Outlaws Dresden

21.03.14
Starbulls Rosenheim - Dresdner Eislöwen
4:3 (1:0,0:2,2:1) n.V
Zuschauer: 3.046 (ca. 60 Dresdner)

"Hey Pumuckl, schreibste nen Bericht? Hauptsache, er hat ne Überschrift!"

Überschrift

(Gastschreiber Pumuckl) Da fährt man das erste Mal seit Jahren mit der Ersten auswärts und schon wird man verdonnert, einen Bericht zu schreiben. Und dann soll der auch noch eine Überschrift haben!!! Naja, da ich seit geraumer Zeit sowieso öfters unterwegs bin, ist das vielleicht eine gute Möglichkeit die Schreibfaulheit zu überwinden und eine neue Zeit glorreicher Reise-Prosa aus dem Hause Pumuckl einzuläuten.

Also, auf gehts, den Kreativhut aufgesetzt und Finger und gedankliche Zunge mit etwas Gerstensaft gelockert. Die arrogante Attitüde, die uns von oben herab mit Verachtung auf die Umwelt blicken lassen, darf natürlich auch nicht fehlen.

Resturlaub und Reiselust machten es möglich, dass mir ein Ausflug zum vielleicht letzten Spiel der Angestellten der Betriebsgesellschaft ESC Dresden mbh vergönnt war. Die Fahrt begann für mich in Berlin, von wo aus ich mich per EC auf den Weg nach Dresden machte. Der angedachte Vortagestrip nach Fürth zum Regionalliga-Bayern-Knaller SpVgg Greuther Fürth II gegen FV Illertissen und daraus folgender Anreise über Frankfurt per Nachtzug in die sächsische Landeshauptstadt wurde kurzfristig wegen zu großer Sinnlosigkeit verworfen, so dass die ganze Sache doch eher gemächlich anlief.

In Dresden angekommen, erst einmal mit Proviant versorgt. Da ich ja heute Herr über den Bericht bin, muss ich auch nicht erwähnen, welche flüssigen Köstlichkeiten so in die Einkaufstüte wanderten. Aber es geht doch nichts über ein gutes Grafenwalder Radler, stilvoll abgefüllt in der edlen Nulldreiunddreißiger Plastikflasche. Die Zeit bis zum Eintreffen des Reisegefährts wurde an der Eishalle mit Sonnen, Lesen und Jogger-Gaffen vertrödelt. Gegen eins ging es dann in bekannter Reisegruppe los, nach gefühlten 20 Minuten Wartezeit an einer roten Ampel konnten noch zwei weitere Mitfahrer am Bahnhof Mitte eingesammelt werden. Fahrerin Erna P. wägte kurz ab, ob die auf dem Parkplatz liegende Gabel ihren Bedürfnissen der Nahrungsaufnahme genügen sollte, entschied sich dann aber doch, sich eine eigene zu besorgen.

Insgesamt machten sich nun sechs gut gebaute und hochmotivierte Szene-Größen im Neuner auf die gut 530 km lange Reise in den Süden. Zu sagen, die Fahrt verging wie im Fluge, wäre vermessen, die Insassen konzentrierten sich entweder auf das Nachholen von Schlaf oder dem Lesen einschlägiger Ultra-Blättchen. Immer wieder lustig, wenn man liest, mit welch austauschbarem Individualismus und ultriger Ernsthaftigkeit einige junge Leute ihr Dasein bei ihrem Lieblingsverein fristen. Irgendwie scheint mir da bei so manchem der Spaß unterwegs verloren gegangen zu sein. Den notwendigen Ernst ließen dann einige Jugendliche in einem fränkischen Fast-Food-Restaurant vermissen, so dass sie Capo Bart erst einmal mit der Ansage "Alle Wessis halten jetzt mal das Maul" zur Räson rufen musste. Möööp.

Kurz nach 7 erreichten wir Rosenheim und leichte Hoffnung keimte auf, gleich beim Fußball ein Kreuz machen zu können. War dann aber doch nur Training. Der Eintrittsbereich des ortsansässigen Bayern-Regionalligisten wurde dank Spiders phänomenalen Einparkkünsten hocheffizient als Stellplatz genutzt. An der Kasse etwas Wartezeit, auch in Rosenheim werden die Eintrittskarten nicht mehr handgeklöppelt, sondern kommen aus dem hauseigenen Thermodrucker. Trägt sicherlich zum sagenhaften Preis von 15 Euro zuzüglich Systemgebühr beiträgt. Besonders günstig übrigens der Umstand, direkt vor die Kassen im Boden mit Gittern bedeckte Abflüsse zu installieren. Die ein oder andere Mark verschwindet hier bestimmt öfters, wovon nach Spielende eifrig suchende Kinder zeugen konnten.

