Outlaws Dresden

31.10.14
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse
2:6 (0:2, 0:2, 2:2)
4.412 Zuschauer (ca. 400 Gästeblockbesucher)


(Gastschreiber Bademeister) Am liebsten würde man diesen Tag einfach aus dem Gedächtnis löschen, so tun als ob das Spiel nie stattgefunden hätte. Zumindest den Mantel des Schweigens drüberlegen. Doch unser Stil - den wir im Vergleich zur Gegenseite haben - verlangt es, auch die bitterste Niederlage erhobenen Hauptes zu ertragen und schonungslos schriftlich aufzuarbeiten.
Im Vorfeld des Spiels herrschte eine Euphorie wie es sie schon lange nicht mehr zu einem Sachsenderby in Dresden gab. Schon Tage im Voraus war die Halle ausverkauft, was sicherlich auch am Feiertagstermin lag. Zudem war eine Choreo geplant und sportlich galt es natürlich, nach den vermasselten Heimspielen der letzten Zeit gegen Abwasser, die Dinge wieder gerade zu rücken.
Die Choreo stand unter dem Motto "Stay strong because winter is coming!" und entstand in Anlehnung an die Serie "Game of Thrones", welche in Fernost - wenig überraschend - offensichtlich niemand kennt. Hat eben was mit Kultur zu tun und damit ist nicht "Schwiegertochter gesucht" gemeint. Auf jeden Fall war ein festlicher Rahmen für das Spektakel geschaffen, auch wenn die Gegenseite ihrerseits nichts dazu beitrug.
Doch leider hielt es unser Team an diesem Abend nicht für nötig, auch nur einen Bruchteil dessen zu geben, was die letzten Spiele geleistet wurde bzw. die Anstrengungen der Fans zu würdigen. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Eigentlich hätte man nach der Siegesserie vor Selbstbewusstsein kaum laufen können… Naja, so ähnlich war es dann ja auch. Besonders ärgerlich ist es, feststellen zu müssen, dass kaum ein Spieler bis an die Schmerzgrenze ging und den Derbyfight anzunehmen bereit war. Da wäre vielleicht auch mal der Trainer gefordert, mal Klartext zu reden, aber lassen wir das… Auf jeden Fall nahm das Debakel seinen Lauf: 0:1,0:2. Pause. "Was spielen die denn für einen Dreck?!" Es geht weiter: Die geklaute Fahne im Gästeblock, 0:3, 0:4, ein unglaublich blutleerer Auftritt der Mannschaft! Kein Aufbäumen, kein Signal, den Kampf anzunehmen. Und wenn nur mal einer von DENEN umgeboxt wird. Die Nordkurve folgte fassungslos dem Geschehen und verfiel Ende des 2. Drittels komplett in Schockstarre. Nach der Pause folgte das 0:5. Wenigstens jetzt spielten unsere Löwen mal für 10 Minuten Eishockey - aber nur, um es nach zwei Toren wieder sein zu lassen. Wenigstens konnte die Kurve im letzten Drittel noch zu einem sehr ordentlichen Support motiviert werden, so dass man sich zumindest diesbezüglich nicht kampflos abschlachten ließ.
Was natürlich ungemein schmerzt, ist die Präsentation der erbeuteten Zaunfahne durch die Gäste und dabei ist es egal, wie man zu solchen fußballtypischen Geschichten beim Eishockey steht. Damit ist allerdings auch die einzige nennenswerte "Leistung" der Gäste erzählt, denn der Support war einfach nur schlecht in Anbetracht des haushohen Sieges über den verhassten Feind aus "drezNO".
Unterm Strich bleibt eine denkwürdige Niederlage und die Narben von diesem Tag werden noch lange schmerzen. Und so manch einer bekommt eine Ahnung, wie sich Crimmitschau am 17. Oktober gefühlt hat … Wollen wir hoffen, dass die Füchse dafür das nächste Mal nicht nur auf deren Trikots in Flammen stehen. Tod und Hass dem ESW!

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