Outlaws Dresden

21.12.2014
F.P. Bremerhaven - Dresdner Eislöwen
6:3 (2:1, 3:1, 1:1)
Zuschauer: 3.846 (ca. 55 DD-Freaks)

Auswärtssiege sind schön!

(Shadow) Wenn man als Morgenmuffel an einem Sonntagmorgen schon um 8 Uhr in der Früh freiwillig seinen Schlaf beendet, ist das meist ein Indiz dafür, dass eine längere Auswärtsfahrt bevorsteht. So auch an diesem Sonntag. Ursprünglich sollte es mit dem Zug nach Bremerhaven gehen, aufgrund logistischer Probleme musste auf zwei Kleinbusse und einen PKW umgestellt werden. Die angekündigte Mottofahrt "Freakshow" hatte aber trotzdem weiterhin bestand. Da ich der Fahrer des PKW's war, wurde die erste Mitfahrerin auch direkt vor der Haustür abgeholt.
Kurze Checkliste abgearbeitet:
"Apfelmus? Check!
Löffel? Check!
Sabberlatz? Brauch ich nicht!
Trikot? Check!
Fische gefüttert? Hab keine Fische!"
Alles klar, dann kann es ja weiter gehen Richtung Eishalle. Auf dem Weg dorthin gabelten wir zwei weitere Mitfahrer auf. Plötzlich kamen Zweifel auf, ob das Trikot auch wirklich eingepackt wurde.
Eine Überprüfung des Reisegepäcks endete mit positivem Ergebnis. Die zwei Neuner und der Rest der Freaks hatten sich auch schon am Treffpunkt eingefunden. Die pünktliche Abreise um 10 Uhr verschob sich wieder um die traditionelle viertel Stunde nach hinten. Wieso sollte man altbewährte Traditionen auch brechen?! Die Autobahn war noch gar nicht erreicht, da duftete es schon nach leckerem Apfelmus im Auto. Erstmal Frühstücken. Wenig später gesellte sich der Geruch eines herzhaften Käseknackers dazu. Herrlich! Die Fahrt verlief entspannt und Dank der drei angenehm witzigen Mitfahrer wurde es auch nie langweilig. Von ernsten Gesprächen zu Beginn, über Wettabschlüsse zwischendurch, bis hin zu diversen Parodien war alles dabei. Je weiter die Fahrt Richtung Norden ging, desto flacher wurde das Gelände und auch das Niveau der Witze. Beispiel gefällig?! "Warum können Piraten keinen Kreis berechnen? Weil sie Pi raten!".. Und wie es der Zufall so wollte, überholte uns in diesem Moment ein Auto aus Pinneberg, dessen Nummernschild mit PI beginnt. Wer will uns jetzt was damit sagen? Bei einer von zwei Pausen erfuhren wir allerdings, dass der wohl flachste Witz des Tages in dem anderen Neuner gefallen ist. "Zu welchem Bundesland gehört eigentlich Bremerhaven?" Wie schon gesagt, je weiter wir Richtung Norden fuhren...
Der erste Zwischenstopp galt noch mehr der kulinarischen Verpflegung, beim zweiten schossen wir endlich ein schönes Mobfoto auf einem Rastplatz. Natürlich nicht ohne Pyro! Ungläubige Blicke und fluchtartiges Verlassen des Parkplatzes unbeteiligter Personen inbegriffen. Wir näherten uns gemächlich der Nordseeküste, was sich auch am Wetter bemerkbar machte. Eine steife Brise Wind und Regen ist zu dieser Jahreszeit hier oben bestimmt normal, aber kein wirklich schöner Empfang.
Bis zur Eishalle hatten sich die Verhältnisse dann wieder etwas entspannt. Mit Material für den Support und Freakshow-Outfit ging es zu den Kassen, wovon wohl nur eine einzige offen hatte.
Jedenfalls war die Schlange schon recht lang und es ging auch nicht wirklich vorwärts. Zum Glück gibt es freundliche Bremerhavener, die ihre Karten loswerden wollten und das nicht einmal zum Vollpreis. Aber anstatt mich anzusprechen, werden natürlich die Mädels bevorzugt. So auch meine nette Begleitung, für die ich dann auch noch den Zehner löhnen durfte, weil der Bremerhavener Schwarzmarkt kein Wechselgeld zur Hand hatte. Die angesprochene nette Begleitung an meiner Seite hatte wohl auch die günstigste Auswärtsfahrt überhaupt. Zuvor konnten auf liebevolle Art und Weise schon Getränke erschnorrt werden, dann die Sache mit der Eintrittskarte und später sollte sie ein falsch geliefertes Essen auch noch als Reiseproviant für die Heimreise spendiert bekommen. Aber ich hab es ihr gegönnt! Auch ich erlangte irgendwann ein Ticket, ohne jemals die Kasse von Nahem gesehen zu haben.
Material und Rücksäcke wurden am Einlass zwar sehr genau unter die Lupe genommen, aber es gab keine Beanstandungen oder Sonstiges, wie z.B. in Frankfurt. Der Gästeblock war auch schon gefüllt, teils mit bekannten Dresdnern, teils mit Bremerhavener Fans, die sich aber eher unauffällig in die obersten Reihen stellten. Nachdem wir unsere Banner aufgehängt hatten und ein kleines Bannerpositionierungsproblem gelöst wurde, startete auch schon das Spiel.
Die Eislöwen hatten keinen so guten Tag erwischt. Vielleicht lag es an dem kraftraubenden Sieg vom Freitag und der Tatsache, dass weitere Ausfälle den Kader derzeit etwas schmälern. Es wurden zu viele einfache Fehler in der Abwehr gemacht, welche zu gefährlichen Kontern der Pinguine führten.
Besonders bitter ist es natürlich, wenn man in eigener Überzahl ein Gegentor zum 2:0 eingeschenkt bekommt. Aufgegeben hat sich das Team allerdings nie und wenn gegen Ende das 5:4 im fünfminütigen Powerplay gefallen wäre, hätte es durchaus noch einmal spannend werden können. Gosdeck sowie Chaput und Martell, jeweils in Überzahl, waren die einzigen Torschützen auf Seiten der Eislöwen.
Von dem ungünstigen Spielverlauf ließ sich unsere Reisegruppe die Stimmung allerdings nicht vermiesen und sorgte über die gesamte Spielzeit für guten Support der Mannschaft in anspruchsvoller Lautstärke. Etwas Selbstironie, entsprechend dem Spielverlauf, lockerte das Ganze noch etwas auf. Der Heimblock enttäuschte auf ganzer Linie. Keine lauten Gesänge, keine Fahnen, keine Schwenker. Nix. Nur ein paar Zaunfahnen und ein Stinkefinger-Doppelhalter, welcher auch oft zum Einsatz kam. Unserer allerdings auch. Beim Spielstand von 5:2 in eigener Halle muss man nicht unbedingt mit unnötig harten Checks weitere Verletzungen der Gästemannschaft in Kauf nehmen.
Bremerhaven schien es zu gefallen, aber wehe ein eigener Spieler stolperte mal über seine eigenen Beine. Da wurde es auf einmal doch laut auf den Rängen. Regeltechnisch war das Publikum eher mangelhaft. Im Nachbarblock gab es nach 25 Jahren Mauerfall doch echt immer noch Leute, welche der Meinung sind, sich über unsere Herkunft auslassen zu müssen. Das Thema mit dem Soli ist nun auch schon sowas von ausgelutscht! Was aber eigentlich richtig bemitleidenswert ist, ist die Tatsache, dass diese Person ungefähr der gleichen Altersgeneration entspringt wie ich (also noch eher die jüngere Generation) und sich anschließend als Leipziger ausgibt. Der Stadt, in welcher der Protestmarsch und die Demos gegen das DDR-Regime so richtig aufgeflammt sind. Ganz schön traurig!
Auch diese Person gab endlich irgendwann Ruhe und wir feierten weiter unsere eigene Party im Block. Es war ja der 4. Advent. Und so kurz vor Heiligabend kann man auch mal für etwas gemütliche Weihnachtsstimmung sorgen. Also zündeten wir uns ein paar Räucherkerzen an, Duftnote Schoko. Aber hier oben an der Küste mag man Weihnachten anscheinend nicht so sehr. Plötzlich stürmte ein Ordner in den Block, mit den Worten: "Ich hab doch da was rauchen gesehen! Das stinkt ja erbärmlich!". Die Räucherkerzen wurden ohne Rücksicht auf Verluste zu einer Mischung aus Asche und Pulver zertreten. Nix mit besinnlicher Weihnachtszeit. Gut, Schoko war jetzt auch nicht wirklich der schönste Geruch, den man sich vorstellen kann. Aber muss man denn gleich so überreagieren? Beim nächsten Mal greifen wir wieder auf altbewährte Düfte wie Tanne, Myrrhe und Weihrauch zurück. Der Ordner verduftete in Begleitung folgenden Gesanges und nahm das Ganze auch mit Humor.

