Outlaws Dresden

05.01.2016
Wölfe Freiburg - Dresdner Eislöwen
4:2 (0:1,2:0,2:1)
Zuschauer: 2.230 (ca. 20 Dresdner, 20 Aushilfsdynamos, 20 Mal Staats"macht")

(Pumuckl) Freiburg auswärts, mitten in der Woche. Die Spielplanersteller meinten es mal wieder besonders gut mit uns, denn man muss schon eine gute Mischung rauchen, um das am weitesten entfernte Auswärtsspiel der Saison auf einen Dienstagabend zu legen. In Anbetracht der allgemeinen Motivation zur Unterstützung des "Teams" und der Tatsache, dass in Sachsen der 06.01. eben kein Feiertag ist, rechnete man schon mit einem gemütlichen Abend auf der heimischen Couch, bevor sich kurzfristig doch noch eine Reisegruppe bestehend aus fünf Leuten FCR, BWC und OD05 zusammenfand, die bei bestem Wintersauwetter früh um 11 das Auto in Richtung Breisgau bestieg. Schön im Kuschelmodus und mit dem einen oder anderen alkoholischen Getränk in der Hand ging es für die lustige Runde recht zügig über die Autobahnen Deutschlands. Sieht man von der bewusst herbeigeführten Beinahekollision mit dem Mannschaftsbus der westsächsischen Leichtmatrosen ab, verlief die Fahrt relativ problemlos und so erreichten wir anderthalb Stunden vor Spielbeginn und bei frühlingshaften Temperaturen die Franz-Siegel-Halle zu Freiburg.

Hier war schon gut was los und zur allgemeinen Verwunderung trat auch die örtliche Staatsmacht mit mehreren Mannschaftswagen auf den Plan. Da wir keine Lust auf Herumlungern auf dem Parkplatz hatten, wurden an der örtlichen Tankstelle Erkundigungen eingeholt, wo man denn hier gepflegt ein Rothaus trinken kann. Zwei Kneipen standen zur Auswahl, wobei laut schwer zu verstehender Auskunft des Tankwarts eine davon wohl akute Probleme mit Vanilleeis bzw. der Abwesenheit von selbigem hat. Also mit einigen Wortspielen auf den Lippen rein in den West-Treff und eine Runde Pils geordert. Gleich kam man mit den anwesenden Einheimischen ins Gespräch, welche überaus entzückt von unserer Heimatstadt waren, diese selbst erst vor kurzem besuchten und uns darauf erst einmal die Getränke spendierten. Nicht schlecht - in anderen Städten wird man als Dresdner ja auch mal rüde vom Scheißhaus gejagt.

Kurz vor Spielbeginn besorgten wir uns Karten und betraten nach mehrmaligem Weiterschicken von Eingang zu Eingang den Gästebereich. Dieser hat sich seit meinem letzten Besuch vor acht Jahren nicht weiter geändert, außer dass jetzt alles etwas mehr eingezäunt ist und die rustikale Deckenkonstruktion durch Metallstreben stabilisiert wird. Die insgesamt ca. 20 anwesenden Beamten im Staatsdienst schauten etwas bedröppelt, rechnete ihr Dienstherr wohl anscheinend mit größerem Krawallpotenzial, bekam dafür aber nur fünf gut gelaunte Action Heroes aus Dresden, einige Umland-Eislöwen und ein wenig Dynamo-Pöbel geboten. Uns sollte es egal sein, Zaunfahnen aufgehangen, einige kleine und einen großen Schwenker ausgerollt und ein paar Schlachtrufe geträllert. Dank freundlichem Personal am Zapfhahn war die Versorgung mit Rothaus, Weinschorle und anderen Köstlichkeiten zu jeder Zeit gesichert, sodass wir durchaus optimistisch auf die kommenden 60 Minuten Spitzensport blickten.

Diese fingen dann auch recht positiv an, Kruminsch (Arturs, nicht Artur!) brachte uns mit 1:0 in Führung und die fünf + X Leute im Gästeblock dürften auch das eine oder andere Mal im Heimbereich gehört worden sein. Die Eislöwen wären aber nicht die Eislöwen, wenn sie ihre zahlreichen Chancen nicht liegen lassen würden und stattdessen im zweiten Drittel nicht nur den Ausgleich, sondern auch einen Zwei-Tore-Rückstand fangen würden. Tolle Wurst, aber eben konsequent, wenn keiner im "Team" die Eier hat, Verantwortung zu übernehmen und Spielwitz zu zeigen. Stattdessen bekommt man zwar engagiertes, aber relativ harmloses Puckherumgeschiebe und Schüsse von der blauen Linie auf den an diesem Tag gut aufgelegten Freiburger Goalie Boutin geboten. Da war es schon glasklar, dass man nach dem Anschlusstreffer kurz vor Spielende bei zusätzlichem Spieler auf dem Eis nicht etwa den Ausgleich erzielt, sondern direkt das Empty Net fängt. Zum Kotzen! Freiburg nun natürlich gut am Feiern. Nach 60 Minuten gelang es Hightower mit seiner Flüstertüte endlich mal mehr als die direkt vor ihm stehenden zwei Personen zum Supporten zu animieren. Unsereins pöbelte derweil in Richtung "Team", hatten doch nur wenige Spieler den Anstand, sich für die mitten in der Woche heruntergespulte Reiseleistung von 1.400 km Wegstrecke bei den Fans zu bedanken. Arrogant, charakterlos, peinlich - wir werden in dieser Saison garantiert keine Freunde mehr.

Die Rückfahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse, einzig der aufziehende Nebel sorgte für etwas Spannung, bevor man gegen 04:00 Uhr wieder zurück in Dresden war. Und nun freuen wir uns alle auf das Spiel des Jahres am kommenden Samstag - die DNL2-Mannschaft empfängt um 10:30 Uhr den ESW, wie immer bei freiem Eintritt in der heimischen Eisarena.

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