Outlaws Dresden

30.12.2011
Starbulls Rosenheim vs. Dresdner Eislöwen
4:1 (1:0, 3:0, 0:1)
3011 Zuschauer (500 Gäste)

(Grombrindal)

Sonderzugausflug ohne Sonderzug

Eine illustre Reisegruppe sollte sich am vorletzten Tag des Jahres 2011 zusammenfinden. Gegen Mittag traf man sich an der Halle mit einigen Leuten, die entweder vormittags arbeiten mussten, kein Geld für den Zug hatten oder einfach aus Überzeugung nicht mit dem Sonderzug fahren wollten. Noch ein wenig Material eingepackt, schnell noch die Fraktion Großnaundorf eingesackt und los ging die Fahrt. Bei wieder Mal aufschlussreichen Gesprächen und ein zwei Bier ging es ganz gut voran. Ein Neuner war bereits eine Stunde eher vorrausgefahren und informierte uns über Scheißwetter und stockenden Verkehr im Süden Deutschlands, also alles wie immer. Unterwegs natürlich auch mal angehalten und so konnte man einen sensationellen Kackhaufen mit angebrachtem Anti WSW Aufkleber bewundern, große Erheiterung. Die andere Besatzung wartete dann irgendwo hinter Regensburg auf unser Gefährt (sehr löblich) und hatte die Zeit zur Essensaufnahme genutzt. Ein Mitreisender erfreute sich dann an den Geschenken unterm Weihnachtsbaum beim Burgerbrater, war er doch zu Weihnachten nicht so reich beschenkt worden. Die Enttäuschung sollte doch hier schnell um sich greifen, war das mit Freude geöffnete Paket doch leider leer, SKANDAL. Auf dem nächsten Parkplatz dann das erste Mal einiges an Schnee und eine Klassenfahrt im Bus gegenüber. Was passierte? Natürlich Schneeballschlacht, die man allerdings deutlich gewann, da man doch sehr motiviert war und die Gegenseite kaum Gegenwehr leistete. Die Fahrt ging weiter und der Verkehr nahm stetig zu. Irgendwie schaffte man es dann doch noch nach Rosenheim und kam kurz vor Spielbeginn an der Halle an. Während der letzten zwei Fahrtstunden erreichten einen dann zunehmend SMS und Anrufe, die von den teilweise extremen Einlasskontrollen durch Polizei und Ordnungsdienst bis hin zum Schuhe ausziehen berichteten. Mmh, wasn da los? Was wird mit dem ganzen Material, wird es wieder Endlosdiskussionen geben? Schließlich Karten gekauft und mit Zaunfahnen, Schwenkfahnen, Wunderkerzen und Blockfahne zum Eingang. Kontrollen? Kurz kritisch geschaut und ein Ordner hielt es dann für nötig die Stöcke der Fahnen zu kontrollieren. Der ganze Rest inklusive Personen kam ohne jegliche Kontrolle rein. So ist das eben, Riesenaufwand betreiben und fast 500 Leute intensiv kontrollieren um dann die letzten 20 einfach so rein zulassen. WELTKLASSE!

