Outlaws Dresden

20.01.2013
ETC Crimmitschau – Dresdner Eislöwen 4:3 (1:0,0:2,2:1) n.P.

Zuschauer: 3.201 (ca. 400 Dresdner)

(shadow)

Sehr geehrte Crimmitschauer Fangemeinde,

als allererstes möchte ich mich für das entgegengebrachte Vertrauen und das zahlreiche Feedback zu meinem letzten Spielbericht recht herzlich bedanken. Es bewegte mich direkt dazu, auch diesen Bericht über die Begegnung der Eispiraten gegen die Eislöwen zu schreiben. Es war mir wieder einmal eine Freude und ist doch ein deutliches Zeichen der engen Verbundenheit beider Vereine.
Schon geraume Zeit habe ich der Fahrt ins coole Crimmitschau entgegen gefiebert, um endlich mal wieder frische Landluft zu schnuppern. Aber wirklich kühl sind in Crimmitschau eigentlich nur die Außentemperaturen, welche aber immer zu einer sehr angenehmen Eishockeyatmosphäre im Sahnpark beitragen. Wie immer gilt aber: Vorsicht, Schuhscheiße!
So ziemlich jeder wird sich noch an das jüngste Aufeinandertreffen beider Mannschaften in Dresden erinnern, in dem es doch recht hitzig und emotional daher ging. Sowohl auf dem Eis als auch auf den Rängen und im abschließenden Spielbericht, in dem diverse Nettigkeiten ausgetauscht wurden. Aber was wäre das Kuschelderby ohne die unverzichtbaren Seitenhiebe. Wir sind doch alle Eishockeyfans. Auf Crimmitschauer Seite freute man sich anscheinend schon auf meine Anwesenheit hinter der heimischen Spielerbank und die Konversation mit den darauf befindlichen Personen. Der aufmerksame Leser des letzten Derbyberichts wird aber festgestellt haben, dass es sich bei dieser Aussage um das Spiel im eigenen Stadion, also in Dresden, handelt. Aber diesen Platz werde ich auch in Dresden nicht einnehmen, weil ich mich doch viel lieber in der Nordkurve sehe und es doch viel mehr Spaß und Sinn macht, euren Trainer Herrn Dahlem im geschlossenen Mob mit weiteren Nettigkeiten und Seitenhieben zu beglücken.

Beide Mannschaften hatten ja ihre Freitagsspiele verloren und so lastete ein gewisser Druck auf beiden Teams. Vor dem Spiel keine besonderen Vorkommnisse. Vor Spielbeginn wurde diesmal auf beliebte Gesänge wie z.B. "Heya, Heya...." verzichtet.
Beim Einlauf der Mannschaften bekam man vom amtierenden Choreomeister in der Heinekurve eine Doppelhalterchoreo zu sehen, welche dem Titel die Krone aufsetzte, einfach klasse!
Auf Dresdner Seite musste der Support ohne Trommeln steigen, was aber wider Erwarten relativ gut geklappt hat.

So begann also das erste Drittel, Dresden anfangs vielleicht mit mehr Puckbesitz, aber nicht wirklich viel Druck auf's gegnerische Tor. Das änderte sich im weiteren Verlauf und Crimme war dann erstmal die spielbestimmende Mannschaft. So gingen sie in allerletzter Sekunde im Power-Play mit 1:0 in Führung. Direkt nach Wiederanpfiff und dem nächsten Crimmitschauer Angriff, war vor dem Dresdner Gehäuse Rudelbildung angesagt, welche in einer größeren Keilerei endete. Danach das Spiel etwas ausgeglichener. Zwar schoss Crimme noch das vermeintliche 2:0, aber da hatte der Schiri was dagegen. Aus dem Gästeblock heraus war nicht ersichtlich warum, aber das sollte uns ja nicht weiter stören. In Crimme lässt man bei der ersten etwas strittigen Situation des Spiels gleich mal wieder das beliebte Suppenhuhn (diesmal nur das aus Gummi) fliegen. Zum Geschehen auf dem Eis gibt es nichts Erwähnenswertes mehr zu berichten und so begab man sich mit einem 0:1 in die Drittelpause.
Anzumerken ist jedoch noch, dass es auch auf Dresdner Seite viele aufmerksame Outlaws-Spielberichteleser gibt, die immer mal wieder, über das ganze Spiel verteilt, "Alle auf die 9!" angestimmt und mitgesungen haben, wenn sich der betreffende Spieler auf dem Eis befand. Sehr gut!!

Zu Beginn des zweiten Drittels fühlte ich mich dann etwas bauchgepinselt, als in der Heinekurve das Spruchband "Romandichter" gezeigt wurde. Jungs, damit hatte ich echt nicht gerechnet und die Überraschung ist euch wirklich gelungen! Kurzzeitig keimte in mir die Idee auf, euch zu Ehren mein Pseudonym in "Roman Dichter" zu ändern, aber ich werde es bei Shadow belassen.
Nachdem ich mir die Tränen der Rührung aus den Augen gewischt hatte, sah ich auch das Spielgeschehen wieder etwas schärfer. Das bedeutete aber auch, dass ich mir das 2:0 für Crimme direkt mit ansehen musste. Aber auch diesmal hatte der Schiri wieder etwas dagegen und gab das Tor wegen Torhüterbehinderung nicht. An diesem Abend hatte man anscheinend eine Extra-Portion Glück im Eislöwengepäck. Diesmal flog jedenfalls kein Huhn auf's Eis und auch vom Werfen anderer Gegenstände sah man ab.
"Löwen, aufgewacht und mitgemacht" könnte man meinen, denn jetzt lief es langsam etwas besser. Bruce Becker war der Schütze für die Eislöwen zum umjubelten Ausgleich. Kurz danach netzte Hugo Boisvert in Unterzahl, nach einer genialen Vorlage von Sebastian Albrecht (Anm. d. Red.: Hexer der Eispiraten Crimmitschau), welcher mit seinem präzisem Pass zu Hugo das Tor schön freispielte, zum 2:1 ein. Also diesen Assist sollte man in seinen Stats echt erwähnen. Mit dieser Führung und guter Laune im Gästeblock ging es in die zweite Pause.

