Outlaws Dresden

11.09.2015
ESV Kaufbeuren - Dresdner Eislöwen
5:1 (0:1,3:0,2:0)
Zuschauer: 1.888 (ca. 50 Dresdner)

"Ich heiße Marvin."

(Erna P.) Zugfahrtberichte haben ja meist die Quintessenz "das erlebste nur, wenn de Zug fährst", so auch heute, auch wenn so Manches einen faden Beigeschmack hatte, aber gut, fangen wir von vorn an:
Sieben Reiselustige fanden sich gegen 9:30 Uhr am Hauptbahnhof ein, um 9:53 Uhr selbigen im Zug Richtung Nürnberg zu verlassen. Die am Vorabend ausgedruckte Reiseroute war leider schon wieder hinfällig, aber im Zeitalter der internetfähigen Handys keine unlösbare Aufgabe.
Absoluter Hingucker war heute der Pumuckl, der sich auch optisch dank Gwens Nähkünsten bestens zu präsentieren wusste. Auch nach etlichen Zugstunden schlich sich hin und wieder ein Grinsen in unsere Gesichter, wenn man in seine Richtung blickte. Köstlich auch der Lars, der nach Ankunft in der Halle in Kaufbeuren absolut nicht glauben konnte(/wollte), was er da sah. Aber bis dort war es noch lang, in Umstiegen gerechnet: vier.
Selbst die Nutzung des Schienenersatzverkehrs verlief reibungslos, den ersten Trouble löste dann aber eine Fahrradmutti in der Bayerischen Regionalbahn aus, die einfach nicht einsehen konnte, dass ein auf die Scheibe geklebtes "Fahrradmitnahme begrenzt" durchaus auch zutreffen könnte. Nein, da weint sie, bis sich der obercoole Zugbegleiter/Bahnführer/wasauchimmer in den Fahrgastbereich bewegte und uns illustre Reisetruppe in den hinteren Teil der Bahn komplimentierte. Pff. Aber er hatte ein offiziell anmutendes Schlüsselband, da leistet man doch lieber Folge, nicht dass aus irgendwelchem Grunde die Weiterfahrt gefährdet wird. Trotz dass sie das Hinterrad an fremde Knie rammte, verwarf man die Idee, ihr Rad zum Klapprad umzufunktionieren, es schien ja sowieso nicht fahrtüchtig zu sein, immerhin musste sie die Bahn nutzen. Mit Fahrkarte für's Rad! Wahnsinn!
Weitere Vorkommnisse gingen bei "cards against humanity", Marvin, Likör43 mit Milch und einigen Litern Federweißer, Sekt und Wein einfach unter.

Der Besuch in der Eishalle Kaufbeurens verlief solide: eigentliche Stadionverbotler wurden einfach mit rein genommen, Döner wurde wieder verkauft und diverse Gespräche brachten Aufschluss über die Meinung über Ostclubs und -vereine und spezielle Praktiken des Materialtransports.
Negativ aufgefallen ist der Behang unterm Hallendach über der Eisfläche. Obwohl man inzwischen dem Heimblock schräg gegenüber steht, kann man ihn nicht sehen, auch die Choreos nicht, wenn man sich nicht gerade dafür verbiegt. So konnten die meisten der ca. 50 Dresdner im Gästeblock die rot-gelben Herzen mit Folienspruchband gar nicht sehen, obwohl's nicht übel war.
Auf Dresdner Seite wurden die animierenden Werbebanner allzu wörtlich genommen und mit einigem Konfetti und Fahneneinsatz ergänzt. Mit Trommel und frisch geölten Stimmen verschaffte man sich gelegentlich Gehör, da lob ich mir die alten Eishallen.

Am lautesten natürlich, als Dominik Grafenthin zum erlösenden 0:1 einnetzte, sauber ausgeguckt die freie Ecke rechts oben. Einige Chancen wurden noch liegen gelassen und so ging es mit der einzigen Führung des Abends in die Pause. Äußerst wohlwollend wurden die Eiszeiten von Alex Seifert zur Kenntnis genommen.
Was dann passierte, spottet allerdings jeglicher Beschreibung. Gefühlt eine gänzlich andere Truppe auf dem Eis und ausgerechnet Daniel Menge eröffnete den Torreigen zum Sieg der Ostallgäuer. Selbst die Filmchen zur Strafanzeige konnten uns nur am Anfang weibisches Gekicher abringen, mit der nahenden Niederlage waren auch die scheiße.
So kam es wie Mitte des zweiten Drittels geahnt: der Saisonauftakt ging auswärts mit 5:1 verloren. Man hielt aber tapfer durch und verwarf die Idee, einfach bisschen eher zurück nach DD zu reisen. Hätten wir mal….

Die Rückreise konnte zweierlei gestaltet werden, jeweils mit stundenlangem Aufenthalt auf dem Bahnhof Augsburg. Zunächst stärkten wir uns dort für die lange Rückfahrt beim örtlichen Burgeranbieter und entschieden uns nach einem ungewöhnlichen Toilettenbesuch (die Augsburger Fraktion hatte wohl ebenso verloren und das auch noch zu Hause und konnte teilweise wohl sogar sportartübergreifend keine Gästefans mehr ertragen - aber 15 Minuten sind definitiv zu kurz, wenn der Pumuckl einmal sitzt!) äußerst kurzfristig für die Weiterreise. Das Großraumtaxi kam wie bestellt (haha!) und die Mutmaßung des Fahrers, es könnte was mit Drogen zu tun haben, wurde wahrheitsgemäß verneint. Zumindest bei uns. Dabei lernte man noch kleinere Vororte Augsburgs kennen und musste dennoch einsehen, dass es beim Zug irgendwann nach 3 Uhr bleiben würde und auch andere Örtlichkeiten das Warten darauf nicht wirklich beeinflussen können.

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