Outlaws Dresden

23.12.2012
ESV Kaufbeuren - Dresdner Eislöwen 2:3 (0:0,0:0,2:2) n.P.
(in Landsberg)
Zuschauer: 2.261 (ca. 75 Dresdner)

(Gastschreiber Philipp)
Weihnachten? Wen interessiert das schon, wenn man das Highlight des Jahres schon einen Tag eher hat. Es sollte nach Landsberg gehen zum Spiel gegen Kaufbeuren. Also versammelte sich der harte Kern der Eischaoten gut gelaunt und getränkemäßig bestens versorgt kurz vor 11 auf dem Parkplatz Pieschener Allee. Dann ging es auch schon los und die Fahrt verlief unter dem Einfluss diverser Musik aus frühsten Kindheitstagen ereignislos, wobei es das ein oder andere interessante Gespräch gab. Auf einer Raststätte im weit entfernten ländlichen Bayern konnten noch einige Andenken "mitgenommen" werden und einige Zeit später kam man endlich in einem weit entfernten, kleinen Dorf mit zwei Häusern und einer Eishalle an. Richtig, wir waren in Landsberg. Leider gibt es vor der Halle keinen richtigen Parkplatz, sondern nur einen Acker, aber auch da kann man parken. Für den unschlagbar günstigen Preis von 11 Euro gab es dann eine Eintrittskarte für Studenten und nach einer weiteren dreiviertel Stunde kamen wir dann endlich ins Stadion. Bemerkenswert war, dass die mehr als 2000 Zuschauer nach einiger Zeit dann doch durch zwei Türen eingelassen wurden. Man merkt, auch die Bayern denken mit.

Zum Einlauf unserer Jungs sollte es einige Wunderkerzen geben, die aber sofort von einem Ordner mit grimmigem Blick verboten wurden. Trotzdem gab es einige unerschrockene Randalierer, die weiter Pyro zündeten. Der Ordner kam erneut und drohte nun den Block räumen zu lassen, wenn nicht die Übeltäter gefunden werden. Komischerweise gab es keinen Übeltäter und man blieb trotzdem im Block stehen. Einzige Konsequenz war, dass man nun unter Dauerbeobachtung von mehreren Ordnern und bayrischen Polizeibeamten stand. Aber dadurch kehrte endlich Ruhe bei den Randalierern ein und das Spiel begann.

Im ersten Drittel begannen die Hausherren aktiver, jedoch kamen die Löwen immer besser ins Spiel und wurden zunehmend spielbestimmend. Zählbaren Erfolg gab es aber auf keiner Seite und so ging man torlos in die Pause. Im zweiten Drittel gleiches Bild. Die Eislöwen kämpften und arbeiteten, konnten aber kein Tor rausholen. Auch ein Penalty wurde leider vergeben. Erst im Schlussdrittel konnte unser Sami zum 1:0 einnetzen. Leider konnten die Joker den Ausgleich erzielen und kurze Zeit später in Führung gehen. Doch die Eislöwen kämpften wie gewohnt und wiederum war es Sami, der den Ausgleich erzielte. So ging es in die Verlängerung und schließlich auch ins Penaltyschießen.
Dieses konnten die Dresdner mit drei Toren und einem klasse Safe von Kellen für sich entscheiden.

Die Stimmung auf Dresdner Seite war konstant laut und gut. Nach dem Führungstreffer der Eislöwen war der Gästeblock am Ausrasten, was dazu führte, dass die Ordner noch grimmiger schauten. Auch nach dem Rückstand supportete der Gästeblock in ordentlicher Lautstärke. Soweit ist ja alles gut, aber was dann folgte, erschüttert ganz Eishockeydeutschland.

Nach dem Sieg zündeten mehrere Hooligans auf Dresdner Seite Wunderkerzen und sangen verharmlosende Lieder wie "Wunderkerzen sind doch kein Verbrechen". Einige Ordner erlitten Verbrennungen an den Händen. Die Landsberger Ordnungskräfte waren völlig überfordert und konnten den wütenden Mob nur mit Mühe unter Kontrolle halten. Als dann die Fans das Stadion verließen, eskalierte die Situation völlig. Neben weiteren Wunderkerzen wurden Blinker und Böller geworfen und selbst die anrückende Polizei konnte die Fans mit solchen Sätzen wie "Bei uns läuft es etwas anders als bei euch im Osten" nicht stoppen. Selbst die gegnerischen Fans zeigten sich schockiert und brachten dies auch mit Sätzen wie: "Ich würde mich schämen" zum Ausdruck. Nach einiger Zeit konnten die Dresdner endlich sicher zum Bus geleitet werden. Auf dem Acker angekommen, flogen erneut pyrotechnische Erzeugnisse zwischen die wild durcheinander fahrenden Traktoren und Pferdekutschen der bayrischen Bauern. Schließlich konnten die bayrischen Polizeibeamten auch die letzten Randalierer dazu bewegen, zurück in den Bus zu steigen, der sie wieder in den zurückgebliebenen Osten bringen würde.

So ging es also wieder zurück, wobei man einen Stopp beim goldenen M einlegte. Nachdem die Filiale völlig überfordert war und doch den Umsatz des Jahres gemacht hatte, fuhr man eher schlafend und ohne weitere Vorkommnisse in das schöne Dresden zurück, das man gegen 6 Uhr erreichte. Dann ging es schnell nach Pulsnitz und ins Bett, damit man dann doch am Heiligabend teilnehmen kann.
Abschließend kann man sagen, dass Bayern doch irgendwie ein eigenes Land voller komischer Ansichten und Menschen ist…

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