Outlaws Dresden

23.01.2015
Lausitzer Füchse - Dresdner Eislöwen
3:4 (1:0, 1:2, 1:2)
Zuschauer: 2.822 Zuschauer (ca. 250 Dresdner)

(Pumuckl) Was kann es schöneres geben, als Freitagnachmittag bei bestem deutschem Graupelwinterwetter in den Bus zum Auswärtsspiel beim Nicht-Derbygegner Weißwasser zu steigen?
Spontan fällt mir da zum Beispiel eine Schimmelsanierung im Plattenbau oder eine Zahnwurzelbehandlung mit mangelhafter Lokalanästhesie ein.

Wie man sieht, war die Motivation für dieses Spiel nur gering. Die Verweigerung eines gesetzten Kartenkontingents für die Busfahrer sowie radikale Abzocke durch Derbyzuschlag und Vorverkaufsgebühr im Dresdner Fanshop bzw. Onlinegebühren bei etix sorgten dafür, dass nur wenig Hoffnung auf ein Saisonhighlight bestand und die bekannten Nasen entweder im Zustand alkoholischer Umnachtung einfach auf die Busliste gesetzt wurden oder aber gleich gänzlich ohne Eintrittskarte anreisten.

"Überpünktlich" chauffierte uns Busfahrer Heiko erst durch die winteridyllische Dresdner Heide und dann über Autobahn und Stock und Stein gen Osten. Das Fernlicht lief dabei fast durchgängig und auch das Thema Sicherheitsabstand wurde eher als Empfehlung aufgefasst. Lohn des Engagements war ein sehr zeitnahes Eintreffen an der Lagerhalle im Plattenbaubezirk. Dort geriet dann irgendwie ein La Bomba vor die Füße der lokalen Polizeier, was dem Verursacher erst einmal eine intensive Personenkontrolle einbrachte. Sehr clevere Aktion. Unsereins schaffte es ohne Probleme durch die "Kontrollen" am Einlass und positionierte sich am unteren Ende des nur mäßig gefüllten Gästeblocks. Insgesamt dürften es etwa 250 mitgereiste Dresdner gewesen sein, auch wenn BG und Medien die Zahl deutlich übertrieben, um von der durch die Ticketzuschlagorgie und erneutem Freitag-Derby-Auswärtstermin verursachten mangelhaften Reisebereitschaft des Eislöwenanhangs abzulenken. Dass die Füchse zum Brisanzspiel schließlich keine ausverkaufte Hütte melden können, steht dann nicht unbedingt auf einem anderen Blatt.

Christian schaffte es mit Megafon auch pünktlich in den Gästeblock, wo mit Spielbeginn versucht wurde, den Blau-Weißen etwas Sangeslust zu entlocken. Das klappte insgesamt recht zufriedenstellend und reichte zumindest dicke für die zwar offensichtlich motivierte, jedoch nur unterdurchschnittlich aufgelegte K-Block-Kopiertruppe in der Heimkurve. Auf dem Eis hatten die Füchse zuerst die gefühlte, zum Ende des ersten Drittels dann auch die gezählte Oberhand, was den Nervfaktor auf unserer Seite etwas in die Höhe trieb. Glücklicherweise gelangen im zweiten Drittel erst der Ausgleich und kurz darauf die zwischenzeitliche Führung, so dass es stellenweise gelang, auch die gesetzteren Herrschaften im Gästeblock zum Jubeln zu animieren. Dass es dennoch mit einem 2:2-Unentschieden ins letzte Drittel ging, war symptomatisch für das ganze Spiel.

Im letzten Abschnitt plätscherte die Partie etwas vor sich hin. Nichtsdestoweniger wurde von unserer Seite gesangstechnisch das heute Bestmögliche herausgeholt, was unter anderem in einem knapp zehnminütigen Wechselgesang zwischen den beiden Gästeblockhälften gipfelte. Das große Brechen wollte sich fast einstellen, als das Heimteam gut fünf Minuten vor Schluss durch einen schönen Pass in die Spitze zum 3:2 einnetzte. Der nun aufkommenden Feierei des Heimanhangs konnte aber schnell ein Riegel vorgeschoben werden, egalisierten die Eislöwen doch die Führung faktisch im Gegenzug. Gedanklich stellten sich nun die meisten schon auf eine Verlängerung und Penaltyschießen ein. Sechs Sekunden vor Schluss sorgte jedoch Shawn Weller für den Ausbruch purer Ekstase. Liebe Aushilfsdynamos, für solche geilen Last-Minute-Siege in eurem Schuppen könnt ihr uns von mir aus gern das eine oder andere Mal abschießen. Bei einem 2:6 oder 2:7 fliegt es sich bei weitem nicht so anständig quer durch den Gästeblock. Aber grämt euch nicht, eure westsächsischen Busenfreunde wissen ja schließlich auch, wie sich so eine gepflegte Abkotzung anfühlt. Der Rest war pures Feiern, welches bis zur Wiederankunft mit quietschenden Busreifen vor der heimischen Eishalle nicht abklingen sollte.

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