Outlaws Dresden

19.11.2014
Dresdner Eislöwen - EC Bad Nauheim
2:3 (0:1, 0:0, 2:1) n.V.
Zuschauer: 2.846 (20 Gäste)


Gute Freunde kann niemand trennen...

(Shadow)So oder so ähnlich krächzte es vor vielen Jahren mal aus dem Hals eines mittlerweile ergrauten Nationalspielers dieser durchaus populären Randsportart. Gute Freunde gibt es auch in Dresden, keine Frage. Aber diese sogenannte Fanfreundschaft von Dresden und Bad Nauheim wirkt dagegen doch eher wie eine Zwangsehe. So wirklich zufrieden ist man damit nicht, aber man beugt sich seinem Schicksal und will das Beste daraus machen.
Auch die BG trägt dazu bei, einem diese Freundschaft direkt aufzuzwingen. So lässt man beispielsweise eines der Nachwuchstalente mit einer Nauheim-Fahne übers Eis flitzen, um so die enge Verbundenheit beider Clubs zu symbolisieren. Der Kleine wird sich schon nicht wehren.
Wir schreiben heute den 19.11.2014 und vor fast genau einem Jahr gab es dieses Spiel in Bad Nauheim, aus dem diese Fanfreundschaft hervorgegangen sein soll. Die Eislöwen verloren damals die Partie gegen die Teufel mit 5:2. Aber die tolle Stadionatmosphäre und die hohe Anzahl an gut aufgelegten mitgereisten Dresdnern trübten die Stimmung nicht so immens. Da sich eine Woche vor uns die Ossis aus der verbotenen Stadt etwas daneben benommen hatten, wurden auch wir Ossis aus der Landeshauptstadt anfangs eher kritisch angesehen. Aber irgendwie kam es halt dazu, dass aus anfänglichem Gepöbel untereinander gegen Ende ein "Scheiß Dynamo" die Runde machte und man gemeinsam ein paar Anti-WSW-Lieder zusammen trällerte. War ja alles auch ganz lustig damals, aber nur weil man eine gemeinsame Antipathie gegen Weißwasser pflegt, macht uns das doch nicht automatisch zu besten Freunden. Weißwasser kann niemand leiden, außer vielleicht Heilbronn und Crimmitschau.. Ich frage mich, wie viele der Leute, die diese Fanfreundschaft heute so feiern, waren denn überhaupt bei dem Spiel damals dabei, als diese Freundschaft "zustande" kam? Jedenfalls scheint es in Dresden diesbezüglich drei Standpunkte zu geben: Diejenigen, die diesen Kult/Trend voll mitgehen; Die, denen das alles egal ist, sich eher zurückhalten und sich auch ein "Scheiß Verein!!" mal tolerant verkneifen können; Und dann gibt es halt noch die, die gegen jede Fanfreundschaft mit Bad Nauheim sind und dies auch offen so zeigen. Man kann und sollte jede dieser Kategorien respektieren, nur von anderen vorsetzen lassen muss man sich trotzdem nichts. Hat doch schließlich jeder das Recht auf seine eigene Meinung.
Ich glaub, das war der pädagogisch wertvolle Teil dieses Spielberichts, nun folgt der manchmal belustigende und informative Rest.

Buß- und Bettag bedeutet Feiertag in Sachsen. Und so gab es auch in diesem Jahr wieder ein Eishockeyspiel zur Feier des Tages, welches auch gleich noch als Familientag angesetzt war. Familientag bedeutet immer viele Aktionen neben dem Eis, von denen am Besten immer die Kuchenmeile der Nachwuchseltern ist.
Etwas mehr als 2800 Zuschauer fanden den Weg in die Eishalle. Wer sich nicht so richtig zurecht fand, waren unsere Eislöwen. Hohe Fehlpassquote, zu wenig Übersicht im Aufbauspiel und auch sonst gab es in den ersten beiden Dritteln selten gute Vorstöße in das gegnerische Drittel. Das sah auf Nauheimer Seite zwar nicht viel anders aus, aber die Defensive arbeitete da etwas besser zusammen. Schon nach fünf Minuten lagen die Eislöwen mit 1:0 zurück, als man in Unterzahl den Puck fahrlässig beim Klärungsversuch verspielte. Und dann zog sich das Spiel wie Kaugummi. Möglichkeiten der Eislöwen gab es zwar auch gelegentlich, aber der Goalie der Teufel hatte einen guten Tag erwischt und fischte die wenigen guten Chancen der Löwen auch noch weg. Es dauerte also bis in den Schlussabschnitt, bis wieder ein Tor fallen sollte. Doch es waren erneut die Nauheimer, die zum 2:0 einnetzten. Nastiuk, der endlich mal wieder im Kader und auch gleich im Tor stand, hatte zuvor schon einiges entschärft. Nach diesem Treffer ging die bis dahin gute Stimmung erstmal flöten. Aber die Eislöwen kämpften sich zurück ins Spiel. War das Überzahlspiel an diesem Tag eher eines zum Vergessen, markierte Petr Macholda mit einem satten Schuss von der Blauen, ausgerechnet im Powerplay, den Anschluss zum 2:1. Das war der Weckruf für Fans und Spieler. Auf den Rängen und dem Eis lief man jetzt heiß und der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Wieder war es Macholda, dessen Schuss von der Blauen kurz vor dem Tor durch Stefan Chaput abgefälscht wurde. 2:2, alles war wieder offen. Eine Entscheidung nach 60 Minuten wollte aber nicht mehr fallen. So ging es in die Verlängerung.
In dieser waren die Löwen auch deutlich bissiger und wollten unbedingt den Siegtreffer. Dieser könnte unter Umständen auch gefallen sein, nur hat es keiner so richtig gesehen. Denn ein eventueller Maschendurchschuss zum 3:2 für die Löwen wurde nicht gegeben. Stattdessen nutzte Bad Nauheim kurze Zeit später einen Konter, um aus ihrer Sicht das 3:2 zu erzielen.
Schade, dass die Eislöwen in den letzten Begegnungen immer erst im dritten Drittel beginnen, gutes Eishockey zu spielen. Der Abgang von Trivellato macht es für die Verteidigung auch nicht unbedingt einfacher. Aber es sind ja noch einige Spiele zu absolvieren, in denen man sich wieder finden kann. Als nächstes geht es nach Bietigheim. Zum Glück kann man sich Freunde ja aussuchen!

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