Outlaws Dresden

20.01.2012
Lausitzer Füchse - Dresdner Eislöwen
3:1 (1:0;0:1;2:0)
Zuschauer: 2.417 (davon 418 Dresdner)

(Kassiopeia)

Am Freitag führte uns der Spielplan mal wieder zum Sachsenderby nach Weißwasser (wenngleich natürlich allen Beteiligten bewusst ist, dass in Weißwasser nur das Gastspiel des ETC Crimmitschau wirklich die Massen (1.966 Zuschauer) elektrisiert und folgerichtig nur diese Begegnung als einzig wahres Sachsenderby bezeichnet werden kann). Trotz der nicht sehr vielversprechenden Leistungen in den letzten Wochen nahmen wieder ca. 400 Dresdner die Reise in die Hochburg des Eishockeys und der Arbeitslosigkeit auf sich, darunter auch die obligatorischen zwei Fan-Busse. Die Fahrt selbiger nahm am Ortseingang von Weißwasser ein jähes Ende, wo die Polizei Weißwasser den Dresdner Fans anordnete, den restlichen Weg zum Stadion per Fuß auf sich zu nehmen. So ändern sich halt die Zeiten. Vor ein paar Jahren wurde ein Marsch zum Stadion auf Grund von Sicherheitsbedenken noch energisch unterbunden. Wenn die Fanszene dagegen zeitlich sowieso schon knapp dran ist und überhaupt kein Interesse dran hat, bei Schneeregen durch die hässliche Stadt zu latschen, wird ein solcher Derbymarsch als polizeiliche Anordnung befohlen. Sicherheitsaspekt bei der ganzen Aktion im Übrigen gleich null. Keine Begleitung des Marsches, keine wie auch immer geartete Fantrennung, offensichtlich einfach nur Langeweile der Beamten. Und zur Krönung wird dann den Kollegen aus Dresden anscheinend noch erzählt, die Dresdner Fans wollten diesen Marsch zum Stadion. Da fällt einem nichts mehr dazu ein. Aber das sollte ja – wie sich später herausstellen sollte – nicht die letzte Höchstleistung in der Disziplin „nutzlose Verschwendung von Steuergeldern“ an diesem Abend sein.

Nichtsdestotrotz erreichte man noch pünktlich zur Einlaufshow die Halle. Auf den Rängen gab es zu Beginn hüben wie drüben nichts Spezielles zu sehen. Die Stimmung gestaltete sich im Gästeblock sehr schleppend. Offensichtlich war jeder mit seinen Gedanken noch woanders und so muss man das erste Drittel als schlichtweg peinlich und derbyunwürdig verbuchen. Die Füchse brannten auf dem Eis in den ersten zehn Minuten ein Feuerwerk ab und schnürten Dresden dermaßen im eigenen Drittel ein, dass unsereins froh sein konnte, nur mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine zu gehen. Entsprechend gut auch die Stimmung im Block der Füchse.

Im zweiten Drittel änderte sich dann das Bild auf dem Eis und auf den Rängen. Dresden spielte zwar nach wie vor keineswegs überragend, konnte sich aber in der Abwehr stabilisieren und schaffte es immer öfter, auch selbst einmal gefährlich ins gegnerische Drittel zu gelangen. Weißwasser konnte dagegen nicht an das erste Drittel anknüpfen und ließ sich zunehmend von Dresden einlullen. Kurz vor der zweiten Pause fiel dann schließlich der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleich. Im Gästeblock riss man sich ab der 20. Minute zusammen und besonders im zweiten Drittel konnte man mit lauten Gesängen überzeugen. Auf Heimseite kehrte dagegen trotz Führung erstaunliche Ruhe ein.

In der 45. Minute verletzte sich Briggs, der infolgedessen nicht mehr weiterspielen konnte. Für ihn kam Hacker. Aber egal ob Hacker oder Briggs – das scheint keine große Rolle zu spielen, denn das Spiel endete so, wie gefühlt fast jedes Spiel in dieser Saison endet. Man spielt gut mit, steht aber am Ende des Tages doch mit leeren Händen da – außer in den paar Fällen, wo solche Brechstangensiege wie gegen Heilbronn oder Bietigheim funktionieren. An sich wären 3 Gegentreffer bei den Füchsen ja kein Problem, siehe erstes Spiel letzte Saison. Wenn man vorne aber so harmlos ist und nur ein, zwei Tore im Spiel hinbekommt, dann muss man eben hinten besser stehen. Das funktioniert aber auch nicht und deswegen ist man halt jetzt in relativ trostloser Position Vorletzter.

Auf den Rängen konnte man mal abgesehen vom ersten Drittel und angesichts der sportlichen Situation und des Spielverlaufs zufrieden sein. Die Füchse nur zu Beginn und beim Feiern des Sieges gut, besonders im zweiten Drittel war Dresden „tonangebend“. Generell kann man festhalten, dass beide Fanszenen derzeit nicht in der Lage sind, durch wirklich starke Auftritte oder beeindruckende Choreos dem Gegner den Rang abzulaufen.

So weit, so normal. Das unrühmliche Finale dieses Derbys sollte nach Spielende folgen. Eine gesonderte Auswertung der Geschehnisse, die sich beim Ordnereinsatz in bzw. bei den Übergriffen vor der Halle ereigneten, wird folgen, sobald Gespräche mit den Beteiligten erfolgt und alle Augenzeugenberichte zusammengetragen worden sind.

Es war so, es ist so, es bleibt so. Scheiß ESW.

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