Outlaws Dresden

Vorbereitungsturnier
15./16.08.2015

(Shadow) Bei gefühlten 30°C im Schatten kann man es sich eigentlich nur schwer vorstellen, aber die Sommerpause hat tatsächlich ein Ende. Jedenfalls was das Eishockey betrifft. Etwas verkatert, übermüdet oder gar beides, von der Feierei des Vortages, fanden wir uns also wieder in der Eishalle ein, um sich mal auf eine andere Art und Weise abzukühlen. Die ersten Vorbereitungsspiele sollten im Rahmen eines Vorbereitungsturniers stattfinden. Für dieses Vorbereitungsturnier hatte sich die Kreativabteilung auch einen ziemlich bescheuerten Namen einfallen lassen. So viele Millionen können gar nicht geflossen sein, damit man diesen halbwegs akzeptieren kann. Aber egal, es handelt sich ja zum Glück nur um ein Turnier und nicht um einen neuen Namen für den Club. Zu dem Teilnehmerfeld zählten der HC Verva Litvínov aus der tschechischen Extraliga, die Eisbären Berlin und Grizzlys Wolfburg aus der DEL sowie unsere Dresdner Eislöwen.

Grizzlys Wolfsburg - HC Litvinov 4:3 n.P. (1:2, 0:1, 2:0, 1:0)

Den Anfang machten am Nachmittag die Teams aus Wolfsburg und Litvínov. Aus beiden Eishockeystandorten reisten ein paar wenige Gäste an, die sich in den äußeren Bereichen der Nordkurve niederließen. Während sich das Wolfsburger Publikum nur aufs Zusehen beschränkte, kamen von der anderen Seite wenigstens gelegentliche Schlachtrufe. Der tschechische Meister hatte auch den besseren Start in die Partie. Nach gespielten sechs Minuten führte Litvínov mit 2:0. Der Anschlusstreffer für die Wolfsburger folgte aber noch vor der ersten Pause.
Im zweiten Spielabschnitt legte Litvínov nach und erhöhte die Führung auf 3:1. Auch wenn es nicht unbedingt das schönste Hockey war, was man vielleicht erwartet hatte, wurde es im letzten Drittel noch einmal spannend. Wolfsburg bäumte sich gegen die im Mittelabschnitt überlegenen Tschechen noch einmal auf und markierte zwei Treffer, der Ausgleich zwei Minuten vor der Schlusssirene, welche den Weg ins Penaltyschießen bedeuteten. Die schwach geschossenen Penaltys von Litvínov sorgten letztendlich für den Wolfsburger Sieg. Da kam dann auch der sonst eher für innerliche Freude bekannte Wolfsburger Fan mal etwas aus sich heraus.

Dresdner Eislöwen - Eisbären Berlin 0:7 (0:2, 0:1, 0:4)
Zuschauer: 2.555 (ca. 250 Gäste)

Nichts zu holen gab es am Abend für die Dresdner Eislöwen. Mit 0:7 kassierte man eine recht deutliche Klatsche gegen die Eisbären. Das Team aus Berlin schien schon viel besser aufeinander eingestimmt zu sein und so ergaben sich auf Seiten der Gäste einige sehenswerte Kombinationen, welche dann auch für Torgefahr sorgten. Marvin Cüpper im Tor trifft für die hohe Niederlage keine Schuld, er hatte einige gute Saves. Lediglich seine Farbauswahl von Maske, Schonern und Fanghand scheint zumindest bei Heimspielen ein wenig suboptimal zu sein. Torchancen bei den Eislöwen eher Mangelware, aber gute Ansätze waren vorhanden und werden sicherlich noch gewinnbringend ausgebaut und verbessert.
Trotz der Überlegenheit des Gegners war die Kurve recht gut aufgelegt und sorgte für ein Vorbereitungsspiel für recht gute Stimmung. Die zahlreich angereisten Berliner Fans machten es sich im Gästeblock gemütlich und sorgten ebenfalls für gute Stimmung. Wenn es heißt "Eisbären gegen Dresden" sind Leute aus Crimmitschau ja meist nicht weit weg. So konnte auch bei diesem Spiel eine kleine Gruppe aus Westsachsen ausgemacht werden. Wiederholten Dank für euer Geld, welches die Eislöwen vor dem sicheren finanziellen Ruin bewahrt. Da das eigene Team gegen den ESC mehr verliert als gewinnt, muss sich das Dorfvolk anscheinend unbedingt größeren Clubs aufzwingen, um auch einmal so etwas wie einen Sieg feiern zu können. Ganz schön armselig! Ist das nicht schon Verrat an der Mannschaft, der man ja sonst immer so die Treue schwört?! Und so schön wie sie vielleicht dachten, sahen deren Plauzen auch aus 100 Metern Entfernung nicht aus. Mein Beileid denen, die sich das aus der Nähe ansehen mussten.. Hat Berlin solche Freunde überhaupt nötig?! Keine Ahnung.. Aber hey, es dauert ja nicht mehr lange, dann sieht man sich wieder, im Sahnpark.

