Outlaws Dresden

10.03.13
Dresdner Eislöwen - Eispiraten Crimmitschau
5:2 (2:0,3:2,0:0)
Zuschauer: 4.412 (ca. 500 Gäste)

Souveräner Sieg, mäßige Derbystimmung

(Roman Dichter)
Wuhuu!! Endlich war es wieder soweit und das nächste und auch letzte Derby dieser Saison gegen Crimmitschau stand an. Wenn auch zu ungewohnter Stunde, aber was tut man nicht alles, damit die Gäste in einem Sonderzug anreisen können. Ja, ihr lest richtig! Auch mir stockte anfangs der Atem, als diese Info so durchsickerte. Man begab sich tatsächlich in einem Sonderzug auf den Weg vom wilden Westen ins weit entfernte Dresden. Ein unglaublich kompetentes Organisationsteam hat keine Kosten und Mühen gescheut, um dieses Crimmitschauer Großereignis auf die Beine zu stellen. So dachte man z.B. auch daran, unterwegs diverse Haltepunkte einzurichten, damit Eispiratenfans aus der ganzen Republik zusteigen können, um ihr Team im Tal der Ahnungslosen zu unterstützen. Okay, also genau genommen war es eher ein Sonder(linien)zug oder sollte ich lieber (Sonder)linienzug sagen? Aber man kann ihnen den Willen nun auch nicht absprechen, etwas Abwechslung in den tristen Crimmitschauer Alltag bringen zu wollen. So haben es 300 - 400 Piratenfans im Zug und viele weitere Privatfahrer in die Höhle der Löwen geschafft, was wieder einmal ausverkauftes Haus bedeutete. Als die Tore zum Einlass geöffnet wurden, spielte noch unser kleiner Nachwuchs gegen die Mannschaft von Fass Berlin und so konnte man sich mal davon überzeugen, dass auch die kleinen schon ganz großes Eishockey spielen können. Leider verlief das Spiel aus Dresdner Sicht nicht so gut und so kassierten die kleinen Eislöwen eine recht deutliche Niederlage, worüber sich der schon anwesende Crimmitschauer Anhang im Gästeblock sehr freute und die Mannschaft der Berliner noch etwas feierte. Aber das sollte ja das Einzige bleiben, was die an diesem Tage zu feiern hatten. Die Kultrakinder Crimmitschau haben auch irgendwelche Dynamobatzen aus Berlin zu diesem Spiel eingeladen bzw. mitgebracht. Wer da jetzt wem in den Arsch kriecht, ist mir zwar nicht bewusst, interessiert mich aber eigentlich auch nicht. Fakt ist aber, dass diese Kultras wohl keinen Arsch in der Hose haben und stattdessen ihre Dynamofreunde "Körperklaus und Blindfisch" vorschickten, um die geplante Choreo in der Nordkurve zu sabotieren. Blöd nur, dass auf diese gut aufgepasst wurde und so zogen sich die Übeltäter ohne großes Gezeter in den Unterrang zurück, dem sie wenig später auch, unter Begleitung der Polizei, verwiesen wurden. Ach ja, einer dieser Kultras suchte dann doch noch ein Gespräch und versuchte, etwas über einen Paul in Erfahrung zu bringen. Paul? Ja, weiter? Es gibt bestimmt nicht nur einen Paul in Dresden. Und Tschüss!! Als dann auch die Crimmitschauer Zugfahrer in die Halle einzogen, füllte sich der Gästeblock recht schnell und es wurde sich in ganz ordentlicher Lautstärke warmgesungen. Noch ein paar Fahnen und Banner aufgehangen und der Gästeblock gab, muss ja auch mal gesagt werden, ein sehr gutes Bild ab. Einziger Kritikpunkt, Copy kills Fankultur!

Aber kommen wir mal langsam zum Spiel. Nach dem Einlauf der Eislöwen und der Präsentation der Spieler, wurde dann endlich die Choreo enthüllt, in welcher man klar zu erkennen gab, für welche Farben die Herzen in Dresden schlagen. Das Spiel begann vom Bully weg anfangs etwas verhalten, wurde aber zunehmend durch sehenswerte Offensivaktionen geprägt, wobei die Gäste hier wohl etwas mehr vom Spiel hatten. Aber wenn die Eislöwen vor den gegnerischen Kasten kamen, wurde es gefährlich. So klingelte es das erste Mal in der 11. Spielminute in des Gegners Gehäuse, als Gosdeck schön ins Angriffsdrittel stürmte, die Abwehrreihen austanzte und zum 1:0 abschloss. Im Anschluss kassierte man auf Dresdner Seite Strafen, welche eher für Piratenoffensive sorgten, ohne dass diese von Erfolg gekrönt wurde. Erst kurz vor der Pause bekamen die Eispiraten ihre erste Strafe. Das nutzen die Eislöwen eiskalt, um mit 2:0 in Führung zu gehen. Gosdeck mit dem Hammer aus Richtung der Blauen, Kaartinen fälscht ab und wieder zappelt der Puck im Netz.

