Outlaws Dresden

04.12.2015
Eispiraten Crimmitschau - Dresdner Eislöwen
6:2 (1:1,2:1,3:0)
Zuschauer: 2.596 (ca. 350 Dresdner)

Des Kaisers erste Auswärtsfahrt

(Roman Dichter) Das Königreich Fuchshausen bestach beim letzten Aufeinandertreffen mit einer besonders eindrucksvollen Choreographie nie dagewesenen Ausmaßes. Völlig überwältigt von dieser kongenialen Idee und deren grandioser Umsetzung wollten wir dem unbedingt nacheifern. Für den passenden Einfall brauchte es nur einen kurzen Entwurf, welchen man nicht einmal als Brainstorming bezeichnen kann und auch das Design stand noch am selben Abend fest. Unwissend wie wenig Aufwand und Arbeit in diesem Vorhaben stecken sollte, startete man am darauffolgenden Montag direkt mit den Vorbereitungen. Dass die zeitliche Ansetzung eindeutig übertrieben war, bemerkten die vier Bastler gegen 22 Uhr. Grundfolie, Konterfei, Buchstaben.. Alles schon fertig und geklebt. Da diese Choreo etwas ganz Besonderes für uns war und wir uns auch nicht wie sonst üblich sehr viel Mühe gegeben hatten, wurde sie auf den liebevollen Namen "Bums-Choreo" getauft. Die Krönung, welche dem Ganzen jetzt noch die Krone aufsetzte, folgte am zweiten Basteltag, während nebenbei schon an der nächsten Choreo gearbeitet wurde. "Eine Stunde geklebt, vier Stunden gesoffen - Choreo von WSW übertroffen!". Gut, die Zeitangabe ist dann vielleicht doch nicht so ganz korrekt. Vier Stunden geklebt und eine gesoffen, ist da wohl näher an der Realität dran. Obwohl, getrunken wurde schon ziemlich viel?!

Mit dem Kaiser im Gepäck ging es Richtung Westen.
Nicht im Gepäckraum, nein auf dem Sitz, reist seine Hoheit doch am besten.
Sein recht zerknittertes Gesicht
deutete auf den Erste Klasse-Verzicht.
Doch als sein Sitznachbar kann ich nur sagen:
vom Kaiser kamen keine Klagen.
Von Arroganz gar keine Spur,
etwas breit, das war er nur.
Raus aus dem Bus und zum Eingang getragen,
nach Vergabe der Tickets, es kam zu Sicherheitsfragen.
Des Kaisers Besuch sei nicht abgesprochen,
hat sich Lord Kacke fast einen abgebrochen.
Nach Entwarnung einer Crimmitschauer Heiligkeit,
ließ uns gewähren der Mann von der Sicherheit.
Doch nicht ohne noch einmal zu fassen
in des Kaisers leere Taschen.
Der Kaiser fiel nicht weiter auf, blieb lieber bescheiden,
wollte sich nicht gleich dem pöbelnden Bauernvolk zeigen.

Kurz vor dem Bully, es gab kein Halten,
begann sich der Kaiser in voller Größe zu entfalten.
Der Kaiser wuchs über sich hinaus,
in blau und weiß, welch Augenschmaus.
Das erste Tor nach acht Minuten,
Patrick Baum trifft für die Guten.
Das nächste Tor dann recht kurios.
Wie schildere ich den Vorfall bloß?
Die Eispiraten im Vorwärtsdrang,
der Puck den Weg über die Linie wohl fand.
Doch der Schiri sah es nicht, was das Spiel nicht unterbricht.
Die Löwen konterten eiskalt, 2:0, so ist das halt.
Das Spiel jetzt unterbrochen,
im Lager der Schiris wurde sich besprochen.
Im entscheidenden Moment
hatte ein Schiedsrichter wohl kurz gepennt.
Deren Beratung ließ verlauten,
dass die Eislöwen ihre Führung nicht ausbauten.
Denn der Puck, er war zuvor
doch schon versenkt im Löwentor.
Uhr und Spielstand korrigiert,
bis zur Pause ist nichts mehr passiert.
Im Vorbeigehen, wohl beim Gang auf's Klo,
offenbarte uns Foto-Diva sein beschränktes Niveau.

Weiter ging es mit Spielabschnitt zwei,
Mirko Sacher heut mit der #77 dabei.
Mit dieser drehte er so seine Runden
und hatte einen Weg am Torhüter vorbei gefunden.
Das 2:1, die Führung zurück,
im Gästeblock man tanzte vor Glück.
Der erneute Ausgleich ließ nicht lang auf sich warten,
keine fünf Minuten später trafen wieder die Eispiraten.
Kurz vor der Pause, es sollte einfach nicht sein,
fingen sich die Dresdner Löwen auch noch den Rückstand ein.

Das änderte sich auch nach der Pause nicht,
der Blick auf den Spielstand, ein Schlag ins Gesicht.
Die Piraten erhöhten auf 4:2,
erst nach dem 6:2 war das Spiel endlich vorbei.
So richtig hat es keiner kapiert,
warum man in dieser Höhe gegen Crimme verliert.

Bitter enttäuscht und etwas unter Schock
verließen wir den Gästeblock.
Zurück zum Bus, wir war'n frustriert,
hatten uns soeben gegen Crimmitschau blamiert.
Am Bus zogen pöbelnde Kutten vorbei,
doch hatten sie diesmal keinen Handfeger dabei.
Die Heimfahrt eigentlich Routine,
wenn man als Busfahrer die "normale Abfahrt" bediente.
Alkoholgenuss und Frust vom Spiel,
war für eine Person anscheinend zu viel.
Ständiges Meckern und Gemotze führten dazu,
dass der Herr am Steuer sich beleidigt fühlte im Nu.
Eine beherzte Bremsung, jedoch ohne quietschende Reifen,
und es kam zum Stillstand auf dem Standstreifen.
Eine Aussprache führte nicht herbei,
die vorher angedrohte Keilerei.
Nachdem wieder jeder sich hatte besonnen,
wurde einfach die nächste Ausfahrt genommen.
Die Süchte befriedigt, die Blase entleert,
kehrte auch Ruhe ein ins Reisegefährt.
Des Kaisers erste Auswärtsfahrt war wohl auch seine letzte,
weil, was am Ende rauskam, nicht so wirklich fetzte.

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