Outlaws Dresden

19.10.2012
ETC Crimmitschau – Dresdner Eislöwen 4:5 (0:1,3:1,1:3)

Zuschauer: 5.081 (ca. 750 Dresdner)

Eher zufällig ergab sich der glückliche Umstand, die Derbybetrachtung aus drei Blickwinkeln geschildert zu bekommen.
Dopplungen und Ähnlichkeiten sind möglich (und durchaus gewollt). Das Derby brachte Ereignisse mit sich, die wohl jedem Berichteschreiber unter den Nägeln brennen.

(shadow)

Teamgeist besiegt NHL-Individualisten

Es war nicht das von Crimmitschau erhoffte "größte Sachsenderby aller Zeiten". Aber gut gefüllt waren die Ränge trotzdem, was ja schon mal eine gute Grundlage für ein Derby ist. So machte man sich also am späten Freitagnachmittag, bei strahlendem Sonnenschein, mit einem Bus und drei Neunern auf den Weg nach Crimmitschau. Dort angekommen stellte man fest, dass man bei der Parkplatzorganisation für besagtes "größtes Sachsenderby" schon mal versagt hat bzw. die Einweiser etwas überfordert schienen. Aber schließlich fand man doch noch einen Platz auf einem der umliegenden Kuhäcker und dann ging es in Richtung Eishalle.

Nach 5 Siegen in 5 Heimspielen machte bei Crimme wohl so etwas wie Euphorie die Runde und so schallte das eine oder andere Liedchen schon vor Spielbeginn durch die Halle. Beim Einlauf der Mannschaften wurden fleißig gesponserte Wunderkerzen abgebrannt. Daran beteiligten sich auch die mitgereisten Dresdner, mit nicht gesponserten Wunderkerzen und hielten zudem eine Zaunfahne mit der Aufschrift "Alles außer Dresden ist scheiße" hoch. Dazu noch ein paar Fahnen und ein lautes ESC aus den Kehlen der Fans, fertig. Ach ja, in der Heine-Kurve gab es sowas wie eine Choreo, aber hat diesen Namen eigentlich nicht verdient und ist deswegen an dieser Stelle auch nur eine kleine Randnotiz geworden.

Das erste Drittel begann dann auch wie man es von einem Derby kennt. Erstmal nix überstürzen, verteidigen und den Puck sicher laufen lassen. Wenige, aber dann meist gute Torchancen. Das erste Tor des Abends schoss dann auch der Gastgeber, welches aber nicht gegeben wurde.
Freundlicherweise spendete man in der anschließenden Unterbrechung dem heimischen Eismeister ein gut gekühltes Suppenhuhn, welcher sich über dieses Geschenk sehr freute und es unverzüglich entgegennahm. So ist das halt auf'm Dorf, da hilft jeder jedem!
Auf dem Eis ging es auch irgendwann wieder zur Sache und auch etwas munterer hin und her. In der 16. Minute war es dann endlich soweit, bis das erste (reguläre) Tor auf Seiten der Dresdner Eislöwen, in Überzahl(!) durch Martin Heider fiel. Nach gutem Support in diesem Drittel war der Torjubel natürlich entsprechend groß. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die erste Pause.

In Unterzahl musste man das zweite Drittel beginnen. Aber dieses war so gut aufgestellt, dass man in keinem der sieben Unterzahlsituationen im Laufe des Spiels ein Tor kassierte.
Leider kassierte man in der 4. Minute den Ausgleich. Und hoppla, es wurde ja direkt mal wieder ein wenig lauter in den Nichtgästeblockregionen. Der Stimmung im Gästeblock tat das allerdings kein Abbruch. Als aber in der 5. Minute auch noch der andere NHL-Kasper traf und somit die Führung für die Eispiraten schoss, hielt man dann doch erst mal geschockt inne. Umso lauter war der Rest des Stadions.
Lange konnte man das Schweigen aber nicht aufrecht erhalten. Kämpfen und Siegen war jetzt das Motto und so sollte es nur bis zur 7. Minute dauern bis man den Spielstand wieder ausgleichen konnte. Und man staunte nicht schlecht, dass der Treffer wieder in Überzahl fiel, diesmal durch André Mücke.
Nach den zwei schnellen Gegentreffern und dem schnellen Ausgleich sollte man meinen, dass die Löwen wieder ihre Zuordnung gefunden haben. Das sollte aber noch bis zur 8. Minute dauern, als man wieder in Rückstand geriet. Crimme beim Torjubel wieder richtig laut, aber das sollte im Spielverlauf immer mehr nachlassen. Richtiger Support sieht anders aus. Nicht so bei den Dresdnern, die weiter versuchten ihr Team zu pushen.
In der Folge des Drittels gab es zwar noch einige gute Chancen, aber die Goalies hatten ja auch noch ein Wörtchen mitzureden. So ging man also mit einem 3:2 für's Heimteam in die Pause.