RÄUCHERKERZEN SIND DOCH KEIN VERBRECHEN!
WIR WERDEN DAFÜR KÄMPFEN UND LASSEN EMOTIONEN FREIEN LAUF!

Obwohl die Eislöwen das Punktspiel verloren haben, geht Dresden als klarer Sieger die Heimreise an. Nicht nur, weil wir für ordentliche Stimmung gesorgt haben, auch weil sich die siegreichen Pinguine als schlechter Gewinner erwiesen. Auf der "Ehrenrunde" hatten sich die Kollegen mit der #7 und der #97 nämlich nicht wirklich im Griff. Stokowski stopft sich anscheinend gern große Gegenstände zwischen seine Kauleisten, Zuravlev bekommt wohl lieber den Arsch versohlt. Jedenfalls würde ich deren Gesten direkt vor dem Gästeblock mal so deuten. Naja, wem's gefällt. Noch eine kurze Diskussion mit dem Leipziger Pöbel und dann verließen wir die Halle, sangesfreudig wie eh und je und spazierten zum Parkplatz. Der Regen hatte sich gelegt und das bisschen Wind sollte uns nicht vom nächsten Mobfoto abhalten. Diesmal mit Adventskerzen, statt nur ein bisschen Rauch. Das Spektakel zog jetzt auch mehr Schaulustige an als wir vergraulten. Die örtliche Polizei bekam wohl auch Wind davon und stattete uns einen kleinen Besuch ab. Für gute Bilder hatte die Zeit gereicht und die Bengalos waren eh fast erloschen. Ganz gemütlich stiegen die Beamten aus ihrem Auto, kamen auf uns zu und meinten, dass wir dies jetzt lassen sollen. Noch ein bisschen Smalltalk und alles war gegessen. Genau so stell ich mir die Leute in Norddeutschland vor, nett und gemütlich.
Danach ging es zum Abendbrot ins goldene M, wo wir halt unseren kostenlosen Reiseproviant bekamen und machten uns wieder auf den Weg nach Süden. Man merkte mit jedem Kilometer wie das Niveau in einem wieder anstieg. Nur über die vielen Nummernschilder von der Insel haben wir uns noch lange gewundert. Englische Wochen? Keine Ahnung. Die Rückfahrt verlief sehr ruhig und Dank ordentlich Rückenwind wurden wir gegen 2 Uhr von unserer geliebten Hauptstadt wieder stürmisch in Empfang genommen.

Freak-Show

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