Outlaws Dresden

28.01.2012
Crimmitschau - ESC Dresden Jugend
X Zuschauer, davon X Dresdner

(Marko)

In zwanzig Stunden von Dresden nach Leipzig bis Ilmenau, anschließend nach Crimmitschau und über Chemnitz wieder nach Dresden

Samstagmorgen um 4:00 Uhr, der Wecker klingelt bereits zum dritten Mal und es ist Zeit aufzustehen. Andere kommen jetzt nach Hause und gehen ins Bett, für mich geht es nun in die entgegengesetzte Richtung. Also duschen, Rucksack packen, Beutel vollstopfen und los geht es. Oh kalt draußen, auf dem Weg in Richtung Bahn kommen einem ein paar lallende Jugendliche entgegen. Die Party war sicher gut, oder auch nicht, egal. Rein in die Bahn und ab in Richtung Hbf. Ein Pärchen steigt ein, sie ne Flasche Wein in der Hand, er lallt irgendwas, es wird gewettet. Um sage und schreibe 5,- Euro, ist das erlaubt? Wenn es am Bahnhof noch was zu essen gibt, gewinnt er, wenn nicht, sie. Er bekommt die Flasche, setzt an, ein oder zwei Tropfen, die Bahn fährt weiter, er setzt wieder an, noch ganze zwei Mal, die Flasche ist da schon längst leer. Ein Typ. Zehn vor sechs, Hauptbahnhof Dresden. Es hat noch nichts auf, doch der Zeitungsladen, also rein und bisschen aufwärmen und außerdem kann man so noch schnell die neusten Ergüsse der professionellen Presse begutachten. Gekauft wird nichts. Nun ein Blick zur Anzeigetafel, der Zug steht natürlich nicht dran. Aber ein anderer, fährt neun Minuten eher los, hat aber wiederrum einige Minuten Verspätung, ah das muss er sein. Wasn da los? Also nochmal die Verbindung am Automaten raussuchen lassen, wieder die spätere geplante Zeit, naja. Zum Glück hatte man die Straßenbahn früher genommen, Deutsche Bahn, kopfschüttel. Eine größere Gruppe Jugendliche kommen einem entgegen. Mit Tüten voller Backwaren, oh fetzt, schnell hin. Der erste Bäcker macht also um sechs auf, sehr schön. Ich frage mich kurz, wer von beiden Gestalten mit dem vielen Wein aus der Straßenbahn denn nun die Wette gewonnen hat. Kaffee und Teilchen früh um sechs, Weltklasse. Nun aber ab in den Zug. Unterwegs dann den Rucksack und Beutel durchsucht, alles Wichtige dabei und ein wenig Nahrung aufgenommen sowie den lebenswichtigen Kaffee.

In Leipzig raus und der ab jetzt Mitreisende wartet auch schon auf einen, sehr schön. Noch kurz ab zum Burgerbrater, Morgentoilette und so. Angetrunkene Gestalten überall, wieder mal Partylaune, einer entblößt sein Hinterteil, aber vollkommen ohne Stil, schäm dich! Also ab in den nächsten Zug nach Halle. Dort dann ein wenig Aufenthalt und so steht man etwas in der Haupthalle rum. Ein Trupp grüne Freunde haben wieder irgendwas Wichtiges zu tun und lassen sich Zugzeiten durchgeben. Stolz steht der Papa mit der Mutti im HSV Outfit und wartet auf irgendetwas, süß. Und was passiert nun? Genau, ein Trupp angetrunkener Leute kommt einem entgegen. Torkeln, ein Mülleimer kippt fast um, Gelapp ohne Sinn und Verstand und ne Quotenfrau dabei. Also ab zum Bahnsteig, der Zug steht schon da, sehr schön. Also rein und gemütlich gemacht. Nun steigt die Spannung und jegliche Hemmungen fallen, das erste Bier wird geöffnet, kurz nach Viertel neun, so muss das sein.

Unser nächstes Ziel heißt Neudietendorf und wir haben noch einige Zeit. Also ab ins Dorf/Stadt… was auch immer. Was gibt es hier? Ah, einen Getränkemarkt, sehr schön, also gleich noch die Vorräte angemessen aufgestockt. Daneben der Sport-Club 2000, wohl ein Ort zum Trainieren, Streetfighter und so… Noch ein wenig durch den Ort geschlendert und schließlich nach unzähligen Ecken und nur aufgrund von ausreichend Elan das Zinsendorfhaus entdeckt, Zinsendorf, Moment, schon mal gehört, wer war das noch gleich? Ein Adeliger und Reformer, Johannes von Zinsendorf oder so , keine Ahnung. (Anmerkung der Redaktion: Nikolaus Ludwig von Zinsendorf war der Gründer der Herrnhuter Brüdergemeinde). So. die unzureichende Geschichtsstunde war beendet, ist nicht meine Zeit. Ab in den Zug und auf nach Ilmenau, wo man pünktlich ankam und man nur ungefähr drei Minuten zu Fuß bis zur Eishalle laufen musste. Das erste Spiel unserer Kleinschüler hatte gerade begonnen. Schnell noch paar Fahnen aufgehangen und den 19:2-Sieg gegen Sonneberg angeschaut. Anzumerken ist, dass die übereifrigen Eltern aus Sonneberg sehr gut bei der Sache waren und die beiden Tore wie Siege feierten, dabei verzichteten sie auch auf sinnlose Pöbeleien gegenüber den eigenen Spielern und dem Gegner, sondern vielen durch permanente Ermunterung der eigenen Jungs auf, sehr angenehm, dies kennt man auch ganz anders. Nun noch etwas die kleine, aber sehr hübsche Halle begutachtet und natürlich den Nachwuchseltern-Kuchenbasar abgeräumt. Bier und selbstgebackener Kuchen, lecker. Das zweite Spiel wurde gegen die Eisbären leider knapp mit 2:3 verloren, aber man war immer dran und lieferte eine solide Leistung ab, weiter so. Nun wurde es auch langsam knapp und wir mussten weiter, also schnell zusammengepackt und ab zum Zug. Einfach genial die Nähe der Eishalle zum Bahnhof. In Neudietendorf gab es dann einen erneuten Aufenthalt inklusive Begutachtung der geschlossenen Bahnhofskneipe. Dann kurzer Kontakt mit Hansa. Hansa verlor natürlich. Nun stand eine längere Fahrt direkt bis Crimmitschau an und unterwegs durfte nun der Onkel Faxe vorbeischauen. Draußen konnte man währenddessen in aller Ruhe die vorbeiziehende schneereiche Winterlandschaft genießen. Sehr hübsch.