Zu Beginn des dritten Drittels durfte man sich dann mal wieder im Power Play probieren, aus dem diesmal leider kein Treffer folgte. Stattdessen musste man sich kurz danach bis zur 10. Minute in Unterzahl, davon zweimal 5 gg. 3, gegen die Angriffe der Piraten wehren. Aber Crimme war an diesem Abend einfach zu blöd für's Überzahlspiel. Man hätte auch mal wieder ein Unterzahltor schießen können, aber da fehlte dann wohl doch etwas die Luft für einen schnellen Alleingang auf den Keeper. Diese hatte dann aber Boisvert, als er nur durch ein Foul gestoppt werden konnte und es einen Penalty gab. Im Gästeblock bereitete man sich auf den Torjubel vor, die Fahnen waren griffbereit, das Tor konnte fallen. Aber Boisvert verschießt.. FUCK!!
Aber lange sollte man nicht mehr auf den erneuten Ausgleich warten müssen. Jari Pietsch war der glückliche, der einen Nachschuss zum 3:3 verwerten konnte. Von Crimmitschauer Seite nicht mehr viel zu hören, sollte man sein Team doch grad in einer solchen Situation unterstützen. Egal, stimmungstechnisch ist Dresden weiter gut dabei und es fühlt sich schon eher nach einem Heimspiel an.
In der 16. Minute packt David Hájek einen Hammer von der blauen Linie aus, der im Netz landet. Der Gästeblock steht Kopf! Jetzt gibt's kein Halten mehr, jetzt werden wieder diese extra Emotionen frei, die ein Derby zu einem Derby machen. Die Eislöwen führen 4 Minuten vor Schluss mit 4:3! Obwohl die Stimme eigentlich schon total im Arsch ist, findet man doch noch eine Möglichkeit, irgendwie ein paar laute Töne rauszubringen.
Gosdeck netzt eine Minute vor Schluss dann auch noch zum 5:3 ins leere Tor ein, stellt sich vor den Gästeblock und deutet auf das Dresden-Logo auf seinem Trikot. Wohl im Bewusstsein darüber, bei einigen Dresdner Fans keinen so guten Stand zu haben, aber einer Geste welche man durchaus als Entschuldigung für frühere Entgleisungen durchgehen lassen kann.
Gerüchten zufolge soll dann noch das 5:4 gefallen sein, aber das hat im Gästeblock eh keiner mehr mitbekommen und im Rest des weiten Rund anscheinend auch nicht, weil ein Torjubel der Heimfans ausblieb bzw. nicht mehr wahrgenommen wurde.

Nach dem Abpfiff wurde das Team für die 3 Punkte ordentlich gefeiert. So erhielt auch der eine oder andere Spieler mal die Möglichkeit, mit dem Schwenker zu wedeln, was ihnen wohl auch Spaß machte. Spaß hatten an diesem Tag wohl alle Dresdner und das UFFTA! war garantiert auch noch auf den weit entfernten Kuhäckern zu hören.
Es war wieder einmal mehr ein spannendes, packendes Derby, das Lust auf mehr macht! Mehr Derbies und mehr auf Dresdner Eishockey. Die Heimspielpremiere kann also kommen!

Fazit: Stimmung im Gästeblock, sehr edel!! Crimmitschau mit gutem Beginn, aber ab dem zweiten Drittel stark nachlassend.

Warum allerdings sechs frustrierte Crimmitschauer Spritzer versuchten, einer einzelnen Person Fahnenmaterial abzuziehen, erklärt sich mir nicht. Zumal es für ein Derby diesmal sehr friedlich auf den Rängen zuging, was Beleidigungen des Gegners betrifft.
Nachdem man seinen fahrbaren Untersatz im Dunkel ausfindig gemacht hatte, machte man sich auch schleunigst auf den Heimweg, sodass man sich so gegen 1 Uhr wieder in der Hauptstadt einfand.

--

(Erna P.)

"Das größte Sachsenderby aller Zeiten" hahaha!

Mangels Heimspiele und mittlerweile fast kaltem Eishockeyentzug (zumindest was mich betrifft) fand ich mich dann in einem der drei Transporter, die samt Fanbus und zahlreichen Privatfahrern in Crimmitschau eintrudelten, wieder.
Die Fahrt wieder einmal ereignislos bis auf den obligatorischen Halt am Auerswalder Blick. Anerkennend muss ich unseren festlich geschmückten 9er erwähnen.

