Outlaws Dresden

12.03.14
Starbulls Rosenheim - Dresdner Eislöwen
2:3 (1:1,1:0,0:1) n.V.
Zuschauer: 1.745 (ca. 45 Dresdner)

New York, Rio, Rosenheim

(Erna P.) Immer wieder schön, wenn man noch vor Fahrtantritt die Lacher auf seiner Seite hat. "Im Rock auswärts?!" Tja, man denkt halt praktisch mit, wird man dann noch sehen. Auch der Flä hat's pünktlich von seiner Höhe runter geschafft und beehrte das Auswärtsmobil mit häuslicher Einrichtung vorne rechts… nicht mit mir! Das Auto wurde geschlechterspezifisch eingeteilt und die mit der größten Klappe sitzen sowieso immer hinten, nur dass das gleich mal geklärt wäre. Nur weil jemand behauptet, er kenne sich "dort unten" aus, prädestiniert das noch lange nicht zum vorn Sitzen. Und warum genau der "Kicker" am Ende doch mit durfte, weiß ich nicht mehr, aber damit war das heutige Mobbingopfer schnell gefunden.
Bei herrlichstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ging's los auf die Autobahn und auch das Navi wurde auf das Reiseziel eingestellt. Die Männer wurden ersetzt, da war nämlich der Name Programm… Werner, haha. Aber Katrin war nett, die durfte mit nach Rosenheim.

Ich kann mich noch an diesen einen Bericht erinnern, in dem das Rosenheimer Stadion und alles drum herum bis über die Kotzgrenze hinaus gelobt wurde, Jugendsünde eben. Kommen wir also heute mal zu den Wahrheiten. Und die beginnen schon etwa 80 km vor München. Nirgends eine Haltestelle mit Klo. Geschweige denn überhaupt eine Haltestelle. Da freut man sich tierisch über das 15-km-Schild, aber irgendwie… Dann passiert man noch diese Haltestelle ohne Klo, um dann gleichzeitig los zu kreischen. Daaaaaa! Aber da Katrin das irgendwie verpasst hat, rauschten wir natürlich an der Ausfahrt vorbei und das gelbe M an uns. Mist! Na gut, dann eben die Königs-Konkurrenz. Dort traf man noch auf weitere Rosenheim-Fahrer, aber auch nur, weil die Männer pinkeln mussten, wie man später erfuhr. Früher hat man solche Fahrten in einem Ritt erledigt, alles Mimosen! Aber immerhin war das Grüppchen ebenfalls zu viert unterwegs, das kennt man ja von früher auch nicht. Da hätte man höchstens einen gesehen (auch wenn es zwei waren… hierin liegt allerdings der Witz des Tages, auf den man an dieser Stelle leider nicht weiter eingehen kann, sorry!)
Eine weitere Wahrheit ist, dass die Fahrten in den Süden in ständiger Begleitung von oder Begegnung mit einem westpolnischen Eishockey-Mäzen stattfinden, vor allem, wenn man nicht damit rechnet, buuuuh!
Auch nachdem diese Widrigkeiten überwunden werden konnten, kamen wir also in New York an. Rio. Ääääh, Rosenheim und schnell wurde noch das autointerne Tippspiel durchgeführt. Das erste Gespräch wurde uns beim Tanken ans Knie genagelt, auch wenn es ob der Dialekt bedingten Verständigungsprobleme nur sehr einseitig geführt wurde. Wir erfuhren allerdings, dass zwei, drei Leistungsträger verletzt seien und selbst die Einheimischen mit einem Sieg der Dresdner rechneten (krass, irgendwie hat man doch die Quintessenz aus dem "Gespräch" ziehen können). Die Story mit der übelst praktischen Tankstellen-App lass ich jetzt einfach mal außen vor. Die Parkplatzsuche war auch verhältnismäßig schnell abgeschlossen. Madame musste allerdings erst noch den Rock gegen eine Hose tauschen und war Dank der Strumpfhosen warm angezogen, zumal die Kleiderwahl schon zu Hause ein zentrales Thema war. Aber der Plan ist aufgegangen, mir war nicht kalt und ich war die Schönste bei Burger King, ha!