Im letzten Drittel sorgte kurz nach Wiederbeginn ein Check gegen Kopf und Nacken an Jan Zurek für ein fünfminütiges Power-Play der Eislöwen. Bis jetzt hatte in dieser Begegnung das Überzahlspiel noch nicht wirklich gefruchtet. So biss man sich auch in diesem wieder die Zähne an der Eispiratenabwehr aus und kassierte prompt wieder ein Unterzahltor durch einen Fehler in der Löwen-Abwehr. 2:2. Allerdings zeigten sich die Löwen davon völlig unbeeindruckt und schossen im direkten Gegenzug das ersehnte Tor und ließen somit jeglichen Jubel der heimischen Fans in Keim ersticken, 3:2. Torschütze Kaartinen. Läuft! In den restlichen knapp zwei Minuten Überzahl konnte man aber keinen Treffer mehr landen. Leider, denn die Eispiraten wurden jetzt offensiver und kamen zum erneuten Ausgleich.

Mit dem Spielstand von 3:3 ging es in die Verlängerung. Bei deren Beginn wurde zur Verwunderung aller anwesenden Gäste wieder ein kreatives Spruchband aus der Heinekurve zum Besten gegeben. "Hey OD, sing(k)t ihr noch oder schreibt ihr schon?" war diesmal zu lesen. Um diese Frage zu beantworten, wir haben noch gesungen. Ich schreibe meine Spielberichte nicht im Stadion, bin doch nicht vom Liveticker! Aber ich habe Notiz von dieser Aktion genommen und diese folgerichtig in diesem Spielbericht erwähnt. Und zum Sinken, welches vermutlich auf unser/mein Niveau bezogen war, kann ich nur sagen: "Wir sind Dresdner, wir sind Dresdner. Keiner mag uns - Scheißegal.."
Naja, am Spielergebnis hat sich jedenfalls nichts mehr geändert. Es ging munter Hin und Her, aber ein spielentscheidendes Tor blieb aus.

Also ab ins Penaltyschießen. Hajek als erster Schütze verschießt, Crimme trifft frech. Briggs getunnelt ohne dass er zum Blocken runter geht. Schon da ahnte man nix Gutes. Zweite Runde, zweiter Schütze Zurek, trifft. Und dann steht auf einmal der Backup Vincent Stula im Tor. Der kann aus dem Kalten heraus den Treffer von Crimmitschau nicht verhindern. In der dritten Runde scheitert Kaartinen und die Eispiraten gewinnen somit das Spiel.

Schade, aber es war wieder einmal mehr ein sehr spannendes Spiel, in dem es in letzter Zeit auch mit mehr Brisanz und Emotionen zur Sache geht, als bei Spielen gegen die Füchse. Auf Eislöwenseite wurde es wieder versäumt, noch ein weiteres Tor zu schießen, um die Moral des Gegners zu brechen und dann immer wieder diese Abspielfehler. Crimme hat sich ins Spiel zurück gekämpft, aber drei Punkte sind es ja dann doch nicht geworden. Der Weg in die Playoffs und die letzten beiden realistischen Playoff-Plätze werden also weiter hart umkämpft sein.
Stimmungstechnisch war man im Gästeblock den Umständen entsprechend doch recht gut aufgelegt, auch wenn es zum Ende hin etwas abflaute. Das mangelnde Taktgefühl einiger, welche im Gesang ohne Trommel nicht so geübt sind, wurde bestimmt auch über die Grenzen des Gästeblocks hinaus vernommen. Auf der Heimseite war man anfangs recht laut, aber bei den Rückständen ließ man sich etwas gehen, was den Support betrifft.

Irgendwie auch schade, dass es das Konzept der Schweinenasen-Choreo, welche öffentlich von einem Fan vorgeschlagen wurde, nicht in eine finale Umsetzung geschafft hat. Bei all der Ironie und dem Sarkasmus über den letzen Spielbericht wäre das doch eine recht lustige Idee und wenigstens mal konsequent gewesen.

Zu guter Letzt noch ein kleines Quiz an unsere Crimmitschauer Freunde. In diesem sozialen Netzwerk, welches in der einzig wahren Farbkombination von blau und weiß erstrahlt, bekommt man doch immer wieder solche Sätze zu lesen wie, "Es heißt Crimmsche und nicht Crimme, ihr Idioten!" Jetzt zu meiner (rhetorischen) Frage: Wenn "Crimme" jetzt so falsch ist, warum heißt euer Maskottchen dann "Crimmel" und nicht Crimmschel?

In diesem Sinne, bis zum nächsten Derby, in welchem wir euch im schönen Dresden willkommen heißen und den Quizkönig küren werden!

Dreeeeesden und der ETC.. die Freundschaft!

Shadows Highlights

Sidelink_2
Fotos
Sidelink_5
Auswärtsfahrten
Sidelink_3
Gesangbuch (6. Auflage)
Sidelink_4
Kurvenflyer "Schulldchnsä!"
Sidelink_6
Infos für Gästefans