Im Gegensatz zu Bart wurde ich am Einlass keiner Leibesvisitation unterzogen. Hat sich wohl doch bezahlt gemacht, ein frisches Hemd anzuziehen. Drinnen hat sich seit meinem letzten Besuch anno dunnemals nichts geändert. Die Treppen immer noch heftig steil, die Dachkonstruktion immer noch aus Holz, die örtlichen Dorfpolizisten immer noch im Einsatz, heute unterstützt von einigen massiver ausgestatteten Kollegen und Kolleginnen. Insgesamt gut 3.000 Zuschauer wollten die heutige Partie sehen, 40 bis 50 davon den Blau-Weißen verbunden. Da ging früher (jaja…) schon einmal mehr. Auf Rosenheimer Seite so einige Nasen dabei, die aufgrund ihrer Körperfülle sicherlich zwei Tickets erstehen mussten und auch die obligatorische Lederhose mit Traditionshut durfte nicht fehlen.

Die Kurve des Heimanhangs schon als noch der aufblasbare Bulle auf dem Eis seine Runden drehte mit einigen Schlachtrufen, zeigte zu Beginn des Spiels einige Fahnen und Doppelhalter und legte gut los. Auch hier wird mittlerweile mit Megafon gearbeitet und die Arme zum Support besonders motiviert in die Höhe gestreckt. Laut war es auf jeden Fall, die Liederauswahl aber schön 08/15 und zwanzigtausend Trommeln, wie man es aus so vielen (Eis-)Stadien kennt. Nett auch, wie selbst die Sitzplätze bei strittigen Szenen ins Pöbeln einstiegen, bevor sich in der Drittelpause der nächste Karton mit Biernachschub ins Gesicht gestellt wurde.

Im Gästeblock ging gar nichts, nur vereinzelte Anfeuerungen kamen mal etwas lauter rüber. Insgesamt aber keine große Motivation und auch keine Chance, der Lautstärke des Heimanhangs etwas entgegenzusetzen. Einige erfreuten sich da lieber am Bier oder dem garantiert aus biologischem Anbau stammendem Erfrischungsgetränk auf Eisteebasis.

Achso, Spiel war auch, ging sogar in die Verlängerung…gekämpft…Überzahlqual…bisschen geschubst…Spieldauer…Popiesch…4:3 nach Verlängerung verloren…Applaus…das Übliche.

Nach dem Spiel einer der Mitfahrer dann verzweifelt auf der Suche nach Mitspielern für ein 5 gegen 5, was er dann aber letztlich allein bestreiten musste. Und dass, obwohl Rosenheim die (auf die Einwohnerzahl gerechnet) Kriminalitätshauptstadt Bayerns, Deutschlands, ach der ganzen Welt ist. Liegt bestimmt auch an den freundlichen Tankstellenbedienungen, wovon ein Exemplar eine handfeste juristische Grundsatzdiskussion mit dem anwesenden Dresdner Mob vom Zaun brechen wollte bezüglich der Frage, ob das Fotografieren von Tankstellen verboten ist oder nicht. Naja, die Auflösung des Disputs wurde vertagt und sich mit den besten Wünschen verabschiedet ("Die müsste mal wieder ordentlich gef…eiert werden!"). Irgendwann nachts wurde dann auch noch einmal im Burger Brater an der Autobahn eingekehrt, was in Anbetracht des auf einmal entstehenden Andrangs für reichlich Stress bei den Angestellten führte. Folglich musste per Notalarm die in der Bereitschaftsbox unter der Fritteuse nächtigende Filialleiterin hinzu gerufen werden.

Gegen halb 4 in der Früh war die Fahrt für die meisten beendet. Für mich ging es per Zug weiter über Hannover nach Wattenscheid für ein bisschen Ruhrpottfußball. Rosenheim wird sicherlich demnächst auch mal wieder besucht, dann jedoch zur Begutachtung der fußballerischen Qualitäten des SB DJK Rosenheim. Die haben am Sonntag übrigens 2:2 gegen Affing gespielt.

Bilder

Bilder von Pumuckl

[Quelle]

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Fotos
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Auswärtsfahrten
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Gesangbuch (6. Auflage)
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Kurvenflyer "Schulldchnsä!"
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Infos für Gästefans