Der steile Gästeblock in dieser geilen Halle war schon sehr gut gefüllt, aber man fand noch ausreichend Platz im unteren rechten Teil. Das Spiel ging los und im ersten Drittel lief es stimmungsmäßig sogar ganz gut. Dies sollte dann ab dem ersten Gegentreffer und den Folgenden immer schlechter werden, was dazu führte, dass gerade im letzten Drittel nur noch die üblichen Leute sangen. Aber dies kann man keinem verdenken, wenn man die Leistung der Mannschaft auf dem Eis betrachtet. Immerhin stand es mittlerweile 0:4 und trotz Kampf sah man mal wieder keinen Stich. Trotzdem war es für eine ordentliche Anzahl von circa 500 Dresdner dünne. Im Nachhinein betrachtet hätte ein Standort in der Mitte sicher für die Stimmung etwas mehr Auftrieb bringen können, aber dafür war es einfach zu voll und man selbst zu spät angereist. Kurz vor Schluss wurde dann noch die „Beutezug durch den Süden“-Fahne präsentiert, was zu einem ordentlichen Ordneraufmarsch führte und des Stürmens von einigen in den Block, sobald das Teil oben war. Naja, was solls. Rosenheim heute eher enttäuschend, da kam wirklich sehr wenig. War in der Vergangenheit dort immer gute Stimmung, war es dieses Mal nur durchschnittlich. Gerade aufgrund der frühen Führung und deren Ausbau war das nicht viel. Natürlich wurde es zum Ende hin besser, aber naja, dass nach dem Spiel die heimischen Fans auch sehr schnell verschwunden waren, sagt einiges aus. Ebenfalls enttäuschend heute der Pöbelanteil auf Rosenheimer und Dresdner Seite. Wurde der eigene hundert Mann Haufen doch beim ersten Spiel dieser Saison in Rosenheim noch mit zahlreichen Antigesängen bedacht, war dies heute nur einmal der Fall. Ganz dünne, da hatte man wohl zu viel Respekt? Keine Ahnung, oder genoss einfach den sportlichen Erfolg, aber dann eben in aller Ruhe, von mir aus, wem es gefällt. Einige sogenannte Fans enterten dann noch die Eisfläche und präsentierten ihre Olympiakörper dem johlenden Dresdner Anhang: ABSCHAUM!

So, Spiel zu Ende, alle Sonderzugfahrer in den Bussen, was nun? Wurde man zunächst noch von einigen Hilfsordner blöde vollgequatscht, entschieden wir uns dann noch kurz die Stadionkneipe zu besuchen. Diese wurde auch damals schon in einem legendären Bericht vom Bademeister (19.10.07), der noch legendärere Ereignisse schilderte, erwähnt und man konnte sich nun vom guten Bier, dem geduldigen und arg strapazierten Personal, den tollen Flugeigenschaften von Rosenheimer Bierdeckeln und dem Dorfvolk in Form von jungen Dorfdeppen, Kutten (im wahrsten Sinne des Wortes, sieht man heute auch nicht mehr so oft) und den üblichen Eishockeysuffis überzeugen. Danach ging es noch mal zum Bahnhof. Da war er der Sonderzug. Betreten habe ich ihn nicht, aber zumindest mal von außen reingeschaut und noch ein paar nette Gespräche geführt. Und dann konnte es wieder in Richtung Nordosten gehen. Zwei mitfahrende Spezialisten frönten dann, wie schon den ganzen Tag lang, dem Alkohol und sollten ihre muntere Stimmung bis nach Dresden nicht mehr verlieren. Eine Mitfahrerin sollte dann irgendwo im tiefsten Bayern an einem Baumarkt der silvesterlichen familiären Obhut übergegeben werden. Also noch mal schnell ausgestiegen und gewartet. Baumarkt, Parkplatz, nichts los, bisschen rumgelaufen und blöde gequatscht. Auf einmal kommt ein Typ an und erzählt was von wegen Überwachung und was wir hier wöllten. Er hätte uns schon zugehört und hier ist auch alles mit Kameras überwacht. Aha. Dann: „Und da hinten sind wir vier Leute, also … .“ Stasi 2,0 im Westen, interessant. Da bewachen vier Leute nachts den Baumarkt, oder besser einer mit ner Taschenlampe und ein wenig Ton- und Videoüberwachungstechnik, beeindruckend. Naja einer der beiden Alkoholfröner führte dann noch ein Gespräch mit ihm und die Sache war geklärt. Er darf sich nun für alle Zeiten als „Der Vernünftigste von euch!“ feiern lassen. Dann wieder rein ins Gefährt und so schnell wie möglich bei etwas Schlaf in Richtung Landeshauptstadt.

Ein Dank geht abschließend noch an das Deutsche Rote Kreuz und den Fahrer unseres Neuners, dessen Nerven heute doch arg strapaziert worden sind und der trotz allem ruhig blieb und uns sicher kurz nach fünf in Dresden wieder raus ließ.

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