Was die Ankunft in Crimmitschau, wo bereits an der einzigen Sehenswürdigkeit Crimmelsdorfs Dresden ausgeschildert ist, betrifft, bleibt nur zu sagen, dass nicht jeder, der eine orangefarbene Weste trägt, tatsächlich etwas zu sagen hat. Sei es auch mit Händen und Füßen und wildfuchtelnden Gesten. Geparkt haben wir dann dort, wo der Transporter auch tatsächlich Platz genug hatte. Auf dem Weg zum Sahnpark musste nur noch Obacht hinsichtlich Schuhscheiße gegeben werden.

Gut gefüllt war auch der Gästefanblock, welcher ca. 35 min vor Spielbeginnn noch dringend um die geplante Pufferzone erweitert werden musste, damit die ca. 1000 Gäste (±500) auch tatsächlich Platz fanden. Schließlich wollte auch keiner die völlig euphorisch durchgeführten Laolawellen der noch nichtsahnenden, vom Lautsprecher gepeitschten Piratenfans verpassen. Kuschelderby.

Dass sich auf dem Eis nicht ein einziger Zentimeter geschenkt werden würde, war im Vornherein klar. Dass der Crimmitschauer Block allerdings Lästerstoff liefert, damit konnte ich nicht rechnen. Ein peinliches "Let's do it again" leuchtete mir zwischen dem ganzen flankierenden Fahnenstoff entgegen und erinnerte mich an einen Tag, so ziemlich genau vor drei Jahren. Das Original-Fälschung-Beispiel kann sich jeder Interessierte per Internetrecherche selbst raussuchen.
Unsererseits einige Fahnen und Banner und Wunderkerzen, nichts Besonderes zum Derby außer dem allgemeingültigen Credo: "Alles außer Dresden ist scheiße!"
Allgemein bemerkte ich beiderseits ein Hochgefühl, wenn es um die Führung und bedrängende Situationen auf dem Eis ging, sonst war die Stimmung eher mäßig, crimmitschauerseits mies. Bei uns änderte sich dies wenigstens ins Positive, wohingegen die Heine-Kurve in den wirklich wichtigen Momenten eher versagte.

Wie gesagt, auf dem Eis der Puck und das jeweilige gegnerische Tor hart umkämpft, im Überzahlspiel für uns das 1:0. Irgendwie ist bereits zuvor aus Crimmitschauer Sicht der Puck im Tor gelandet, wurde aber nicht als verwertbarer Treffer gezählt. Pause.

Im zweiten Spielabschnitt überschlugen sich dann irgendwie die Ereignisse. Die NHL-Stars glänzten mit Anschießen, sodass aus unserer Führung ein 2:1-Rückstand wurde durch Eigentor und einem weiteren, zugegebenermaßen präzisen Innenpfostenschuss.
Das altbekannte Gefühl ("das war's!") stellte sich allerdings nichts ein, eher sah ich eine wirklich stark kämpfende Löwentruppe, die in Unterzahl defensiv wirklich super arbeitete. Das spornte natürlich auch auf den Rängen an, sodass der Support auch buchstäblich als solcher aufgefasst werden konnte. Immerhin sollte zu diesem Zeitpunkt das bestehende 3:2 kein vorzeitiges Spielergebnis darstellen.

Das letzte Drittel setzte dann meiner Freude die Krone auf, indem Hájek mit einem sehr geilen Weitschuss Albrechts Defizite als Schlussmann aufzeigte und zu guter Letzt Gosdeck ins leere Tor einnetzte. Das ergebnisbeschönigende 4:5 ging einfach unter.
Kleine Pöbeleien und Rangeleien begleiteten sowieso schon das ganze Spiel, also war es nur noch eine Frage der Zeit, bis der nicht wirklich linientreue Schiri Jarrett zur 10minütigen Bedenkzeit auf die Bank schickte. Teilweise schien mir der Schiri ein einfacher Hobbyförster aus den Wäldern um den Sahnpark auf Schlittschuhen zu sein, mit dem gegebenen Penalty relativierte sich das etwas. Was genau HSR Bidoul am ganzen Abend bezweckte, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Aber ich will ja nicht nur meckern.. großes Plus des Abends: 4:5 gewonnen!

