Outlaws Dresden

07.04.2012
REV Bremerhaven vs. Dresdner Eislöwen
2:1 n.V.
Zuschauer: 1676 (ca. 100 Dresdner)

(Bademeister)

Das definitiv letzte Auswärtsspiel dieser denkwürdigen Saison stand an.
Nach Bremerhaven sollte es also am Karsamstag gehen und dank herausragender Vorarbeit unserer Cracks in den letzten Spielen, konnte man bereits hier - am vorvorletzten Spieltag der Abstiegsrunde - den Klassenerhalt mit einem lächerlichen Pünktchen perfekt machen. Da zudem der Termin äußerst günstig im Kalender lag, ließ sich einiges an Personal mobilisieren und bereits 6:45 Uhr startete der Fanbus und ein Neuner mit einschlägig bekannten Personen Richtung Norden.
Der Autor dieser Zeilen hatte die ehrenvolle Position des Busverantwortlichen inne, weshalb er bis Leipzig circa erst mal nur mit Portemonnaie, Taschenrechner und beachtenswerten Geldsummen hantierte, während sich die harten Jungs dahinter schon mit Milch volllaufen ließen. Undankbarer Job, macht sowas bloß nicht!!

Dank der frühen Abfahrt war man bereits kurz vor zwei in Bremerhaven und schnell war klar, dass man die Zeit zum Bummeln am Hafen verbringen wird. Da zudem die Bremerhavener Szene um die Seestadt Boys Besuch aus Hannover (SU) erwartete, hätte man sich ja zufällig bei der Stadtführung über den Weg laufen können und diese dann gemeinsam fortsetzen, so der Gedanke. Dem war jedoch nicht so, stattdessen schlenderten die Dresdner bei herrlichem Wetter alleine an der Promenade entlang und beim Besichtigen diverser Schiffe, Gedenksteine und Aufkleber schoss der Kulturfaktor in die Höhe. Nach einer Stunde war das Sightseeing beendet und es ging ins hässliche Hinterland von Bremerhaven, zur Eishalle.

Dort waren bereits einige Dresdner eingetroffen und nach ein paar Gesprächen schaffte man es, sich kompakt und geschlossen hinter diversen Zaunfahnen am ersten Wellenbrecher zu versammeln. Optisch soweit also top... Der Rest der Halle füllte sich angesichts der Endzeitstimmung in BHV stärker wie vermutet, wenngleich die Kulisse natürlich kein Vergleich zu letztem Jahr war, als beide Teams in den POs die Kellen kreuzten.
Zum Intro gab es bei uns blau-weiße Luftballons untermalt von einem roten Blinker in der Blockmitte, BHV nichts Nennenswertes.
Das Spiel begann und nachdem das erste Drittel verstrichen war, wähnten sich wohl alle Beteiligten im falschen Film: Ein Freundschaftsspiel der schlechteren Sorte war das. Kein Kampf, keine Siegeswille, kein Körperkontakt. Beide Teams waren sich der Bedeutung des Spiels wohl nicht ganz im Klaren, könnte man meinen.
Anfang des zweiten Drittel trafen die Pinguine dann zum 1:0 und unsere Klassenerhaltssause auf der Rückfahrt drohte zu kippen. Auf das Spiel unserer Löwen nahm das jedoch erst mal keinen Einfluss, denn bis ins letzte Drittel hinein machte man viel zu wenig um diesen einen verschissenen Punkt nach 60 Minuten zu erkämpfen. Auch die Stimmung beider Fanlager war bis zu diesem Zeitpunkt unterirdisch und vor allem im Dresdner Block sehr angespannt. Dann endlich traf Geburtstagskind Sami Kaartinen zum Ausgleich, der Block rastet aus, das Tor bedeutet den Klassenerhalt, denn kurz darauf sind die 60 Minuten um - Dresden ist gerettet! Und was ist das für ein geile Geschichte, dass ausgerechnet der Stürmer für das Dresdner Happy End sorgt, nach einer Seuchensaison ohne Beispiel, der das ganze Jahr über Ladehemmung hatte und seiner Form aus dem Vorjahr hinterherlief. Ausgerechnet er macht das wichtigste Tor der Saison!

Die Verlängerung interessiert nun überhaupt niemanden mehr, der Block feiert ausgelassen den Klassenerhalt und das ein oder andere Osterfeuer wird entzündet. Als die Dresdner Fans sich schon hinter der Spielerbank versammelt haben, um ihren Helden zu huldigen, schießt Bremerhaven das 2:1 und besiegelt damit seinen Abstieg, da Crimme ein paar Stunden später an der Zugspitze ebenfalls zwei Punkte holt und nicht mehr eingeholt werden kann. Schon ne ziemlich miese Show, die sich der Eishockeygott da ausgedacht hat aber wie sagte einst schon David Musial? "So ist halt Sport." Freud und Leid liegen immer dicht beisammen und diesmal stehen wir eben auf der Sonnenseite, so ist das halt.

Nach allerlei Feierlichkeiten mit dem Team ging es nach draußen, wo bereits ein paar Löschzüge der Feuerwehr eingetroffen waren. Erstaunlicherweise hatte die Pyrotechnik im Dresdner Block den Beton noch nicht geschmolzen und die Kollegen fanden kein flammendes Inferno vor, weshalb sie wohl bald wieder abziehen konnten. Die Bremerhavener Szene wartete vor dem Gästeeingang und gemeinsam wurde die alberne Szenerie mit "Pyrotechnik ist kein Verbrechen!"-Rufen kommentiert. So ist das, wenn man mit Torpedos auf Spatzen zielt... Die Bremerhavener Jungs zeigten sich als sehr faire Verlierer und führten für unsere Neuner-Besatzung sogar noch ein "Theaterstück" auf - Klasse! Irgendwann setzte man sich dann in den Bus Richtung Heimat. Die Feierlichkeiten fielen leider etwas ruhiger aus, da einige Leute ihren Schlaf nachholen wollten, aber alles in allem ist der Tag wohl doch als Erfolg zu werten.

Fotos

Sidelink_2
Fotos
Sidelink_5
Auswärtsfahrten
Sidelink_3
Gesangbuch (6. Auflage)
Sidelink_4
Kurvenflyer "Schulldchnsä!"
Sidelink_6
Infos für Gästefans