Outlaws Dresden

11.01.2013
Bietigheim Steelers - Dresdner Eislöwen 4:1 (3:1,0:0,1:0)
Zuschauer: 1.814 (sieben Dresdner, 40 weitere Sympathisanten)

(Gastschreiber Lars)
Zum gestrigen 30. Spieltag ging es mit einem feindlich gekennzeichneten PKW mal wieder über deutschen Asphalt gen Landkreis Ludwigsburg zu den Bietigheim Steelers. Nur mit einer gut einstündigen Unterbrechung auf der A6, wo sich ein LKW kopfüber im Graben wieder fand und wir so in den Genuss von Stopp und Go kamen und zwei geordneten Pausen zum Stärken von Mitfahrern und PKW, kamen wir doch halbwegs pünktlich eine halbe Stunde vor Spielbeginn am Zielort an. Der Eintritt ins Stadion wurde unproblematisch organisiert und wir konnten den Rohbau einer hoffentlich bald entstehenden Arena betrachten. Der Gästeblock war schnell gefunden und wir entschlossen uns in Gruppe mal zu einem Rundgang durch das noch junge Objekt. Im Bereich der Heimfans fanden wir jedoch lebendige Stoppschilder in Form von rotjackigen Dirigenten. Ohne gültige Zutrittsberechtigung zu den jeweiligen Blöcken ist es nicht möglich den Umlauf in der Arena zu nutzen. Anders gesagt - was in halbwegs neuen Eishallen wie Bremerhaven und auch Dresden kein Problem darstellt, wird neuerdings in Bietigheim problematisiert. Dennoch gibt es immer den Trick 17 und persönliche Kontakte zu IH94 konnten gepflegt werden.

Da die neue Arena in Bietigheim wirklich erst frisch geschlüpft ist, möchte ich an dieser Stelle gern ein paar Worte zum Neubau verlieren. Die EgeTrans Arena wurde am 21. Dezember 2012 eröffnet, ersetzt die Eisarena Ellental und ist die neue Heimat der Bietigheim Steelers. Der Neubau war notwendig, da sich die alte Eishalle hinsichtlich der Themen Sicherheit und Kapazität der heutigen Standards als nicht mehr zeitgemäß erwiesen hat. Perspektivisch würde die Arena auch den 9000-Punkte Plan zum Eintritt in die DEL erfüllen. Die Arena hat eine Gesamtkapazität von 4.500 Plätzen, 1.500 Stehplätze und 3.000 Sitzplätze. Durch den o.g. Umlauf ist es theoretisch möglich, ohne Probleme jederzeit zu jedem Block der Arena zu gelangen. Die Stehplätze befinden sich hinter beiden Toren und versprechen bei guter Auslastung auch eine gute Atmosphäre. Cateringpoints gibt es gefühlt auch ausreichend, hier sind aber die Maßstäbe bei ausverkauftem Haus zu setzen. Schön, dass im Gegensatz zur heimischen EnergieVerbund Arena alle Points ausreichend besetzt waren. Einen Fanartikelshop haben wir zumindest gestern vergeblich gesucht.

Einen Passus aus der recht einschränkenden Stadionordnung möchte ich an dieser Stelle auch gern zum Besten geben:

§ 4 Verbote
(1) Den Besuchern ist das Mitführen folgender Sachen im Stadion untersagt: Fahnen- oder Transparentstangen, die aus Holz oder die länger als ein Meter sind oder deren Durchmesser größer als 2 Zentimeter ist, sowie Doppelhalter;

So wird der Fan systematisch zum zahlenden Kunden. Gespräche mit Aktiven ergaben auch, dass Zaunfahnen aus Brandschutz- und Sichtgründen nicht erwünscht sind. Hier liegt insgesamt noch viel Arbeit vor Verein und Betreiber um die Arena auch wirklich zweckmäßig zu betreiben.

Das Heimteam wurde durch eine gut gefüllte Fankurve mit dem für Bietigheim gewohnt starken Fahnenintro begrüßt. Im Spiel war die Stimmung streckenweise durchaus gut, optisch fiel jedoch deutlich auf, dass es nur einen kleinen Kern Supportwilliger gibt, der sich momentan zentral im Fanblock positioniert hat.

Zum Spiel gibt es natürlich auch noch was - der baden-württembergische Tabellenführer stellte für unsere Jungs klar eine große Herausforderung dar. Bei unseren Dresdner Eislöwen fehlte neben Stammtorhüter Kellen Briggs auch Justin Kurtz (Gehirnerschütterung) und der Chemnitzer Doppellizenzspieler Georg Albrecht (Probleme nach einem Kniecheck). Auf der Gegenseite musste Headcoach Kevin Gaudet lediglich auf Berry Noe verzichten, der sich im Derby gegen Schwenningen eine langwierige Schulterverletzung zuzog und bis Saisonende ausfällt. Nach knapp fünf gespielten Minuten gingen die Gastgeber durch einen der gefährlichen Rodman-Brüdern in Überzahl in Führung. Nur reichlich zweieinhalb Minuten später konnten die Gäste aus der sächsischen Landeshauptstadt ebenfalls im Powerplay durch Routinier Hugo Boisvert ausgleichen. Exakt 30 Sekunden später war es Ex-Eislöwe Bastian Steingroß, der mit einem kuriosen Treffer sein aktuelles Team wieder in Führung brachte. Der Verteidiger hämmerte den Puck in Richtung Dresdner Tor, das Geschoss ging über Louis-Vincent Albrecht, der zur Verwunderung vieler im Kasten der Eislöwe stand, an die Plexiglasscheibe, prallte ab und traf Albrecht am Rücken, der den Puck unbeabsichtigt hinter die Torlinie leitete. In der 17. Spielminute war es David Rodman, der die schwarze Hartgummischeibe abermals hinter Albrecht brachte und somit ein sicheres Polster für sein Team schaffte. Im Mitteldrittel steigerten sich unsere Jungs gewaltig, Zählbares außer Strafen gab es für beide Seiten nicht. Der Schlussabschnitt gehörte unseren Jungs. Gefühlt lief der Puck nur in Richtung Joey Vollmer - leider wurde das Runde nicht ins Eckige gebracht. Die letzten 25 Sekunden war der Kasten von Albrecht zu Gunsten eines zusätzlichen Feldspielers verwaist und hier ließ sich erneut Marcel Rodman nicht lange bitten und schoss ungehindert aus Nahdistanz zum 4:1 Endstand ein. Trotz des ernüchternden Ergebnisses verabschiedeten sich die Spieler und wir traten die Heimreise an.

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