Lieben Gruß an die ortsansässigen (K)ultras und die zwei schwarz gekleideten Angsthasen: Nachwuchsarbeit habt ihr nicht gerade großgeschrieben, wie sonst soll ich mir das 6:1 erklären? Wenigstens haben sich die liebevoll auf "übelst dumm und hässlich" und "nur hässlich" getauften Burschen schnell verpisst, als es etwas rauer zuging. Ich hoffe, die Fruchtzwergebecher im Rucksack sind dabei nicht zu Bruch gegangen.

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(Marko)

Die Stimmung und das DRUMHERUM
you only sing when you're winning

Am Freitag ging es endlich mal wieder in den Sahnpark und für die meisten Dresdner Fans startete die Eishockeysaison mit unseren Dresdner Eislöwen nun endlich aus spielbesuchstechnischer Sicht.
Die prognostizierten eintausend Dresdner sind es natürlich nicht geworden, aber 750 Personen auf Dresdner Seite sind im Vergleich zu den letzten Jahren die höchste Zuschauerzahl. Beim ETC sprach man in den Wochen vorm Spiel bereits vom größten Sachsenderby aller Zeiten und weiteren Superlativen. Ich finde solche Sachen immer sehr übertrieben, sogar regelrecht daneben und gehe mal davon aus, dass es finanziell bei den Piratchen nicht so gut aussehen kann. Auch sprach man bereits von ausverkauft und ähnlichem Blödsinn. Immerhin hatte das ganze seine Wirkung im Vorfeld nicht verfehlt und so besorgten sich zahlreiche Fans ihre Karten über das Internet oder fuhren sogar von Dresden nach Crimmitschau, um sich selbige zu kaufen. Hilfe, so macht man die Leute sinnlos verrückt und kurbelt den Verkauf künstlich an. Manche finden das wahrscheinlich schon wieder clever, aber es fehlte wohl einfach kurzfristig an finanziellen Mitteln, um die Versicherung und weitere Kosten für die beiden NHL-Stars zu bezahlen. An der Tageskasse waren dann natürlich noch genügend Karten verfügbar und die rund 5.500 zahlenden Besucher, welche "ausverkauft" bedeutet hätten, blieben aus. Immerhin beehrten 5.081 Zuschauer das Eisstadion, was ich aber für übertrieben halte und persönlich von 4.500 Anwesenden ausgehe.

Die Einlaufshow war im Großen und Ganzen wirklich nicht schlecht und das Wunderkerzenmeer bei voller Halle ist einfach Eishockeygfeeling pur. Auch sang man sich bereits im Vorfeld auf Heimseite ein wenig ein, worauf im Gästeblock verzichtet wurde. Außerdem kam es immer wieder zu Musikeinspielungen, welche übrigens während des Spiels einfach nur nervten und mit vollkommen sinnloser Lautstärke schallten.

Die beiden NHL-Cracks verließen dann Crimmitschau wohl ganz schnell nach ihrem letzten Spiel am Sonntag in Rosenheim in Richtung Tschechische Republik, wer kann es ihnen verübeln, konnten sie doch so endlich nach 30 Tagen wieder aus der Provinz ausbrechen. Natürlich sicherten sich die Verantwortlichen in Crimmitschau im Laufe der Woche die Dienste des nächsten NHL-Spielers, nun gleich bis zum Ende des Lockouts. Da scheint ja reichlich Geld vorhanden zu sein bzw. ist man gewillt, weiter mit dem finanztechnischen Feuer zu spielen.

Sehr schön finde ich übrigens folgende Zeilen, die während der umfangreichen Einlaufshow an die Adresse der Gäste gerichtet worden sind: "Mit tausendfacher Unterstützung wird sich ihr Entsetzen noch verstärken und sie werden froh sein, wenn sie die Siegesgesänge nicht mehr hören müssen." Irgendwie süß.
Auf Crimmitschauer Seite gibt es ja eine recht bekannte Ultragruppierung. Diese hatte heute ihren Sachsenmeisterlappen vom letzten Jahr hervorgeholt und präsentierte anschließend das hässliche Spruchband: "Let's do it again!". Nun ja, zu dem Thema haben die anderen Schreiber schon genug gesagt. Die Fahnen dahinter fand ich aber gut. Aktion der Marke: Hauptsache was gemacht; Dann sollte man es vielleicht lieber lassen. Inhaltlich irgendwie auch ein wenig befremdlich. Geblendet vom ersten Derbysieg gegen den sächsischen Rivalen ganz weit im Osten ist die Mission Titelverteidigung (Sachsenmeister natürlich) nun wohl als das wichtigste Saisonziel ausgegeben worden, zumindest in der Heinekurve. Wir werden sehen.
Auf unsere Seite ein paar Fahnen, zwei große Schwenker, die "Alles außer Dresden ist scheiße!"-Zaunfahne und ein paar gebündelte Wunderkerzen, fertig. Der Block war sehr gut gefüllt und es wurde auch heute zum Teil wieder sehr deutlich, dass etliche Fans dabei waren, die genau zweimal im Jahr auswärts fahren und diese beiden Fahrten wohl nach Westsachsen durchführen. Verdammt, da ist ja noch der Sonderzug, also doch dreimal im Jahr, toll.

