Outlaws Dresden

21.12.2012
Dresdner Eislöwen - Ravensburg Towerstars 4:2 (0:2,3:0,1:0)
Zuschauer: 2.673 (ca. 80 Ravensburger)

Wer in Drittel eins 2:0 führt, gegen Eislöwen stets verliert!

(shadow)
Laut einiger "Experten" sollte ja am 21.12.2012 die Welt untergehen. So fanden sich am Abend der bevorstehenden Apokalypse noch einmal einige Hockeyfans im heimischen Löwenkäfig ein, um sich ein angeblich letztes Mal an einem Eishockeyspiel zu erfreuen. Auch aus Ravensburg machte sich ein ordentlicher Pulk auf den Weg nach Dresden. Zwar nicht wie ursprünglich geplant mit einem Sonderzug, sondern mit zwei Bussen. Dass die Jungs und Mädels aber Bock auf das Spiel haben und eine ordentliche Show abliefern wollen, war schon beim Einfahren auf den Parkplatz zu hören, da sie sich beim Warmsingen schon etwas Gehör verschafften. Und auch der Einzug in die Eishalle verlief alles andere als leise. Es könnte also mal wieder ein Nicht-Derby mit schöner Hockeyatmosphäre werden.

Erkältungsbedingt musste ich leider auf jeglichen Support und Ausraster meinerseits verzichten und war zum meist dumm rumstehen und mitklatschen verdonnert. Was genau genommen schon ein persönlicher Weltuntergang ist. Aber so bekam man mal etwas von den Persönlichkeiten um einen herum mit. Und wir haben schon verdammt viele Hobbytrainer und wahrscheinlich auch ehemalige Ex-Eishockeyspieler in den Reihen unserer Nordkurve. Diese waren im ersten Drittel nämlich mehr damit beschäftigt das Geschehen auf dem Eis zu kommentieren und kritisieren, als mal etwas zur Stimmung beizutragen. Zugegeben, das erste Drittel war auch nix für's Auge. Überhastet und unpräzise gespielte Pässe prägten das Bild der ersten 20 Minuten. Bis es die erste sehenswerte Aktion vor des Gegners Gehäuse geschafft hatte, lag man schon wieder mit 2:0 hinten. Wieder besonders bitter, das 2:0 fiel bei eigener Überzahl. Solche Klopse ist man von unseren Eislöwen in dieser Saison zwar fast schon gewohnt, aber irgendwie kommen da die Gedanken an die deutlichen Klatschen gegen Riessersee und Landshut von vor wenigen Wochen wieder hoch. Sollte heute also doch Weltuntergang für die blau-weißen Fanseelen sein? Wenigstens in eigener Unterzahl konnte wieder unter Beweis gestellt werden, dass die Defensive funktioniert.
Gemäß dem Spielverlauf lieferte man auf Ravensburger Seite einen ordentlichen Auftritt ab und setzte die zwei großen Trommeln, welche zentral im Block aufgestellt wurden, akustisch gut in Szene. Auch optisch machten die Gäste mit ihren vielen Schwenkern einiges her. Auf eigener Seite kann die Stimmung schon als grottig beschrieben werden. Viele lange Gesangspausen, welche gelegentlich durch nicht gerade laute Passagen unterbrochen wurden. Das erste Drittel also eines zum Vergessen.

