Outlaws Dresden

28.12.2012
F.P. Bremerhaven - Dresdner Eislöwen 5:3 (0:0,1:3,4:0)
Zuschauer: 4.254 (ca. 550 Dresdner)

(Erna P.)
Wenn Engel reisen, ..

.. hätte ich es genannt, das Wetter bestätigte es, aber Flocke war mit an Bord. Rüpel. Aber lest selbst. Notorische Zuspätkommer gab es auch zu dieser Auswärtsfahrt, bloß keine Gewohnheiten ändern. So verzichtete ich auf meinen geplanten Kaffee bei Transporterübergabe - selbst schuld, naja - und schaffte es mit nur geringfügiger Verspätung zu den einzelnen Treffpunkten. Hinterher war's eher ´ne Fahrt mit der Kirche ums Dorf, allerdings musste einer der Reisegefährten aus selbigen heraus gelockt werden. Hat geklappt.
11:45 Uhr ging's dann endlich auf die Autobahn, voll besetzt bis auf den sechsten Platz.
Nachdem fast jeder (eigentlich nur Flocke) seine Anreise schillernd bunt darlegte und für erste Lacher sorgte, war klar, dass es doch eine recht entspannte Fahrt werden würde. Sogar kann ich es rückblickend eine kleine "Mottofahrt" schimpfen, der Dorfpöbel, der sich auch in der Großstadt und auf dem Weg zur Küste nicht benehmen kann, bekannte: "Gewalt kommt mir nicht in die Tüte". Und das sagt einer mit neuem Berufswunsch, Bäcker. Wie sein Gesellenstück aussehen wird und die mögliche folgerichtige Reaktion eines Ordners ("Und was macht das Mischbrot im Stadion?!") sprechen da Bände. Der gemeine Leser wird sich jetzt sicherlich nur verwirrt umblicken, den Text nur noch querlesen und denken: "aha, die waren mit'm Transporter in Bremerhaven und nichts passiert", aber wir sind über genau das "nichts-passiert" ganz froh, der Zielort und das erlebte Spiel reißen's nicht raus, leider. Das Mischbrot ist übrigens geringfügig länger als Bengi, nur zum Vergleich. Später dazu mehr.
Flocke war dann unsere Kaffeemaschine, so wie's oben rein läuft, sprudelt's unten wieder raus. Und weil ich nichts von Gruppenstrafe halte, gab ich Flockes Wunsch am 300m-Schild nach und gönnte allen eine Pause. Dabei wurde strategisch klug Halle/ Saale eingenommen. Gute Jungs! Weitere strategische Finesse bewies Flocke beim durch gestresste Mitarbeiter abtörnenden McD, aber man muss sich ja auch stärken. Der wartende Mob wurde bis zum Drankommen lautstark mit Flockes Lieblingswitzen unterhalten, wobei aber strengstens drauf geachtet wurde, dass ein Familienvater mit seinen sieben(!) Anhängseln nicht doch irgendwie vordrängelt. Aber auch hier wusste Flocke bestens zu reagieren und bootete den Papa mit einfachen, aber eindringlichen Worten aus. Am Tresen zur Bestellung angekommen, musste man feststellen, dass nicht alle Menschen gerne arbeiten gehen. Ganz nach dem Motto: Er hat zwar einen Arbeitsplatz, nur nicht seinen. Einfach mal Mama oder Papa nach der Bedeutung dieser Äußerung fragen (vorausgesetzt sie sind ostdeutscher Abstammung) ;-)
Die restliche Fahrt drehte sich zu großen Teilen weiterhin um gewaltfreie Tüten, Auswärtsberichte diverser anderer Sportarten und den Umweg über Nordenham, von dem man bis dato wieder einmal vergessen hatte, wo es liegt und dass es überhaupt existiert (sorry Maik!). (Manch einer kennt sich jetzt immer noch nicht aus..)
In der Retrospektive war dann die Fährfahrt wohl das Highlight des Abends, obwohl Mitreisende beinahe einfach in Nordenham gelassen wurden. Immerhin galt es, Abfahrtszeiten einzuhalten, da ist keine Zeit für belanglose offene Seitentüren und Mitfahrer, die sich zwischen innen und außen befanden. Für günstige 14 € ging's dann trotzdem mit der ursprünglichen Besatzung über die Weser. Die Fahrt selbst verging recht schnell, obwohl gestaunt wurde über die immerhin 15 Minuten dauernde Überfahrt. Hier traf man auch auf die ersten (offensichtlichen) Pinguin-Fans. Beinahe kam es hier zum nächsten Schwund, was spielt der olle Flocke auch gerade dann Kaffeemaschine, wenn es von der Fähre runter aufs Festland geht. Verluste einkalkuliert.
Die nächsten Pinguin-Fans markierten beim Tankstopp den großen Max und stellten durchaus richtig fest, dass Transporter zumeist mit Diesel betankt werden, Respekt. Für die Halbstarken wäre aber Kindermilch angeraten gewesen, naja. Bloß gut, dass es ein payback-gestützter Tankstofflieferant war, so konnte man wenigstens die notwendigen Handschuhe mitnehmen, mit denen Bengi befreit werden muss, wenn man nicht den Beruf des Bäckers inne hat. Blöd nur, wenn der Handschuh nicht bis zum Ellenbogen reicht, Glück gehabt, Flocke!
Zum Spiel selbst bleibt leider nicht viel übrig, um es schön zu reden. Die Mini-Choreo wurde noch vorbereitet, wobei das Spruchband am Block angebracht und selbiger in drei Abschnitte unterteilt wurde, um die Folienstäbe optisch passend zu verteilen. Die Dinger aufzupusten und zu wedeln, wenn unsere Cracks aufs Eis kommen, das haben die meisten irgendwie geschafft. Alles Weitere fiel dann doch zu schwer und echte Stimmung konnte nicht wirklich aufkommen. Die ange- und betrunkene Sonderzugfahrt inkl. deren "Opfer", der Spielverlauf und das missachtete Choreo-Credo taten dann ihr Übriges.
Selbst für das Abbrennen pyrotechnischer Kleinsterzeugnisse (Vgl. Wunderkerzen) waren die Bremerhavener gut gerüstet, hoffentlich kennt sich Ivan auch mit dem Safety Kid aus und beschützt es nicht nur.
Also nach 60 erfolglosen Minuten wieder zurück Richtung Dresden. Immerhin hatten wir die Fährfahrt, die Fahrt selbst und die Choreo, andernfalls wäre es eine sehr, sehr belanglose 1060-km-Reise durch Deutschland geworden. Rückfahrtsaufheller war dann (wieder einmal) Flocke, der nachts just in selbigem McD der Hinfahrt eine etwas unbedachte Äußerung gucken lassen musste, sodass dann von anderen Mitfahrern das eigene Schweigegelübde gebrochen und nicht nur Kaffee gekauft, sondern auch das nette Gespräch mit Entschuldigung (seitens McD) gesucht wurde. Fazit: Es wurde gespendet und man konnte mit dem Glauben an das Gute im Menschen die weitere Fahrt nach Hause antreten.
Alles in allem fand man sich dann 5 Uhr früh im wunderschönen Dresden wieder und konnte ein erneutes, nicht sensationelles Sonderzugspiel abhaken.

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