Dresdner Eislöwen - HC Litvínov 5:6 (1:1, 2:2, 2:3)
Zuschauer: ca. 2.500 (ca. 25 Gäste)

Das Spiel um Platz 3 stieg am frühen Sonntagnachmittag. Im Tor stand diesmal Brett Jaeger, mit blauer Maske und weißen Schonern. Vorbildlich! Bei einem Gegentor sah er zwar etwas unglücklich aus, aber insgesamt machte auch er ein gutes Spiel. Auch der Rest der Mannschaft spielte wesentlich besser als am Tag zuvor und begegnete sich mit Litvínov auf Augenhöhe. Ein früher Rückstand konnte nur eine Minute später durch Arturs Kruminsch ausgeglichen werden.
Zu Beginn des Mittelabschnitts gingen die Eislöwen durch einen Treffer von Marius Garten in Führung. Beide Mannschaften spielten Eishockey mit hohem Tempo. Schnell ging es dann auch mit der Torfolge. Litvínov gleicht das Spiel aus, Boiarchinov sorgt danach schlagartig wieder für die Führung, damit Litvínov erneut ausgleichen kann. Das alles passierte innerhalb von drei Minuten.
Das dritte Drittel verlief nicht weniger torreich, aber die Zeitabstände waren etwas größer. Zunächst trafen die Gäste zum 3:4, nachdem Jeager an der Bande hinter dem Tor den Puck nicht wegbekam. Vor dem 3:5 entschärfte er noch zwei/drei Schussversuche, bevor der Puck aus dem Gewühl heraus im Gehäuse einschlug. Was schon wie eine Vorentscheidung aussah, machte Campbell mit seinem Treffer in der 58. Minute noch einmal spannend. Mit der Herausnahme von Jaeger erzielte Litvínov das 4:6 ins leere Tor. Aber auch der Goalie von Litvínov leistete sich einen kleinen Schnitzer hinter dem eigenen Kasten, was Neuzugang David Rodman nutzte, um auf 5:6 zu verkürzen. Mit sechs Feldspielern hatten die Eislöwen den Ausgleich mit der Schlusssirene auf der Kelle, brachten den Puck aber nicht mehr über die Torlinie.

Eisbären Berlin - Grizzlys Wolfsburg 3:4 (2:2, 0:0, 1:2)

Am Abend gab es dann ja noch das Finale, welchem man wegen der besseren Aus- und Übersicht aus dem Oberrang beiwohnte. Wolfsburg mit stürmischem Beginn gelang die schnelle 2:0-Führung. Die Wolfsburger Fans ließen sich trotzdem nicht großartig aus ihrer gewohnten inneren Ruhe bringen und besannen sich auf bodenständiges Zuschauen. Die Berliner im Gästeblock unterstützten ihr Team vielleicht nicht mehr ganz so laut wie noch am Vortag, aber dafür durchgängig. Die Reihen im Gästeblock hatten sich auch etwas gelichtet. Dem Anschlusstreffer der Eisbären nach fünf Minuten folgte der Ausgleich noch vor der Pause. Weitere Tore fielen erst im Schlussabschnitt. Die Berliner treffen zum 3:2, müssen dann aber den Ausgleich und das spielentscheidende Tor zum 4:3 für Wolfsburg hinnehmen.
Die Grizzlys Wolfsburg gewinnen das Turnier, bekommen einen Glaspokal mit dem hässlichen Turniernamen überreicht und kassieren einen Gutschein, der dem Nachwuchs zugutekommt. Das freute auch die sonst eher bescheidenen und konservativen Fans aus Wolfsburg. Glückwunsch, macht was draus! Nur blöd, dass Wolfsburg Kooperationspartner von Crimmitschau ist..

Der niederprasselnde Regen beim Verlassen der Eishalle sorgte für kühlere Außentemperaturen und verdeutlichte wohl das Ende der Sommerpause und läutete endgültig den Beginn der neuen Eishockeysaison ein.

Platz 1: Grizzlys Wolfsburg
Platz 2: Eisbären Berlin
Platz 3: HC Litvínov
Platz 4: Dresdner Eislöwen

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