Für unglaubliche 15,50 € gewährten die Rosenheimer Einlass, das ist echt schon frech. Zumal man während der Fahrt noch von 15 € ausging, immerhin hat der, der sich hier auch am besten auskennt, ja recherchiert. ´N Scheiß hat der! Aber wenigstens bekam der studentische/ sich schulisch bildende Pöbel 4 € Ersparnis, herzlichen Glückwunsch!
Pünktlich 19:20 Uhr konnten wir also in den Gästeblock einrücken und staunten nicht schlecht. Für einen Mittwochabend waren doch ganz paar Leute da, vor allem paar Gesichter, mit denen man vielleicht nicht gerechnet hatte. Außer die Rohrdesigner, die hatte man fest eingeplant, gute Jungs und Mädels!
Im Gästeblock starteten wir mit einem mahnenden Support, leise, aber optisch sehr effektiv. Ab und an verschaffte man sich Gehör, die ach so tolle Mangfallkurve hat nämlich gar nicht so super toll durchgezogen und supportet, wie man es einst erlebt hat. Noch so eine Wahrheit. Zwischendurch muss man sich sogar das einhundert Jahre alte Lied anhören, in dem man sonst eine hässliche Stadt ohne "r" hören muss. Gähn. Laaangweilig. Rosenheim spulte also auch nur ein gewisses Repertoire runter und feiert sich am meisten, wenn es durch die Lautsprecher animiert die Gäste sinnlos bepöbeln konnte. Ich muss schon wieder gähnen, es ist nämlich immer noch langweilig. A propos "langweilig": Das Rosenheimer Pöbelvolk scheint auch den Gästeblock verwechselt zu haben oder ist immer noch traumatisiert durch die Auftritte anderer sächsischer Ligateilnehmer. Anders kann man sich diverse "Gesänge" einfach nicht erklären… ohman.

Auf dem Eis dagegen ging's zur Sache. Im ersten Drittel waren definitiv unsere Löwen tonangebend und grob gerechnet zu 70 % am Puck. Dass hier nicht schon die Entscheidung gefallen ist - sehr schade. Aber Hugo Boisvert, der wenigstens auch in Restdeutschland und in Bayern falsch ausgesprochen wird, konnte in seiner Königsdisziplin punkten und bescherte uns das 1:0. Das wurde zwar noch relativiert, aber egal.
Die Drittelpause wurde pädagogisch wertvoll zur Vermittlung der Bergbauerregeln 1 und 2 genutzt, dem gegenüber steht die künstlerische Seite mit SBR-Hauttattoos. Niedlich, kommt die Idee aus der Wendy?

Im zweiten Drittel wurde der Ton sehr viel rauer, die "Schtarbulls" sind aufgewacht, haben vielleicht bemerkt, dass nun die Play-offs angefangen haben oder Pasi hat sich in der Pause mal effektiv über seine Abwehr ausgekotzt, was auch immer. Jedenfalls begannen die Rosenheimer sehr druckvoll und konnten in Führung gehen. Irgendwie hat die Beere aus dem spitzen Winkel noch zwischen Nastiuk und Pfosten gepasst, scheiße. Was aber die ganze Zeit schon richtig zum Abkotzen war, ist, dass das Rosenheimer Publikum a) keine Ahnung von Eishockey hat, b) auf Kriegsfuß mit dem Schiri stand und c) eine Play-off-Mimose ist. Meine Fresse, da wird jede kleine Berührung kommentiert und Strafen gefordert, schon mal was vom härtesten und schnellsten Mannschaftssport der Welt gehört?! Wenn ein Eishockeyspieler mal zu Boden geht und dabei der Schläger hart aufs Eis kracht, muss man nicht los heulen und 5+20 fordern, meine Güte.
Noch eine Wahrheit zwischendurch: Die Lautsprecheranlage ist völlig übersteuert, viel zu laut und ich hab schon Bahnhofsdurchsagen besser verstanden als das hier.
Das letzte Drittel war voller Chancen, aber eine Entscheidung wollte nicht fallen, also ab in die Verlängerung. Der Stadionsprecher war wie der Rest der Rosenheimer nicht besonders gut über die Play-off-Gepflogenheiten informiert, aber das wussten wir ja schon seit der buchstäblichen Aussprache von "Boisvert", 20 Minuten, meine Herren! Aber so unrecht hatte der gute Mann vielleicht doch nicht, nach kürzester Zeit war das Ding geritzt, Sami beendete den ersten Trashtalk mit Pasi in der Serie mit einem gut platzierten Treffer unter die Latte, yeah!

Die Rückfahrt gestaltete sich recht unkompliziert, Verwunderung löste nur der niederländische Reiseunternehmer "Zigeuner reizen" aus. Die "Hexe", die später freundlicherweise zur "Wahrsagerin" degradiert wurde, ließ sich ihren Tippspielgewinn in Form eines Kaffees doch nicht auszahlen, aber das Angebot steht noch. Und Stefan lotste uns zurück nach Hause, Ankunft 02.30 Uhr in der schönsten Stadt der Welt.

Bilder

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