Auf Dresdnerseite war man bemüht einen ordentlichen Auftritt abzuliefern und das klappte im Großen und Ganzen gesehen doch ganz gut. Immerhin konnte man einen Teil zum Singen bewegen und so war das doch ein ganz guter Support, wenn auch nicht überragend und mit einigen Hängern, die aber nur nach Gegentreffern auftraten. Gerade als das Team die Unterstützung brauchte, war man aber immer da und versuchte alles, um die Jungs nach vorn zu treiben. Gerade der Führungstreffer im letzten Drittel war schon stark, wenn zuvor der ganze Block "Immer vorwärts Dresdner Jungs!" sang.
Von der Heimseite war ich doch sehr enttäuscht, hatte das noch zaghafte Einsingen vorm Spiel ein paar Hoffnungen bei mir geweckt. Gerade mal 30-40 Leute erhoben ihre Arme und begannen mit dem Support. Natürlich wurde es beim Lieblingsschlachtruf auch mal lauter und mit dem entsprechenden Spielverlauf kam im Sahnpark auch endlich mal etwas Stimmung auf. Aber so richtig toll war das alles nicht, wenn lediglich während bzw. nach den jeweiligen Führungstreffern mal richtig gesungen und supportet wurde.
Kultig übrigens, das echte tote Huhn, welches nach einer vermeintlichen Schiedsrichterfehlentscheidung aufs Eis geworfen und erst nach umfangreichen Besprechungen entfernt worden ist. Allerdings sollte man die Situation in Zukunft besser auswählen und auf den fehlerhaften Pfiff geduldiger warten.

Gosdeck zeigte übrigens voller Emotionen, für welchen Club er jetzt spielt und für welche Fans er die Tore aktuell schießt. Nun ja, ich bin da sehr skeptisch, wenn ich bedenke, welche Ausrutscher er sich in der Vergangenheit geleistet hat. Seine Leistung überzeugt auf jeden Fall und zumindest scheint er zu wissen, dass ihm noch lange nicht die Dresdner Herzen gehören. Soll er sich mal die Saison weiter ranhalten und vielleicht auch eine Weile länger in Dresden bleiben, dann kann das durchaus was werden. Immerhin schnappte er sich nach dem Spiel einen großen blauweißen Schwenker und feierte damit ausgiebig auf des Gegners Eis. Auch eine weiter kleine Fahne fand den Weg zu den Spielern und am Ende wurde das ganze Spektakel mit der ANTI-WSW Fahne gekrönt, wobei die Spieler eine Weile ausdiskutierten, wer diese nun entgegennehmen und präsentieren würde. Es folgte noch ein sehr starkes UFFTA, was eine beachtliche Lautstärke erzielte und auch die ostsächsischen Freunde wurden intensiv gegrüßt. Übrigens wurde das gesamte Prozedere von einigen Crimmitschauer Pfiffen begleitet. Und das waren nicht nur einige wenige Idioten und das von unseren lieben Freunden, ich musste angewidert den Kopf schütteln: "Dresden und der ETC, …".
Da mussten die Bösen nun also die Siegesgesänge der Guten in der eigenen Halle hören, sehr schön.

Schließlich waren die Feierlichkeiten beendet und man verließ geschlossen die Halle. Draußen sammelte man sich und wartete noch eine ganze Weile auf etliche Nachzügler. Schon lustig, wie man dabei von Ex-KC-Mitgliedern intensiv aus der Nähe beobachtet wird und diese wenig später massivst am Telefonieren sind. Man bekam nun die Nachricht, dass eine Einzelperson der Nordkurve von einer Gruppe junger Menschen mit der Absicht, dessen persönliches Material zu entwenden, angegriffen worden ist. Durch das beherzte Eingreifen eines Beobachters konnte aber Schlimmeres verhindert werden. Sechs Jungspunde waren da also unterwegs und einige davon mit KC-Klamotten, aha, sehr interessant. Am Ende passierte dann nichts weiter und man konnte schließlich wieder geschlossen abfahren. Wirklich kein schlechter Derbytag!

Danke für den Sieg Jungs!

Bis Sonntag zum ersten HEIMSPIEL in der EISSPORTHALLE DRESDEN!!!

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