Outlaws Dresden

20.02.2015
Dresdner Eislöwen - Eispiraten Crimmitschau
2:1 (0:1, 1:0, 1:0)
Zuschauer: 4.412 (ca. 300 Gäste) [ausverkauft]

Freiheit für Hasi!

(Roman Dichter) Die Fanvereinigung Outlaws Dresden ist ja nun wirklich nicht für überzogene Provokationen bekannt, aber dass eine harmlose Zaunfahne Auslöser einer solchen sein sollte, sorgte schon vor Beginn des Spiels für den Lacher des Tages. Von den Dresdner Sicherheitskräften wurden wir darüber in Kenntnis gesetzt, dass der ESCD-H**l-Banner der staatlichen Ordnungsmacht ein Dorn im Auge ist und doch bitte aus dem Bereich der Fankultur zu entfernen ist. Schon in einem der vergangenen Spiele mit Beteiligung einer sächsischen Gästemannschaft kam uns über Umwege zu Ohren, dass die Polizei dieses Banner äußerst kritisch sieht, was damals aber noch keine schwerwiegenden Konsequenzen zur Folge hatte. Doch diesmal schien die Lage weitaus ernster zu sein und mit großer Verwunderung nahmen wir diese erschütternde Nachricht entgegen. Keiner konnte sich erklären, wie das Erscheinungsbild eines solch niedlichen Häschens als Teil von Gewalt und Eskalation in Zusammenhang gebracht werden konnte und deshalb mit einem Hausverbot belegt werden soll. Um die Gefahr von der Allgemeinheit abzuwenden, modifizierten wir das Banner bis der Schriftzug H**l bis zur Unkenntlichkeit überklebt und auch die bösartigen Augen von Hasi nicht mehr zu erkennen waren. Dies schien die erhitzten Gemüter der Staatsmacht beruhigt zu haben, denn es folgten keine weiteren Ermahnungen. Trotzdem werden wir dafür kämpfen, dass Hasi nicht weiter ein Opfer willkürlicher Repressionen wird, auch er das Recht auf Freiheit im Eishockey hat und entsprechende Maßnahmen dazu in die Wege leiten!
Nach einem gelungen chaotischen Intro begann auch das Spiel etwas durcheinander. Scheinbar waren auch die Spieler schockiert über die Bevormundung Hasis und fingen sich schon nach 47 Sekunden den Rückstand ein. In den ersten Minuten waren die Gäste zunächst die bessere und offensivere Mannschaft. Aber nach überstandener Schockphase kamen auch die Löwen langsam besser in Fahrt und es entwickelte sich ein offenes Spiel. Crimme vergab gute Chancen, Dresden traf zunächst nur den Innenpfosten. Der Rückstand hielt bis in den Mittelabschnitt an bis Vincent Schlenker nach einem schnellen Konter endlich für den Ausgleich sorgen konnte. Und nur wenig später hatten die Eislöwen die Chance zur Führung als Crimmitschaus matter Goldhelm sich wieder nur mit einem Schlägerwurf zu helfen wusste. Doch den fälligen Penalty konnte Arturs Kruminsch leider nicht optimal verwerten. Strafen gegen Ende des zweiten Drittels sorgten zwar noch einmal für zusätzliche Torgefahr, aber es ging mit 1:1 in den Schlussabschnitt. In diesem kassierten die Eispiraten früh eine Strafe und im anschließenden Powerplay schob Hugo Boisvert aus kurzer Distanz zum 2:1 ein. Das Spiel weiterhin sehr offen. Crimme mit guten Aktionen zum Tor, aber mit schlechtem Abschluss. Dresden scheiterte immer wieder am Goalie oder dem Pfosten. Auch in einer 5:3-Überzahl kurz vor Spielende konnten die Eislöwen den Sack nicht zumachen und so blieb es mit der Herausnahme vom Gästekeeper noch spannend bis zum Abpfiff.
Das waren die ersten drei wichtigen Punkte im Kampf um die Pre-Play-offs, während sich Crimmitschau, gefühlt schon seit Saisonbeginn, sportlich für die Abstiegsrunde qualifiziert hat.
Dresden möchte sich zudem auch bei der Crimmitschauer Fanszene für die mitgebrachte finanzielle Unterstützung aus der Bundeshauptstadt bedanken, um auch mit ihrem Eintrittsgeld den Eishockeystandort Dresden weiter zu sichern. Mindestens genauso niedlich wie Hasi war auch das gezeigte Spruchband im Gästeblock, mit welchem die sehr innige Beziehung mit den Berlinern, in Form eines Herzchens, noch einmal verdeutlicht wurde. Wenn man selbst schon nichts so richtig auf die Reihe bekommt, braucht man wenigstens ein paar Vorbilder.
Die Stimmung auf Dresdner Seite zu fast jedem Zeitpunkt auf einem sehr hohem Niveau.
Crimmitschau-Ultras dagegen eher zurückhaltend, ließen sich größtenteils von ihren Freunden aus Berlin unterhalten. Dafür hatten sie diesmal ein paar mehr Fahnen dabei als beim letzten Auftritt, aber die waren vielleicht auch nur von den Gastgästen. Tolle Freunde haben die sich da ausgesucht, die Berliner..

