Outlaws Dresden

Šponsoren-Cup
23./24.08.14

(Shadow) Weiter ging es in der Vorbereitung mit der Austragung eines eigenen Turniers, in welchem durchaus namhafte Mannschaften vertreten waren. Als Turnierteilnehmer konnten die Grizzly Adams Wolfsburg, der HC Litvinov, sowie die Eishockey-Nationalmannschaft Polens gewonnen werden. Aufbaugegner sehen anders aus. Aber was auf dem Papier wie eine eindeutige Angelegenheit aussah, entpuppte sich auf dem Eis zu einer echten Überraschung.

Tag 1:

Wolfsburg - HC Litvinov
3:4 (2:1, 1:3, 0:0)

Der Samstagnachmittag begann mit der Begegnung Wolfsburg gegen Litvinov. In der Nordostkurve ließen sich ca. 15 Anhänger der Wolfsburger nieder, um ihr Team zu unterstützen. Aus Litvinov kamen sogar ca. 30 Fans + Trommel angereist, welche sich im Gästeblock zusammenfanden.
Schon im ersten Spiel des Turniers ging es ordentlich zur Sache. Das war keinesfalls schonendes Eishockey, bei dem man sich nicht gegenseitig wehtun wollte. Körperbetont, aber fair! Für den Schiri aber manchmal wohl doch etwas zu viel Körpereinsatz, was anfangs zu recht häufigen Strafen führte. Vielleicht waren sie aber auch angehalten in der Vorbereitung etwas kleinlich zu pfeifen. Einem interessanten und spannenden Spiel stand dies aber nicht im Weg. Die Führung der Wolfsburger zur ersten Pause ging so schon in Ordnung. Danach wirbelten die Tschechen aber richtig los und drehten den Spielstand innerhalb von fünf Minuten auf 4:2, ehe Wolfsburg im direkten Gegenzug wieder verkürzen konnte. Besonders im Powerplay war es ein Genuss, Litvinov beim Spielaufbau zuzusehen, welches eine enorme Laufbereitschaft an den Tag legte. Durchaus verdient zog Litvinov durch diesen Sieg ins Finale am Sonntag ein.

Dresdner Eislöwen - Nationalmannschaft Polen
7:2 (1:0, 4:1, 2:1)

Auch wenn Polen im IIHF-Ranking derzeit nur den 24. Platz belegt und somit auch nur in der B-WM spielt, hätte mit diesem Ergebnis wohl kaum einer gerechnet. Vielleicht gab der Gegner auch einen besonderen Motivationsschub. Läuferisch wie auch spielerisch konnten die Eislöwen locker mithalten und im Gegensatz zum Spiel gegen die Eisbären fanden diesmal auch die meisten Pässe ihr vorgesehenes Ziel. Carsten Gosdeck eröffnete das Schützenfest schon in der 3. Minute. Weitere Treffer sollten im ersten Drittel allerdings nicht mehr folgen.
Diese hatten sich die Eislöwen für den Mittelabschnitt aufgehoben. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff netzte Hugo Boisvert ein. Zum 3:0 traf einer der jüngsten Eislöwen und ein waschechter Dresdner, Franz Bertholdt. Sein erster Treffer im zweiten Spiel. So kann es gern weitergehen! Weiter ging es auch beim Tore schießen. Feodor Boiarchinov erzielte in der 27. Minute das 4:0. Der Anschlusstreffer Polens fiel wohl eher unglücklich. Aus meiner Sichtweise sprang der Puck vom rechten Pfosten zwischen die Beine von Nastiuk, der ihn dann unbewusst an den linken Pfosten lenkte, von wo aus er wieder zurück zum Goalie ging. Es gab aber Anwesende, die anderer Ansicht waren und auf Tor entschieden. Kennt man ja. Den Abstand von vier Toren stellte aber Neuzugang Steven Rupprich wieder her. Dies war dann auch der Schlusspunkt im zweiten Drittel.
Etwas entspannter ging es im letzten Abschnitt zu. Ab der 55. Spielminute konnten wieder in regelmäßigen Abständen von ca. 60 Sekunden Tore bejubelt werden. Den Anfang machte erneut Rupprich mit seinem zweiten Treffer. Es folgte der schon im letzten Spiel sehr auffällige Arturs Kruminsch mit dem 7:1. Über die Ergebniskosmetik der Nationalmannschaft konnten sich nur die Spieler noch etwas freuen, da keine Fans aus dem Nachbarland mit angereist waren. Im Allgemeinen sah es in der Eishalle sehr dünn besetzt aus. Als wäre das nicht schon schlimm genug, musste man sich für einen kleinen Teil dieser Personen auch noch fremd schämen. Scheinbar ist das überteuerte Bier noch immer zu günstig. Bleibt zu hoffen, dass solche Leute wieder in der Masse untergehen, wenn die Kurve besser besucht ist.

