Outlaws Dresden

05.04.2012
SC Bietigheim Steelers vs. Dresdner Eislöwen
1:0 (0:0, 0:0, 0:0) n.V.
Zuschauer: 1486 (ca. 70 Dresdner)

(Shadow)

Am Gründonnerstag stand also das erste von drei Osterspielen an und so machte man sich bei recht trüben und kühlem Wetter mit drei Transportern auf den Weg nach Bietigheim. Nachdem Material und Leute verstaut wurden ging es los Richtung Autobahn, wo ich erstmal das Führungsfahrzeug aus den Augen verlor. Als ich dieses an der Autobahnabfahrt Hof endlich wieder ein hatte, verpasste man fasst die Ausfahrt, weil man sich doch mehr auf die Jagd des Transporters konzentrierte als auf die Schilder. Puh, grade nochmal gut gegangen!! Von hier an fuhr man recht entspannt und zum Glück auch staufrei im Konvoi weiter. So kam man mehr als rechtzeitig in Bietigheim an und hatte noch genug Zeit sich beim Italiener an der Ecke für das bevorstehende Spiel zu stärken.

Das Spiel ging dann auch gleich ordentlich los, allerdings erstmal für die Heimmannschaft, welche gleich ein paar gute Schüsse auf unser Tor feuerte. Beim Blick auf den Schußcounter im Anzeigewürfel, welcher nur auf einer Seite anstieg, wurde einem schon ein wenig Angst. Aber nach 7 Minuten gab es auf dem Counter auch endlich ein Schuss für unsere Löwen zu verzeichnen und ab diesem Zeitpunkt ging es dann munter hin und her. Das Spiel war dann nach dem ersten Drittel doch recht ausgeglichen, wenn auch torlos, aber auch ohne Strafzeiten.

Im zweiten Drittel ging es so weiter wie das erste endete. Es ging munter hin und her, mit den vielleicht etwas besseren Chancen auf Seiten der Bietigheimer. Aber wir haben ja noch einen Steve Silverthorn im Tor stehen, der wieder einmal mehr einen sehr guten Job machte. Auch die Löwen hatten ihre Chancen, aber entweder stand grad kein Spieler am richtigen Platz um den Abpraller zu verwerten oder man verlor die Übersicht wo sich der Puck gerade befand. Wenn dann beides mal nicht zutraf, stand im Tor der Bietigheimer allerdings auch ein Keeper der die Schüsse (mal mehr, mal weniger elegant) entschärfen konnte. Eine Strafzeit gegen die Löwen konnte Bietigheim nicht zu einem Vorteil nutzen, da das Penaltykilling wieder sehr stark war.

Auf ging es ins dritte Drittel eines spannendes Spiels. Am Bild dieses sollte sich nicht viel ändern. Chancen auf beiden Seiten, mit leichtem Übergewicht für die Steelers. Je eine Strafe für beide Teams konnten im Powerplay nicht genutzt werden. Während die Steelers versuchten mit verspielten Kombinationen gefährlich vor‘s Tor zu kommen, schossen die Eislöwen meist nur noch von der blauen Linie. Die letzten fünf Minuten hatte man auf beiden Seiten nochmal hochkarätige Chancen. Da warf man sich auf Seiten der Dresdner aber wieder in jeden Schuss und versuchte zu blocken was geht, damit die Scheibe ja nicht doch noch irgendwie rein geht.

Nun gut, dann halt Verlängerung! Und die hatte es in sich. Bietigheim kam besser ins Spiel und hatte gleich wieder Arbeit für Silverthorn. Und dann ein Konter von unseren Löwen. Ein Schuss vom Bullykreis, dieses Geräusch (was so klang als wenn der Puck am Pfosten einschlägt) und so schnell wie der Puck in Richtung Tor flog, kam er auch wieder aus dem Tor raus. Eigentlich jeder im Gästeblock hat den Puck im Tor gesehen, aber das Spiel lief ohne Unterbrechung weiter. Man frug hektisch seinen Nebenmann/frau „Der war doch drin oder?!“ und der/die war schon derselben Meinung. Jetzt wurde natürlich der Schiri belegt und beim Gedanken gerade „Hängt sie auf die schwarze Sau...“ anstimmen zu müssen, war da auf einmal eine Stimme aus dem Block die sagte „Scheißegal, los weiter jetzt!!“. Und so feuerte man die Mannschaft weiter an, wie schon 60 Minuten davor, aber dazu gleich nochmal mehr. Erst im Nachhinein fiel einem auf, dass keiner der Spieler zum Torjubel ansetzte oder gegen die Schirientscheidung protestierte. Also wohl wirklich kein Tor und nur eine falsche und kuriose Wahrnehmung der anwesenden Gästefans. Leider kam man aber nicht mehr so gefährlich vor‘s Tor wie die drei Spielabschnitte davor und musste sich zunehmend gegen die Bietigheimer Offensive erwehren. Nach knapp 11 Minuten in der Verlängerung schlug der Puck dann doch in unserem Tor ein und ein spannendes und teilweise auch dramatisches Spiel hatte ein Ende. Ein verdienter Punkt für Dresden und das wurde dann auch gleich nochmal im Gästeblock gefeiert, sowie die Mannschaft mit Applaus verabschiedet.

Jetzt mal noch ein paar Worte zur Stimmung. Da ich ja zum ersten und wahrscheinlich letzten Mal in dieser Halle war, war ich erstaunt wie klein die doch ist. Und spätestens beim Einlauf unserer Eislöwen, als ein lautes „E-S-C....“ durch die Halle hallte, wurde einem klar, heute kann stimmungstechnisch die Post abgehen. Und so war es auch. 60 Dresdner sangen 1400 Bietigheimer Fans an die Wand und unterstützten ihr Team über die gesamte Spielzeit. Mein persönliches Highlight war dabei der Wechselgesang, welcher mit einer ordentlichen Lautstärke und Dauer überzeugte. Eine Mitmachquote von nahezu 100%, so hätte ich mir den Support in Crimmitschau (eigentlich bei jedem Spiel) auch gewünscht. Aber es bleiben ja noch drei Spiele und vielleicht kann man die letzten beiden Heimspiele noch einmal nutzen um die Bude zu rocken!

Trotz Niederlage verließ man die Eishalle gut gelaunt und begutachtete mit einem hämischem lächeln im Gesicht die Folgen des Schnipselkrieges, der über die Drittel verteilt im Gästeblock wütete. Auf dem Parkplatz feierte man noch spontan etwas zu feinster elektronischer Musik und etwas Pyrotechnik bevor man, im Gegensatz zu den Spielern, die Heimreise antrat. Gegen 03.30 Uhr fand man sich dann im schönen Dresden wieder ein und freute sich nach einem anstrengendem Tag dann doch erstmal auf ein Bett.

Als nächstes geht es nach Bremerhaven, wo man den Klassenerhalt auch rechnerisch perfekt machen kann. Und die letzten beiden Heimspiele sollte jeder nochmal nutzen um die Eislöwen zu unterstützen und zu feiern, da es ja dann leider schon wieder in die Sommerpause geht. :(

Bebilderung

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