Bilder

(Paule) Eigentlich begann alles ganz normal. S1, zum HBF, kleiner Ausflug ins Café Prag, Getränke holen und dann ab zur Halle. Da angekommen wurde das Material eingepackt und in die Halle geschafft, damit ein gemütlicher Aufbau der Choreo stattfinden konnte. Die Halle füllte sich langsam und auch die ersten Gäste wurden gesichtet, während ein Smart der Stadtreinigung auf dem Eis seine Runden drehte. Findet jetzt jedes Spiel so ein Eventmist statt? Egal, das Warm-up begann und die (Jung)Kultras trafen, mit Anhang aus Berlin, ein. Alleine können es die Ostthüringer wohl nicht mehr. Um die Crimmitschauer nicht zu verängstigen, musste der, kein Stück ironische gemeinte, Hasi-Banner zensiert werden, was natürlich auch der peta gemeldet wird. Das Spiel wurde mit einer Choreo begrüßt, welche aus zwanzig Konfettikanonen und zahlreichen blau-weißen Luftballons bzw. Papierrollen bestand.
Meine Konfettikanone war mit dem Spiel zu vergleichen, da diese sich nicht auslösen ließ und wir in der ersten Minute das 0:1 kassierten. Da die Stimmung relativ ordentlich war, peitschten wir den ESC aber wieder vor, welcher sich nun fing und deutlich bessere Torchancen hatte. Das einzige Problem unter der Popiesch-Diktatur war, dass sich kein Spieler dazu überwinden konnte, den Puck direkt auf das Tor zu feuern. Das erste und zweite Drittel bestand demzufolge aus sinnlosen Pässen, die nicht in Torschüsse umgewandelt werden konnten. Unsere Spieler konnten, selbst nach einem Penalty, kein Kapital schlagen, bis sich Vincent Schlenker mal zum erfolgreichen Torschuss überwand. Im letzten Drittel sammelte Crimmitschau etliche Strafen, wovon eine auch genutzt wurde. Crimmitschau meldete sich bezüglich ihrer Berlinfreundschaft nochmal per Spruchband zu Wort, was mit einem "Niedlich!"-Spruchband beantwortet wurde, worauf sich die Berliner von ihren T-Shirts befreiten. Bei den T-Shirts natürlich verständlich, die wöllte ich auch nicht gerne anziehen.
Als das Spiel beendet wurde, fand noch das obligatorische UFFTA statt und wir räumten unser Zeug ein. Von den vorher pöbelnden Crimmitschauern/Berlinern war nichts mehr zu sehen. Entweder sie hatten nur einen großen Mund, oder sie wollten nach Hause, um die T-Shirts auszuziehen, was man natürlich mehr als nachvollziehen kann. Mehr ist nicht passiert, Derby halt. Also ab zum Bahnhof Mitte, zur S1 und nach Hause.

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