In der Pause scheint der richtige Trainer der Eislöwen aber die passenden Worte gefunden zu haben und so bekam man im zweiten Drittel eine ganz andere Mannschaft zu sehen. Von Beginn des Mittelabschnitts an waren die Dresdner sehr bissig und konnten viel Druck auf den Gegner und dessen Tor aufbauen. So konnte in der 24. Minute das erste Mal in der Nordkurve gejubelt werden, als Gosdeck sich wieder einmal in die Torschützenliste eintragen konnte. Nur fünf Minuten später sorgte Jarrett für den Ausgleich. Spätestens jetzt war man auch in der Nordkurve wieder auf dem Plan und machte endlich das, was ein jeder Fan in dieser Kurve machen sollte, Stimmung. Und keine weiteren fünf Minuten später sorgte Kaartinen für die Führung. Sofort wurde die Gelegenheit genutzt, um das Reihenhüpfen anzustimmen und es machten auch endlich mal wieder alle Leute in der Nordkurve mit. Sogar auf den Oberrängen beteiligten sich vereinzelte Gruppen. Klasse! Vielleicht bekommt man ja wirklich irgendwann einmal das ganze Stadion zum Hüpfen?!
Yes, drei geile Tore und wieder ein Spiel gedreht! Nur blöd, dass im zweiten Drittel das Tor immer so weit entfernt ist und man so wenig davon sieht. Egal.
Perfekt lief das Ganze aber trotzdem nicht. Natürlich war auch in dieser Druckphase nicht alles gut und es schlichen sich diverse Abspielfehler ein. Ravensburg kam trotzdem zu guten Chancen und manchmal blickte die Dresdner Abwehr etwas verwirrt dem Puck hinterher. Ravensburg spielte nach dem 3:2 aggressiver nach vorn und konnte sich so die beste Chance zum Ausgleich erspielen, welche gut hörbar, trotz gerade recht lautem Dresdner Support, am Pfosten endete. Geht der rein, wird es ein anderes Spiel. Wenn nicht, umso besser für uns. Danach die Löwen jedenfalls wieder besser im Spiel und so ging man mit 3:2 in die zweite Pause.

Im letzten Drittel entwickelte sich auf dem Eis ein schnelles und auch aggressiv geführtes Spiel. Allerdings ließ der Schiri das ein oder andere Foul ungeahndet, obwohl teilweise schon zwei Strafminuten angebracht gewesen wären. Ein eigenes Unterzahlspiel konnte wieder unbeschadet heruntergespielt werden, bis es dann gegen Mitte des Schlussabschnitts doch noch zwei Strafen gegen Ravensburg gab. In dieser 5:3-Überzahl sollte man doch den Sack zumachen können! Fanden auch die Hobbytrainer hinter mir. "Schieß doch, Junge!!" brüllte es am laufenden Band. Naja, dafür muss die Schussbahn aber auch halbwegs frei sein. Die Löwen bissen sich im Gegnerdrittel fest und zogen die Abwehrreihen durch viele Pässe schön auseinander und auch der Keeper musste immer wieder seinen Kasten neu abdichten. Chancen gab es einige, aber erst kurz vor Ablauf der Strafe klingelte es im Kasten. Hajek von der Blauen aus direkt in die Mitte, Boisvert dabei super für freies Geleit gesorgt. Schönes Ding, 4:2! Wirklich gefährlich wurde Ravensburg danach nicht mehr. Erst als der Goalie gegen den sechsten Feldspieler eingetauscht wurde, war es dann doch nochmal brenzlig, aber die Führung wurde souverän über die Zeit gerettet.

Großartig zurück gekämpft und letztendlich verdient gewonnen.
Eine schöne Geste von u.a. André Hübscher, welcher direkt nach dem Handshake vor die Nordkurve fuhr, um den Fans für die Unterstützung zu danken. Da sieht man doch wieder, dass das, was von/aus der Kurve kommt, das Geschehen auf dem Eis positiv beeinflusst. Auch der Rest der Mannschaft war gut drauf und feierte den Sieg ausgiebig mit den Fans. So viel Feierfreude ist ja fast schon ungewohnt, aber es machte sichtlich allen Spaß.

Stimmungsmäßig hat Ravensburg gut losgelegt, aber ab dem zweiten Drittel akustisch mehr und mehr nachgelassen. Nur die Schwenker wurden bis zum Schluss fleißig gewedelt.
Auf Dresdner Seite das Bild eher umgekehrt. Erstes Drittel schlecht, aber dann ordentlich gesteigert und für gute Atmosphäre gesorgt.

Der Fluch des Weihnachtssterns in der Halle konnte nach diesem Spiel besiegt werden. Jetzt gilt es, den Sonderzugfluch zu besiegen. Vielleicht meinten die Maya ja das mit der neuen Zeitrechnung. Wir sehen uns in Bremerhaven!

Frohes Fest!!

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