Tag 2:

Wolfsburg - Nationalmannschaft Polen
2:3 n.P. (1:0, 1:2, 0:0, 0:0)

Die Ansetzungen am Sonntag begannen ja schon etwas eher. Ich bin ja dafür bekannt, nicht so richtig aus'm Tee zu kommen, wenn es nicht gerade um etwas Wichtiges geht. Also ging ich den Sonntag gewohnt chillig an und eh ich so in der Eishalle eintrudelte, war das zweite Drittel auch schon fast gelaufen. Noch etwas mehr als drei Minuten auf der Uhr und der Spielstand zeigte ein 2:2. Freundliche Frühaufsteher, welche schon pünktlich zum Anpfiff um 14 Uhr anwesend waren, berichteten mir dann von der 2:0-Führung Polens, bevor Wolfsburg innerhalb weniger Sekunden für den Ausgleich sorgen konnte. Team Polen bis dahin auch mit einer besseren Spielweise als am Vortag. Die hohe Niederlage gegen einen Zweitligisten war dann wohl doch sehr bitter. Und was noch auffiel: auf Seiten der Polen wurde der Torhüter gewechselt. Von dessen Qualitäten konnte man sich im letzten Drittel überzeugen. Eine kurze Recherche ergab: Kamil Kosowski (nicht verwechseln mit einem anderen Kamil Kosowski! Davon gibt es anscheinend einige..) spielt in der Elite Ice Hockey League bei den Cardiff Devils. Aufgrund seiner Reflexe und seinem außergewöhnlich schnellen Butterfly-Stil hat er durchaus das Zeug dazu, in einer höheren Eishockeyliga zu spielen. Im letzten Drittel war Wolfsburg die Spiel bestimmende Mannschaft. Polen meist nur damit beschäftigt, den Puck aus dem eigenen Drittel zu befördern. Gefährliche Angriffe waren eher Fehlanzeige. Die vielen Chancen der Wolfsburger wusste aber der polnische Goalie zu vereiteln. Kurz vor Ende bekam er auch noch tatkräftige Unterstützung des Torpfostens. Auch die Verlängerung blieb torlos und so bekam ich, trotz zu spät kommen, noch etwas Eishockey in Form von Penaltyschießen zu sehen. In diesem konnte sich die Nationalmannschaft Polens durchsetzen. Die 15 mitgereisten Fans der Wolfsburger sahen also keinen Sieg ihrer Mannschaft, aber dafür konnte diesmal ein feiernder polnischer Fan ausgemacht werden. Immerhin..

Dresdner Eislöwen - HC Litvinov
4:3 (1:1, 2:2, 1:0)

Nun stand also das Finale an. Aus Litvinov waren am Sonntag ca. 20 Leute zu Gast. Die Eishalle war zwar ein bisschen voller als am Samstag, aber immer noch mit sehr viel Leerstand auf den Rängen.
Das Spiel der Eislöwen hatte sich im Vergleich zu Samstag nicht groß verändert und verlief auf Augenhöhe mit dem favorisierten Gegner. Die einzige Veränderung fand im Tor statt. Hier stand heute Peter Holmgren zwischen den Pfosten. Zwar fiel nach vier gespielten Minuten schon das erste Tor für Litvinov, aber diese Führung konnte Arturs Kruminsch bei eigener Überzahl kurze Zeit später wieder ausgleichen.
Das zweite Drittel begann zunächst mit einem frühen Treffer für die Tschechen, welcher aber aus einem Fehler von Travis Martell resultierte. Man sollte den Puck halt nicht durch den Torraum spielen wollen, wenn da noch der Torhüter drin steht. Lukas Slavetinsky sorgte allerdings schnell für den Ausgleich und kurz danach machte Martell seinen Fehler auch wieder gut und erzielte das 3:2 für die Löwen. Nach diesen ereignisreichen sieben Anfangsminuten verlief das Spiel nun etwas ruhiger, ehe Litvinovs Nationalspieler Majdan in der 38. Minute wieder für einen ausgeglichenen Spielstand sorgte.
Im Schlussabschnitt wirbelte Litvinovs Offensive durch das Drittel der Eislöwen. Holmgren bekam jetzt viel zu tun und gab einige gute Saves zum Besten. Aber ein genialer Pass an die blaue Linie zu Alexej Dmitriev und dessen Alleingang auf's Tor sorgte für das 4:3. Dieses Ergebnis sollte auch bis zum Ende bestehen bleiben. Holmgren und eine gute Verteidigung sicherten den knappen Eislöwensieg.
Wer hätte gedacht, dass die Löwen an einem Wochenende B-Weltmeister und im Endspiel Meister der tschechischen Extraliga werden?
Vor und nach dem Siegerfoto durften sich die Spieler noch etwas feiern lassen. Nach diesem Turnier freut man sich immer mehr auf die bevorstehenden Ligaspiele und Derbies, vor hoffentlich größerer Publikumskulisse.

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