erinnerungen an eine Pöbelei in der Deutschlandhalle vor etlichen Jahren wieder aufkommen ließ. Aber wir waren ja für Blau-Weiß unterwegs, so dass wir uns schleunigst in die Haupthalle begaben. Pünktlich zum Anpfiff hingen dann auch die drei mitgebrachten Zaunfahnen, hinter denen sich die nun auf sechs Leute angewachsene Reisegruppe versammelte.

Diese sah ein recht unterhaltsames Spiel, in dem die Jungen Wilden die klar besseren Chancen hatten, es aber sträflich versäumten, die Überlegenheit in etwas Zählbares umzuwandeln. So kam es, dass die Berliner in der achten Minute durch Heulsuse in Führung gingen, welche Buschbeck aber dreieinhalb Minuten später wieder ausgleichen konnte. Trotz zahlreicher Möglichkeiten und etlichen Überzahlsituationen gelang im weiteren Spielverlauf erst einmal kein Tor. Zwei Minuten vor Spielende kam es dann, wie es kommen musste. Berlin schießt das 2:1 und der Dresdner Pöbel ist ordentlich am Abkotzen und Sitzlehnentreten. Aber der Eishockeygott mag Reisende anscheinend sehr, denn drei Sekunden vor Abpfiff konnte Robert Zimmermann den Ausgleich markieren und sorgte so für kollektives Ausrasten auf dem Eis und auf den Rängen. Geiler Scheiß, der im direkt darauf folgenden Penaltyschießen noch gekrönt werden konnte. Nach etwas Feierei ging es geschwinden Schrittes und begleitet von ekligem Schneeregen in Richtung ZOB, von wo aus uns der Linienbus zurück in die schönste Stadt der Welt brachte.

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