Outlaws Dresden

19.12.2014
Dresdner Eislöwen - Eispiraten Crimmitschau
6:4 (1:2, 3:1, 2:1)
Zuschauer: 4.412 (ca. 250 zahlende Gäste) - ausverkauft

Und wir sind eben doch die Größten der Welt,...

(Roman Dichter) ... wenn nicht vielleicht sogar die Allergrößten! Ausverkauftes Haus und dabei war es nur ein ganz normales Heimspiel. Von mehr als 4000 Zuschauern träumt man im Sahnpark nun schon seit Jahren. Selbst zum einzig wahren Derby gegen die neuen Freunde erreicht man dort ja kaum die 3000er Marke. Aber was interessiert uns eigentlich fremdes Elend?! Wir können es uns halt einfach leisten, das erschnorrte Geld der Stadt jedes Jahr auf's Neue sinnlos zu verprassen und brauchen uns nicht mit so unwichtigen Dingen wie Zuschauerzahlen befassen.
Die Kreativabteilung einer Crimmitschauer Fanszene machte im Vorfeld mit einer Art öffentlichen Stellungnahme auf sich aufmerksam. Die Argumentation im Großen und Ganzen zwar recht dünn und auf niedrigem Niveau, aber eine kleine Kernaussage ergab sich daraus dann doch. "Dresden ist Scheiße, aber alle dahin um den geliebten ETC zu unterstützen!", oder so ähnlich. Es erfüllt einen schon mit Stolz und Freude, dass man als verhasster Dresdner doch immer wieder solch große Aufmerksamkeit geschenkt bekommt. Und dann verspäten sich die Initiatoren dieses Aufrufs auch noch. Schlechtes Vorbild! Eine kleine Zaunfahne im Taschenformat und drei Fähnchen ist alles, was zur optischen Unterstützung des Teams mitgebracht wurde.
Unsere Vorbereitungen auf diese Begegnung spielten sich in jeder Menge Bastelstunden für die bevorstehende Choreo ab. Und das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen. Das Bild aus blauen und weißen Fahnen in der gesamten Kurve dürfte uns jetzt zudem auch den Titel als "Deutscher Fahnenmeermeisterbesieger" eingebracht haben. Ein Dank an alle Bastler, Fahnenschwenker und für das Zurückbringen der Fahnen in der Drittelpause!
Das Spiel begann allerdings nicht nach Plan. Nach zwei gespielten Minuten und zwei Angriffen der Eispiraten reichten zwei Schüsse aus, um mit 2:0 in Führung zu gehen. Die anwesenden Gäste nahmen diese frühe Führung sehr entspannt und gelassen entgegen. Ohne jegliche verbale Provokationen oder Gesten versteht sich!
Das Choreo-Motto "Uns're Fahnen weh'n - woll'n euch siegen seh'n!" galt trotz Rückstand weiter. Es war ja noch genug Zeit und Dresden fand immer besser ins Spiel. In der 9. Minute gelang Arturs Kruminsch der verdiente Anschlusstreffer. Der Ausgleich der Eislöwen lag im ersten Drittel schon in der Luft, scheiterte aber knapp am Pfosten oder dem Goalie der Eispiraten. Das recht ausgeglichene erste Drittel endet, durch die etwas glücklichen frühen Tore, mit 2:1 für die Gäste.
Im Mittelabschnitt sorgte Sven Ziegler nach fünf Minuten dann endlich für den lang ersehnten Ausgleich. Sami Kaartinen blockt erst einen Schuss im eigenen Drittel, stürmt auf das gegnerische Gehäuse zu und Ziegler verwertet den Abpraller zum 2:2.
Wenig später sind die Eispiraten in Überzahl erfolgreich und treffen aus spitzem Winkel und auch wieder irgendwie eher glücklich zum 3:2. Natürlich gab es von Seiten der Gästefans wieder keinerlei Provokationen z.B. zu benachbarten Eislöwen-Kutten zu beobachten. Durch die erneute Führung waren die Eispiraten jetzt wohl etwas übermotiviert und nahmen mehrere Strafen. Die zwei Minuten für Tepper, der nach einem kleinen Rempler zu einem völlig fairen Stockschlag ansetzt, halte ich allerdings für total überzogen. Die ersten Powerplaysituationen gelangen den Eislöwen noch nicht so wirklich, aber das änderte sich im zweiten Abschnitt. Gosdeck sorgte mit einem feinen und platzierten Schlagschuss für den Ausgleich. Kurz vor der Pause und ebenfalls in Überzahl erzielte Dominik Grafenthin die 4:3-Führung für die Löwen. Vor diesen beiden Toren hatte Dresden aber wieder auf die bewährte dreckig spielende Strategie umgestellt. Tepper wurde einige Male mit äußerst unfairen Mitteln brutalst zu Boden gecheckt. Ein Wunder, dass seine empfindliche Hakennase dabei nicht zu Bruch gegangen ist. Schiri Ulpi, der wohl einzige Schiedsrichter auf der Welt, welcher mit einem eigenen Fangesang gehuldigt wird, unterstützte diese schmutzige Spielweise der Dresdner auch noch. Unfassbar!! Wahrscheinlich gekauft, Geld spielt ja keine Rolle bei den Dresdner Eislöwen.
Zu Beginn des Schlussabschnitts wurde auch klar, warum man dazu aufgerufen hatte, dass möglichst viele Leute die Fahrt in die Landeshauptstadt antreten sollten. Denn es mussten ganze vier Bahnen Tapete im Gästeblock verteilt und ausgerollt werden, was sich wohl als recht schwierig erwies. Selbst in unserem Tal der Ahnungslosen ist das Thema Zwegat schon lange wieder "out", ohne jemals "in" gewesen zu sein. Aber es hat sich immerhin gereimt. Da es bei einem Spruchband nicht auf die Größe ankommt, sondern auf den Inhalt, hatten wir im direkten Gegenzug gleich eine passende Antwort parat. Eine weitere Antwort ließ Sami Kaartinen mit seinem Treffer zum 5:3 folgen. Und schon war Ruhe! Aus dem zwei-Tore-Vorsprung hätten die Eislöwen auch noch mehr machen können, aber die platzierten Schüsse an das Quergestänge zählen leider nicht. Die Eispiraten konnten zwar noch einmal auf 5:4 verkürzen, aber Kris Sparre traf in der allerletzten Sekunde zum verdienten 6:4 ins leere Tor.
Letztendlich ein Sieg auf ganzer Linie!
Spiel, top!
Stimmung, top!
Choreo, top!
Konterspruchband, Weltklasse!!

Dresden ist eben doch eine Klasse für sich.

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