Angekommen in Crimmitschau hatte man noch eine halbe Stunde Zeit um noch pünktlich zum Spiel da zu sein. Also Beine in die Hand genommen und ab zum Eisstadion. Unterwegs konnte man zahlreiche Aufkleber aus Dresdner Hand erspähen, wunderbar. Pünktlich traf man ein und hing einige Fahnen auf. Zur Stärkung gab es nun für jeden eine Möhre und natürlich ein Bier. Nach der chancenlosen Niederlage beim ersten Spiel im November des letzten Jahres konnte heute ein sehr ausgeglichenes Spiel betrachtet werden, wobei besonders beide Torhüter eine sehr gute Leistung ablieferten. Es ging vom Anfang bis zum Ende hin und her und keinem Team sollte der entscheidende Treffer gelingen. Das Penaltyschießen musste also entscheiden und Max Kessinger beendete kalt wie eine Hundeschnauze das Spiel mit einem geilen Treffer. Apropos, im Laufe des Spiels wurde es kälter und kälter und man war froh, als man nach ausgelassenem Jubel den Rückweg zum Bahnhof antreten konnte. Zwei Punkte gegen den Abstieg geholt, sehr gut Jungs.

Unterwegs stand noch das übliche Aufstocken der Vorräte an und der bereits bekannte Dönermann erkannte unseren Helden wieder, welche gern mal volle Flaschen Bier im Beutel in besagter Lokalität auf dem Boden verteilt. Aber diesmal blieb alles ruhig und wir konnten ohne Verluste mit der Beute von dannen ziehen. Die Körperwärme nahm beim Laufen wieder zu und man konnte sich am Bahnhof noch an diversen Anti Nazi Schmierereien erfreuen. Rein in den Zug und nach wenigen Minuten stand der übliche Stop in Zwickau an. Wie immer ging es kurz raus zum Spielen und den Rest verbrachte man in der gewärmten Wartehalle, wo der Sturm auf die Information leider kläglich scheiterte. Also schön weiter im Sport-Club trainieren meine lieben Streetfighter! Die örtliche Mitropa hatte auch schon seit Jahren geschlossen, naja. Auf dem letzten Teilstück wurde nun ein letztes Bier gemeinsam geleert und das sensationelle Sachsenticket mit zahlreichen Malen der Schaffnerschaft bewundert. In KMS wurde dann der Mitreisekollege verabschiedet und es ging weiter in Richtung Landeshauptstadt.

Geschlafen haben wir nicht, nicht das wieder eine übermotivierte ältere Pförtnerkeulin fragen könnte: „Will er ni?“. Man will ja keine Angriffsfläche bieten. Naja, paar Minuten auf dem Rückweg, was soll man auch allein machen. Hat aber keiner weiter mitbekommen. Dresden Hauptbahnhof, wieder da. Schnell raus zur Straßenbahn, 27 Minuten Wartezeit. Alles andere hätte mich auch gewundert. Dann der Gedanke, dass es genau so sein muss. Also wieder rein ins architektonische Wundergebäude und kurz aufwärmen. Angetrunkene Menschen, teilweise gute Partylaune, ein paar Typen stellen ne leere Flasche auf den Boden und werden direkt darauf vom Sicherheitsdienst ermahnt, der Typ nimmt die Flasche nun natürlich mit, guter Junge, beim Burgerbrater kontrollieren drei Polizeibeamte gerade zwei wohl ausländische Mitbürger, gute deutsche Beamte, alles wie immer. So nun ist die Bahn auch da und es geht zurück in den geliebten Stadtteil, ausgestiegen, oh ganz schön kalt, die Straße runter, ein Auto hält und eine Gestalt steigt aus, ein herzliches lautes Tschüss ertönt und das Auto fährt davon. Mensch, den kennste doch, mein Nachbar. Guten Abend u.s.w. und dann endlich wieder in der heimischen Wohnung, über zwanzig Stunden unterwegs, einen geilen Tag gehabt, ab ins Bett, geht dann gleich wieder auf Arbeit. War ne super Tour, ein Dank an den Mitfahrer, ein Gruß an Sven B. und ein herzliches Fick dich! an tanngrinsmir!

Ihr im Internet, wir im Stadion!

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