Outlaws Dresden

29.11.2015
Dresdner Eislöwen - F.P. Bremerhaven
3:4 (0:2,0:1,3:1)
Zuschauer: 2.022 (ca. 15 Gäste)

Advent, Advent, unsere Abwehr brennt...

(Shadow) Für ein paar Leute begann der Eishockeysonntag bereits am frühen Morgen bei den Bambinis. Eine spätere Nachfrage zum Spielergebnis wurde mit "Irgendwas zweistellig zu Null." beantwortet. Schien ja zu laufen. Für meine Wenigkeit begann der sportliche Teil des Sonntags um Punkt 13.03 Uhr zum DNL2-Spiel der Juniors gegen Iserlohn. Dank der zuvor schon scherzhaft prognostizierten Verspätung der Schiedsrichter (auf die Jungs ist eben Verlass) war man also doch noch pünktlich zu Spielbeginn vor Ort und konnte sogar noch in aller Ruhe seinen Platz einnehmen, Zaunfahne aufhängen inklusive. Am Anfang sah das Ganze auch noch sehr ausgeglichen aus. Doch dann schlug Iserlohn gleich dreimal im Powerplay zu. Der erste Gegentreffer fiel in einem 5-3, im anschließenden 5-4 traf der Gegner gleich noch einmal und dann wieder in einfacher Überzahl ca. vier Minuten vor der Pause. So stand es also nach dem ersten Drittel schon 3:0 für die Gäste. Direkt nach der Pause erzielten unsere Jungs innerhalb von einer Minute die Tore zum 1:3 und 2:3. Obwohl das Spiel weiterhin sehr ausgeglichen verlief, konnten die Gäste ihre Führung gegen Ende des Drittels dann doch auf 5:2 erhöhen. Im dritten Spielabschnitt kamen die Juniors noch einmal auf 3:5 heran. Rund drei Minuten vor Spielende gab es eine Strafe für die Roosters, der sechste Feldspieler ersetzte den Torhüter und 40 Sekunden vor Spielende zappelte der Puck auch wieder in den Maschen des Gästetores. Nur noch 4:5, Freude auf den spärlich besetzten Rängen, aber der Treffer wurde wegen eines hohen Stocks dann nicht anerkannt. Schade, so blieb es beim 3:5. Trotzdem war es ein sehenswertes Spiel auf hohem Niveau! Es lohnt sich immer wieder auch mal Spiele vom Nachwuchs zu besuchen!

Im Anschluss darauf folgte die Partie unserer Profis. Also raus aus der Halle, Material geschnappt und als registrierter Zuschauer wieder rein in die Halle. Das Gewusel in der Nordkurve vor Spielbeginn ist ja normal, aber diesmal erspähte das scharfsinnige Auge auch ein solches auf der gegenüber liegenden Seite. "Eine Aktion der BG zum Wintergame." hieß es aus vertrautem Kreise. Na toll, als ob um dieses Spiel noch nicht schon genug Hype gemacht wurde. Allerdings erwies sich diese Aussage als glatte Lüge. Während der Vorbereitung für das Intro wurde auf der Gegenseite ein Spruchband mit der Aufschrift "Grazie di tutto" enthüllt. Was hat das jetzt mit dem Wintergame zu tun? Erst mit der Präsentation der Blockfahne ist der Groschen gefallen. Überraschung gelungen!
Haben sich doch tatsächlich ein paar Leute die Arbeit gemacht, eine Geburtstagschoreo auf die Beine zu stellen. Von "ein wenig gerührt" bis überrascht und verdutzt war wohl jede Gefühlsregung vertreten, aber gefallen hat es jedem einzelnen von uns.

Grazie per la questa sorpresa!

Der Puck wurde eingeworfen und Schnipsel flogen durch den Block. Irgendwie hatten die blauen Fetzen einen ziemlich fischigen Eigengeruch, aber das passte ja zum Gegner. Das Bild der vergangenen Spiele gleicht sich sehr und sollte sich auch bei dieser Begegnung nicht ändern. Die Löwen mit starkem Beginn, fressen dumme Tore, davon wieder eins in eigener Überzahl, brechen dann komplett zusammen, um in einer wiederum starken Schlussoffensive zu zeigen, wozu die Mannschaft eigentlich imstande ist. Nur leider zu spät. In der Statistik kam man auf ein Torschussverhältnis von 63:25 für die Eislöwen. So offensiv kam mir unser Spiel an dem Tag aber überhaupt nicht vor. Kaum Gefahr im Powerplay und selbst bei fünf Minuten Überzahl konnte kein wirklicher Druck aufgebaut werden. Wenn von 63 Schüssen nur drei den Weg über die Torlinie finden, ist das eindeutig zu wenig oder der Beweis dafür, dass es vielleicht doch nicht so gut ist, aus jeder Lage abzufeuern, wenn letztendlich nur ein Schüsschen dabei herauskommt. Im zweiten Drittel zeigte der Goalie im Tor der Gäste aber auch einige gute Saves. Marvin Cüpper im Dresdner Gehäuse schien mir an diesem Tag auch nicht den konzentriertesten Eindruck zu machen. Anders kann ich mir seine erschrockene Reaktion nicht erklären, als ein eigener Querpass durch seinen Torraum schlitterte. Auch bei eigenem Puckbesitz sollte man die Konzentration aufrecht halten können. Zum Glück ist nix passiert, sonst hätte es wieder äußerst blöd ausgesehen. An den Gegentoren trägt er aber keine Schuld.
Bremerhaven ist ja bekannt für seine harte Spielweise, egal ob sie hinten oder sicher in Führung liegen. So wollte Miller auch partout nicht einsehen, dass für ihn das Spiel vorzeitig beendet ist, obwohl man klar gesehen hat, dass direkt vor dem Check Arm und Schulter hochgehen in Richtung Kopf und Nacken des Gegenspielers. Hurensohn!!
Dies war auch die einzige Situation in der die Leute im Gästeblock auch mal so etwas wie Laute von sich gaben. Ansonsten wurde nur sinnlos und unrhythmisch die Trommel gequält. Keine Gesänge, keine Schwenker. Scheinbar keine Lust! Nur eine Zaunfahne.
Auch wenn zwischenzeitlich bei uns mal kurz der Faden verloren gegangen und die Unterstützung in etwas ironischem Sinnlossupport abgedriftet ist, endete der eigene Einsatz mit einer zerstörten Trommel. Also mussten im letzten Drittel die Hände herhalten. Es gab wohl auch Beschwerden über angestimmte Gesänge gegen den gegnerischen Torhüter. Ja er hatte recht mit seiner Kritik wegen der nicht gestarteten Spielzeit auf der Anzeigetafel. Aber wer pöbelt, bekommt das Echo zurück! Also alles gut und richtig gemacht! Es handelt sich bei unserem Lieblingssport immer noch um Eishockey! Manche Leute tun so, als gäbe es im Rest der Welt nur noch Friede, Freude, Eierkuchen. Kritik macht auch keinen Sinn, wenn man auf jegliche Art von sachdienlichen Hinweisen und/oder Argumentation verzichtet und nur wieder einen haltlosen Shitstorm im Internet anzettelt. Naja, wie dem auch sei. Die einen im Internet und wir im Stimmungsblock!
Oder aber am Stammtisch, an welchem uns an diesem Sonntagabend noch eine kaiserliche Idee in den Sinn kam...

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