Zu Beginn des Mitteldrittels konnte sich keine Mannschaft deutliche Vorteile erspielen. Torchancen auf beiden Seiten vorhanden, aber nichts, was wirklich gefährlich wurde. Allerdings trafen die Eislöwen erneut im Powerplay zum 3:0, Jarrett diesmal der Torschütze. Na das läuft doch! Diesem Tor folgte aber Sekunden nach Wiederanpfiff eine fünfminütige Strafe, welche überstanden werden musste. Die Verteidigung und der Goalie leisteten aber eine hervorragende Abwehrarbeit und ließen in diesem Unterzahlspiel nicht viel zu. Wenig später kamen die Gäste aus Crimme dann aber doch zum Anschlusstreffer. Reaktion in der Nordkurve: "Alle auf die 9!". Verdient hätte sie es! Das lustige Tore schießen ging aber fleißig weiter. Jetzt auch kurzzeitig fast im Sekundentakt. Den Anfang machte Gyori, erneut in Überzahl, der freistehend vorm Gästetor angespielt wurde und bloß noch die Kelle hinhalten musste, 4:1. Der Torschütze und die Vorlagengeber wurden noch nicht vollständig angesagt, da klingelt es schon wieder. Gosdeck hat mal wieder abgezogen und wieder nix zu halten für den Keeper, der daraufhin ausgewechselt wurde. Spielstand 5:1. Zu guter Letzt traf dann noch einmal Crimmitschau das Tor und verkürzte auf 5:2. Das alles spielte sich halt innerhalb von einer Minute ab. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die letzte Pause.

Im letzten Drittel passierte dann nicht mehr viel. Strafen für die Eislöwen unterbanden jegliche Offensivaktionen der Dresdner, aber Crimme an diesem Tag einmal mehr nicht in der Lage, einen Überzahltreffer zu erzielen. Allerdings konnten sie in einem eigenen Unterzahlspiel fast noch auf 3:5 verkürzen, als ein Eispirat völlig allein auf's Tor zustürmen konnte. Richards parierte allerdings glänzend und so nahm man den Gästen wohl auch noch die restliche vorhandene Hoffnung. Der Frust der Gäste entlud sich dann noch etwas auf unseren Goalie, indem man ihn mit Bierbechern bewarf. Hatte man in Crimme wohl vergessen das berühmt berüchtigte Suppenhuhn mitzubringen?!

Egal, der Freude über den Derbysieg tut das in unseren Reihen keinen Abbruch. Aber einige andere in unserer Nordkurve sollten sich selbst mal die Frage stellen, was sie denn da eigentlich wollen. Nach einer deprimierenden Niederlage in Weißwasser sind wir in der Lage, noch lange nach Abpfiff zu feiern. Was ich nach wie vor sehr geil finde! Allerdings schaffen wir es nicht in eigener Halle, bei einer souveränen Leistung und immer deutlichem Vorsprung, mal komplett alle drei Drittel durchgehend zu supporten. War das im ersten Drittel noch ganz ordentlich, ließ das im Zweiten und Dritten immer mehr nach. Und das UFFTA! hätte man sich im Nachhinein auch sparen können, das war ganz dünne!
Besser machten es die Gäste, die noch feierten, als von uns kaum noch einer in der Halle war. Vor der Halle konnte man sich dann noch einmal davon überzeugen, welch hirnloses Pack aus Berlin da angereist war. Das "Gleichschritt-Marsch-Kommando des EHC-Berlin" musste unbedingt noch für etwas Stunk sorgen und zeigte sich so von seiner "besten" Seite. Der sich aufmachende Zugmob konnte zwar auch nicht ganz ohne Pöbeleien abziehen, aber das ist wenigstens noch lustig. Der Derbysieg wurde anschließend noch in einer kleinen lustigen Runde in einem internationalen Restaurant, welches die blau/weißen Farben in der Nationalflagge trägt, ausgiebig gefeiert. Jamas!!

Da ich diese Saison das Vergnügen hatte, jeden Spielbericht zu den Begegnungen schreiben zu dürfen, möchte ich abschließend mit einem kleinen Gedicht verabschieden und mich für die vielen Aufmerksamkeiten, welche mir von Crimmitschauer Sportfreunden entgegengebracht wurden, bedanken.

Ein kleines Derby-Gedicht

Die Hockey-Saison verging geschwind,
viermal wir uns begegnet sind.
Je zwei Siege an der Zahl
sind zwar nicht grad so genial,
doch muss man sich auch zugesteh'n:
Genauso kann es weiter geh'n.
Leidenschaft und Emotionen
bei jedem Spiel erneut geboren.
Kampf und Wille auf dem Eis
waren der harten Spiele Beweis.

Rot/weiß mit dem Ziel der Sachsenmeisterschaft,
doch haben sie es diesmal nicht weit gebracht.
Auch der Versuch mit Talenten aus Übersee zu überzeugen,
musste man sich gegen die Eislöwen der Realität wieder beugen.
Und so stellt man doch am Ende wieder fest:
Dresdner Eislöwen "Are the best"!

Als allerletztes möchte ich mich noch schnell an unseren neuen Freund vom Eiskunstlauf wenden.
Wie du sicher gesehen hast, haben wir unsere Choreo für dieses komische Eishockey doch noch fertig bekommen. Ich hoffe sie hat dir gefallen und geh uns bitte nicht mit deinem Scheiß beim Hockey auf'n Sender!
Alle Eltern möchte ich an dieser Stelle um Folgendes bitten: Schickt eure Kinder bloß nicht zum Eiskunstlauf. Solch herablassende Diven, wie dieser Herr vom Eiskunstlauf, braucht kein Mensch. Schickt sie lieber zum Eishockey. Dort lernen sie die wichtigen Dinge wie Teamfähigkeit, Disziplin usw. Und auch die Frauenwelt kann gute Spielerinnen gebrauchen.

In diesem Sinne: Eiskunstlaufhorst auf's Maul!

Bilder

Choreovideo

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